Alfter hält zusammen
„Wo man sich trifft“

Das Team, das die Ausstellung konzipiert hat. | Foto: fes
  • Das Team, das die Ausstellung konzipiert hat.
  • Foto: fes

Alfter (fes). „Unser Social-Media-Netzwerk war damals die Straße. Dort traf man sich, alle Tore und Türen waren offen. Als Kinder kannten wir keine verschlossenen Türen“, erinnerte sich Luise Wiechert, Schatzmeisterin beim Förderverein „Haus der Alfterer Geschichte (HdAG) bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Wo man sich trifft – Netzwerke in Alfter“ im HdAG: „Netzwerke begleiten einen das ganze Leben, geben uns eine gewisse Sicherheit und zeigen uns: Wir sind nicht alleine.“

Angelehnt ist die Ausstellung an das Motto „ Netzwerke: Denkmale & Infrastruktur“ des bundesweiten Tages des offenen Denkmals. Traditionell bricht der Verein HdAG dieses Thema auf Alfter herunter und zeigt in seiner Herbstausstellung die Vielfalt der Netzwerke in Alfter-Ort.

In das erste Netzwerk werden Menschen reingeboren: die Familie. Es folgen Nachbarschaften, Kindergarten, Schule, Freundeskreise und Vereine, so die Fördervereinsvorsitzende und Alfterer Altbürgermeisterin Bärbel Steinkemper.

„Im Mittelpunkt steht dabei stets der Mensch - vom Kindergarten bis hin zur WhatsApp-Gruppe“, schilderte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Robin Huth. Unterteilt ist die sehenswerte Ausstellung in mehrere Bereiche. Ganz besonders wichtig für das Dorfleben sind natürlich die Vereine, denen eine eigene Abteilung gewidmet ist vom Schützenverein, den Heimatverein über die diversen Karnevalsvereine bis zum Freilichttheaterbühnenverein.

„Ein ganz wichtiger Netzwerker ist der Ortsausschuss, der alles koordiniert und die Vereine zusammenbringt, vom Köttzug bis zur Kirmes“, betonte Huth.

Wichtig sind auch Räume, um sich zu treffen. Das sind die Kirchen, die Bücherei, die neue Kultur- und Sporthalle, aber auch der örtliche Supermarkt am Herrenwingert. Luise Wiechert sprach vom „Event-Shopping im Edeka“. Sie trifft immer jemanden, mit dem sie ich über Neuigkeiten austauscht: „Da sind Sie nicht in fünf Minuten wieder draußen“.

Begegnungsorte sind zudem Sportplätze oder sogar der Friedhof: „Trifft man da jemanden, kommt man erst nach einer Stunde wieder nach Hause, weil man sich länger unterhält“, sagte Ralph Emmerich, Schatzmeister des Fördervereins. Beliebte Orte sind überdies der Jakob-Wahlen-Park oder der Broichpark.

Besonders bedeutend ist natürlich der Herrenwingert, der im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) seit Jahren umgebaut wird. Laut Huth existiert nirgendwo im Vorgebirge ein so großer zentraler Platz im Dorfkern. „Es gibt Leute, die trauern der Zeit nach, als das VR-Bank-Gebäude und der Edeka-Markt noch nicht standen und es vor der Sporthalle noch einen großen Springbrunnen gab“, meinte Emmerich, räumte aber auch ein: „ Hätten wir den Edeka-Markt nicht, hätten wir hier heute einen toten Ort.“

Netzwerke vermitteln laut Steinkemper auch Wissen und Information, sorgen für Freizeit, Spaß, Erholung und Kultur. Wer Hilfe benötigt, findet sich in Netzwerken gut aufgehoben. Netzwerke bedeuten sowohl ehrenamtliches und soziales als auch politisches Engagement. Dazu zählt auch die ehrenamtliche kommunalpolitische Tätigkeit: „Dies fügt sich zu einem sehr dichten Netz in unserem Ort zusammen, das verbindet und trägt“, betonte Steinkemper.

Politische Netzwerke prägten über Jahrzehnte auch das Handeln von Barthel Schölgens. Der heute 73-Jährige war 21 Jahre Ratsmitglied, davon bis 2020 17 Jahre Fraktionsvorsitzender der CDU. Dem HdAG stellte er nun einen „kleinen Schatz“, wie es Luise Wiechert ausdrückte, zur Verfügung: Seine lokale Presseschau, die die Jahre 1999 bis 2014 umfasst. Akribisch hat Schölgens, verteilt über 27 Ordner, die Artikel aus Tages- und Wochenzeitungen ausgeschnitten und aufgeklebt. Damit diese Sammlung nicht verlorengeht, schenkte er sie zur Ausstellungseröffnung dem HdAG: „Die Sammlung bietet auch einen Fundus an Ideen für weitere Ausstellungen für dieses Haus“, meinte Schölgens.

Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober sonn- und feiertags von 15 bis 18 Uhr und donnerstags von 17 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet. Schlossweg 1, 53347 Alfter. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos: www.hdag.info

Redakteur/in:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.