Ägyptisches Museum
25 Jahre in 25 Objekten
- Wandrelief: Aus 30 Gipsplatten zusammengesetzte Kopie eines Wandreliefs Sethos’ I. im Karnak-Tempel bei Luxor; Neues Reich, 19. Dyn., um 1285 v. Chr., Abguss aus der zweiten Hälfte des 19. Jh., ca. 2,70 hoch, 6,20 breit.
- Foto: Volker Lannert
Bonn (red). Mit 25 ausgewählten Objekten blickt das Ägyptische Museum der Universität Bonn auf ein Vierteljahrhundert Museumsgeschichte zurück. Die Sonderausstellung „25 Jahre in 25 Objekten!“ wurde anlässlich des Jubiläums im P26 an der Poststraße eröffnet und ist bis zum 15. März 2027 zu sehen.
Die Exponate stehen jeweils für ein Jahr der Museumsgeschichte. Sie erinnern an markante Ereignisse und zeigen zugleich das Aufgabenspektrum, die öffentlichen Aktivitäten, das Selbstverständnis und die Vernetzung des Universitätsmuseums. Ausgesucht und beschrieben wurden die Objekte gemeinsam mit Kurator Frank Förster von Menschen, die das Museum in den vergangenen 25 Jahren begleitet haben. Dazu gehören ehemalige und aktuelle Beschäftigte des Museums und der Abteilung Ägyptologie, Freunde, Stifter und Kooperationspartner.
Erinnerung an den ersten Standort
Zu den ausgewählten Stücken gehört ein alter Gipsabguss eines Wandreliefs aus dem Karnak-Tempel. Die Darstellung zeigt Pharao Sethos I. im Streitwagen beim Kampf gegen eine feindliche Festung. Der großformatige Abguss war das erste Exponat am früheren Standort des Museums über dem Koblenzer Tor. Dort wurde das Ägyptische Museum am 16. März 2001 im ehemaligen Fechtsaal der Universität eröffnet.
Beim Umzug in die Poststraße 26 vor knapp zwei Jahren konnte der Abguss nicht mitgenommen werden. Am neuen Standort ist das Motiv stattdessen auf einer nahezu maßstabsgetreuen Fototapete zu sehen. Für das Jahr 2026 steht ein hieroglyphisch beschrifteter Kanopenkrug aus Kalzit-Alabaster. Das Gefäß für die inneren Organe eines Verstorbenen kam im Juni durch eine Schenkung in den Bestand des Museums.
Pharaonin und Schmuckkästchen
Auch die „Pharaonin in Blau“ ist Teil der Jubiläumsschau. Das blau glasierte Keramikobjekt trägt die Ringnamen der Königin Tausret aus der 19. Dynastie. Ausgewählt wurde es von Christian Loeben vom Museum August Kestner in Hannover. Die Forschung an dem Stück ist noch nicht abgeschlossen. Zugleich steht das Objekt für die langjährige Verbindung zwischen den beiden Museen.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Horst Creutz, hat ein Schmuckkästchen aus Holz ausgewählt. Es stammt aus der Zeit um 1500 bis 1100 vor Christus und diente vermutlich dazu, eine Halskette als Grabbeigabe unbeschadet ins Jenseits zu transportieren. Das Stück verweist zugleich auf die Workshops des Fördervereins für Kinder. Dabei können junge Museumsbesucher ein modernes Holzkästchen bemalen und eine selbst gebastelte Kette darin aufbewahren.
Neue Fragen zu altem Kindersarg
Eine besondere Geschichte verbindet sich mit einem kleinen Kindersarg, einer Dauerleihgabe der Stadt Grevenbroich. Das Objekt galt lange als Fälschung. Seine grobe Stuckierung, die Bemalung und einige ikonografische Auffälligkeiten ließen es eher wie eine neuzeitliche Arbeit erscheinen.
Erst beim Auszug aus dem ehemaligen Fechtsaal rückte der Sarg wieder stärker in den Blick. Restaurator Jens Klocke untersuchte ihn genauer und fand Hinweise darauf, dass er aus dem ersten bis dritten vorchristlichen Jahrhundert stammen könnte. Die dadurch aufgeworfenen Fragen werden weiter untersucht.
Zur Ausstellung gehört außerdem die originalgetreue Replik einer goldenen Statue der Göttin Selket aus dem Grab des Tutanchamun. Sie begegnet den Besuchern gleich doppelt im Schauturm des Treppenhauses im P26 und weist den Weg zum Ägyptischen Museum.
Geschichten eines Vierteljahrhunderts
Jedes der 25 Objekte wird auf einer reich illustrierten Schautafel vorgestellt. Die Ausstellung erzählt dabei nicht nur vom Alten Ägypten, sondern auch von Sammlern, Forschern, Förderern und den Entwicklungen des Museums. So entsteht aus einzelnen Exponaten ein Rückblick auf 25 Jahre Arbeit.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |