Stummfilmtage 2026
Kinozauber unter Sternen

Wonders of the Sea (USA 1922).  | Foto: Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
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  • Foto: Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum

Bonn (red). Wer bei Stummfilmen an verstaubte Schwarz-Weiß-Streifen aus längst vergangenen Zeiten denkt, hat vermutlich noch nie einen Sommerabend bei den Internationalen Stummfilmtagen erlebt. Denn das Bonner Festival ist weit mehr als eine Begegnung mit Filmgeschichte. Es ist ein Freiluftkino-Erlebnis, das Jahr für Jahr tausende Besucher in den Arkadenhof der Universität lockt.Wenn sich die Dämmerung über die Bonner Innenstadt legt, die letzten Sonnenstrahlen die historischen Mauern des Arkadenhofs färben und die ersten Töne der Musiker erklingen, entsteht eine Atmosphäre, die man eher spürt als beschreiben kann. Die warme Sommerluft und die große Leinwand unter freiem Himmel sorgen für einen Rahmen, den kein Kinosaal bieten kann.

Vom 13. bis 22. August stehen die 42. Internationalen Stummfilmtage auf dem Programm. An zehn Abenden werden 19 Kurz- und Langfilme aus neun Ländern gezeigt. Dabei reicht die Auswahl von Kriminalgeschichten und Komödien über experimentelle Filme bis hin zu frühen Horrorwerken.Besonders reizvoll ist, dass die Filme nicht einfach vorgeführt werden. Jeder Abend wird von Livemusik begleitet. Pianisten, Schlagzeuger, Geiger, Cellisten, Oboisten oder sogar Oud-Spieler verleihen den Werken einen ganz eigenen Klang. Die Musiker reagieren auf das Geschehen auf der Leinwand und machen jede Vorführung zu einem besonderen Ereignis.

Zum Auftakt präsentiert das Festival das schwedische Drama „Gösta Berlings Saga“ mit Greta Garbo. Der monumentale Film wird an zwei aufeinanderfolgenden Abenden gezeigt. Daneben warten zahlreiche Wiederentdeckungen und restaurierte Filmraritäten auf das Publikum. Zwei neu restaurierte Werke feiern sogar ihre Weltpremiere in Bonn.

Auch bekannte Namen fehlen nicht. Zu sehen sind unter anderem Filme mit Greta Garbo, Buster Keaton, Mabel Normand, Clara Bow und weiteren Stars der frühen Filmgeschichte. Wer glaubt, Stummfilme seien langsam oder schwer zugänglich, dürfte überrascht werden. Viele der Werke bieten Tempo, Humor, Spannung und spektakuläre Bilder, die auch heute noch funktionieren.

Gerade diese Mischung macht den Reiz des Festivals aus. Die Besucher müssen keine Experten für Filmgeschichte sein. Viele kommen wegen der besonderen Sommeratmosphäre, treffen Freunde und lassen sich auf einen Abend ein, der anders ist als ein gewöhnlicher Kinobesuch.

So werden die Stummfilmtage Jahr für Jahr zu einem der kulturellen Höhepunkte des Bonner Sommers. Nicht trotz der fehlenden gesprochenen Dialoge, sondern gerade weil Musik, Bilder und Atmosphäre hier die Hauptrolle spielen.

Drei gute Gründe für die Stummfilmtage 2026

Wer zum ersten Mal kommt, sollte sich nicht vom Begriff „Stummfilm“ abschrecken lassen. Das Festival lebt von seinen überraschenden Entdeckungen. Gleich zum Auftakt am Donnerstag, 13. August, um 21.15 Uhr steht mit „Gösta Berlings Saga“ ein großes schwedisches Filmdrama auf dem Programm, das einst Greta Garbo den Weg zum internationalen Star ebnete. Die Live-Begleitung am Flügel übernimmt Daan van den Hurk.

Ein Höhepunkt für Freunde von Humor und Tempo folgt am Sonntag, 16. August, um 21.15 Uhr mit Buster Keatons Seefahrerkomödie „The Love Nest“. Die Mischung aus Slapstick, absurden Einfällen und Livemusik zeigt eindrucksvoll, warum viele Stummfilme auch nach mehr als 100 Jahren noch bestens funktionieren.

Besonders neugierig macht zudem „Die Wunder des Meeres“, das am selben Abend im Anschluss gezeigt wird. Die Dokumentarfiktion mit Unterwasseraufnahmen von Meereslebewesen, Tauchgängen und Schiffswracks feiert in Bonn sogar ihre Weltpremiere in einer neuen Restaurierung. Begleitet wird die Vorführung live von Stephen Horne und Frank Bockius.

Informationen für Besucher

Die Internationalen Stummfilmtage finden vom 13. bis 22. August im Arkadenhof der Universität Bonn statt. Die Filmabende beginnen überwiegend um 21.15 Uhr, einzelne weitere Vorführungen schließen sich im Verlauf des Abends an. Das vollständige Programm und weitere Informationen gibt es auf www.internationale-stummfilmtage.de

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RAG - Redaktion

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