Bonner Büromarkt 2025
Büromarkt verliert Tempo
- Das Gebäude „Drilling“ wird an der Godesberger Allee errichtet werden. Es ist bereits größtenteils an einen IT-Dienstleister vermietet.“
- Foto: Grafik: BonnVisio RENUM Real Estate GmbH & Co. KG
Bonn (red). Der Büromarkt der Bundesstadt hat 2025 spürbar an Dynamik verloren. Der Flächenumsatz blieb deutlich hinter den Ergebnissen der vergangenen Jahre zurück, auch wenn das Marktbild differenziert ausfällt. Während großflächige Anmietungen seltener wurden, blieb die Nachfrage nach kleineren Büroeinheiten stabil hoch. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sorgten weiterhin für Bewegung.
Insgesamt kamen weniger als 90 Mietverträge zustande, die zusammen knapp 60.000 Quadratmeter Bürofläche umfassten. Damit verfehlte der Markt sein langjähriges Durchschnittsniveau deutlich. Ausschlaggebend dafür war vor allem die zurückhaltende Nachfrage größerer Nutzer. Sowohl Unternehmen als auch die öffentliche Hand agierten angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorsichtiger als in den Vorjahren.
Räumlich konzentrierte sich das Vermietungsgeschehen auf das Bundesviertel Bonn, die Achse entlang der Bundesstraße 9 sowie auf das Bonner Zentrum. Die größte Einzelanmietung führte dort zu einem Neubau an der Godesberger Allee, der überwiegend von einem IT-Dienstleister genutzt werden soll. Auch mittlere Flächensegmente zeigten sich belebt, während besonders kleine Einheiten bis 500 Quadratmeter stark gefragt blieben. Die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr spielte bei der Standortwahl eine zentrale Rolle.
Auf der Angebotsseite blieb der Markt überschaubar. Neue Büroflächen kamen nur in begrenztem Umfang hinzu, unter anderem im Teilmarkt Duisdorf/Hardtberg sowie am Bonner Bogen. Gleichzeitig reagierten Vermieter flexibel auf die Marktlage: Die Durchschnittsmiete sank, die Spitzenmiete blieb jedoch auf einem wettbewerbsfähigen Niveau. Bonn behauptet damit seine Position als attraktiver Bürostandort mit moderaten Preisen.Der Leerstand blieb niedrig und unterstreicht die grundsätzliche Stabilität des Marktes. Ein Teil der ungenutzten Flächen gilt als strukturell bedingt und steht kurzfristig nicht zur Verfügung. Trotz aktuell vertagter Entscheidungen bei Anbietern und Nachfragern bewerten Entwickler und Investoren den Standort weiterhin positiv. Die Nachfrage ist vorhanden – größere Impulse werden jedoch erst mit künftigen Projektentwicklungen erwartet.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |