Leack-Checker
Bonner Forschung macht digitale Risiken sichtbar
- Einfach und schnell kann jeder mit dem Online-Tool der Universität Bonn prüfen, ob seine E-Mail-Adresse betroffen ist. Falls dem so ist, sollte man sofort seine Anmeldedaten im jeweiligen Dienst ändern, mit einem einmaligen, sicheren Passwort.
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Bonn (red). Seit fünf Jahren bietet die Universität Bonn mit dem Leak Checker ein digitales Verbraucherschutzangebot an, das für viele Internetnutzer inzwischen zur festen Anlaufstelle geworden ist. Das Online-Tool des Lehrstuhls für IT-Sicherheit am Institut für Informatik 4 ermöglicht es, kostenfrei und datenschutzkonform zu überprüfen, ob eigene Zugangsdaten in bekannten Datenleaks aufgetaucht sind. Angesichts stetig wachsender Cyberkriminalität trifft das Angebot einen Nerv.
Neue Datenlecks im Sekundentakt
„Neue Datenleaks sehen wir im Sekundentakt“, sagt Prof. Michael Meier, Leiter des Lehrstuhls für IT-Sicherheit. In vielen Fällen enthalten die Leaks vollständige Kombinationen aus E-Mail-Adresse und Passwort. Damit lassen sich nicht nur einzelne Dienste kompromittieren, sondern häufig ganze digitale Identitäten übernehmen – von E-Mail-Konten über soziale Netzwerke bis hin zu Online-Shops.
Entstanden ist der Leak Checker aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt EIDI („Effektive Information nach digitalem Identitätsdiebstahl“). Bereits damals analysierten Bonner Sicherheitsforscher Milliarden geleakter Datensätze, um Schutzmechanismen gegen Account-Übernahmen zu entwickeln. Aus dem Forschungsprojekt wurde schnell ein Dauerangebot: Die hohe Nachfrage führte dazu, dass die Universität den Dienst langfristig etablierte. Unterstützt vom universitären Transfer Center enaCom entstand zudem das Start-up Identeco, das den Leak Checker heute gemeinsam mit der Universität betreibt und seine Expertise auch Unternehmen anbietet.
Über 10.000 Anfragen von Nutzern am Tag
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Angebots. Seit dem Start wurden mehr als 1,6 Millionen Anfragen gestellt, zeitweise über 10.000 pro Tag. Allein im Jahr 2025 verzeichnete der Leak Checker mit über 770.000 Anfragen einen neuen Höchstwert. Die zugrunde liegende Datenbank umfasst inzwischen mehr als 57 Milliarden Datensätze – Tendenz steigend. „Die Nachfrage zeigt, wie groß der Informationsbedarf in der Bevölkerung ist“, sagt Meier. Zugleich verstehe sich der Leak Checker als Beitrag zur digitalen Aufklärung.
Einfache und wiederverwendete Passwörter sind gefährlich
Auch die Forschung geht weiter. Mehr als 50 Abschlussarbeiten beschäftigten sich in den vergangenen Jahren mit Passwortsicherheit und Account-Takeover. Eine aktuelle Passwortstudie, basierend auf Daten aus dem Jahr 2025, zeigt: Passwörter werden häufig wiederverwendet und enthalten oft persönliche oder regionale Bezüge – von Städtenamen bis zu Vereinszugehörigkeiten. Unangefochten an der Spitze steht jedoch weiterhin ein Klassiker: „123456“. „Solche Passwörter sind besonders leicht zu erraten“, warnt Dr. Matthias Wübbeling von Identeco. Abstrakte, einzigartige Passwörter und regelmäßige Checks seien daher unerlässlich.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |