Bistro „Cafésito“
Haus Melder verbindet Tradition und Inklusion
- Michael Nücken (links) freut sich, dass die NE.W mit ihrem Cafésito unter der Leitung von Reka Cserei (2.v.l.) und ihrem Team aus NE.W-Beschäftigten und Mitarbeitenden seinem Geburtshaus, besser bekannt als Haus Melder, weiterhin Leben einhaucht.
- Foto: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bad Münstereifel (rb). Vor genau 100 Jahren eröffnete Michael Melder in Bad Münstereifel das erste Lebensmittelgeschäft der Stadt. Heute wird die Tradition im historischen Haus Melder durch die Nordeifel.Werkstätten (NE.W) fortgeführt – mit dem inklusiven Bistro „Cafésito“.
Bereits 2014 hatten die NE.W dort mit dem „NimmEssMit“-Markt wieder eine Nahversorgung etabliert, in der erstmals auch Menschen mit Behinderung beschäftigt waren. Michael Nücken, Enkel des Firmengründers und Eigentümer des Hauses, ist eng mit dem Gebäude verbunden. „Mein Opa und mein Vater haben sich leider nie kennengelernt, weil mein Opa mitten im Krieg an einem Herzschlag verstorben ist“, erinnert er sich. Nach dem Krieg erlebte das Unternehmen unter seinen Eltern einen großen Aufschwung. „In den 50er und 60er Jahren war die Blütezeit Münstereifels als Kurstadt“, so Nücken.
In den 1980er Jahren endete der Lebensmittelhandel im Haus Melder. „Nachdem der letzte Pächter mit einem erheblichen Mietrückstand das Geschäft verließ, glaubte ich nicht mehr an eine Zukunft von Haus Melder“, berichtet Nücken. Neue Perspektiven ergaben sich erst mit den Plänen der NE.W für ein inklusives Geschäft. „Ich habe mir zusammen mit meiner Frau dann einige CAP-Märkte (inklusive Lebensmittelmärkte, in denen Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten) in Süddeutschland angeschaut und war davon sehr begeistert“, so Nücken.
Der „NimmEssMit“-Markt wurde jedoch bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 vollständig zerstört. „Die Flutkatastrophe hat bei einigen unserer Beschäftigten und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis heute sehr tiefe Narben hinterlassen“, sagt NE.W-Geschäftsführer Christoph Werner. Trotz großer Herausforderungen gelang der Wiederaufbau. „Neben der Entkernung musste kurzfristig ein neues sinnvolles Konzept erstellt werden, um ein modernes Café für unsere Beschäftigten und Kunden zu errichten“, so Werner.
Zwei Jahre später wurde das erweiterte Bistro „Cafésito“ unter der Leitung von Reka Cserei eröffnet. „Das Engagement der NE.W war für mich der Grund, auch weiterhin in die Immobilie zu investieren“, erklärt Nücken. „Aber ich hänge halt an diesem Haus und seiner Geschichte.“
Heute ist das „Cafésito“ wieder Café, Bistro, Nahversorger und sozialer Treffpunkt. „Wir freuen uns nicht nur, dass uns der Wiederaufbau geglückt ist, sondern ganz besonders, dass wir einem Geschäftshaus mit einer langen Münstereifeler Tradition als inklusives Unternehmen weiterhin Leben einhauchen dürfen“, so Christoph Werner.
Redakteur/in:Ruben Bartsch aus Köln |
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