Kölsche Weihnacht fürs Herz
Joe Sturm begeistert mit „Heimatsprooch“ in Mines Spatzentreff
- Joe Sturm präsentiert im adventlichen Ambiente von Mines Spatzentreff sein vorweihnachtliches Solo-Programm "Heimatsprooch".
- Foto: Anita Brandtstäter
- hochgeladen von Anita Brandtstäter
Wesseling. Der Eintritt war zwar „ömmesöns“, doch der ideelle Wert dieses Abends war unbezahlbar: Mit seinem vorweihnachtlichen Solo-Programm „Heimatsprooch“ sorgte Joe Sturm am Freitagabend in Mines Spatzentreff für ein volles Haus, viele fröhliche Gesichter – und für eine beachtliche Spendensumme zugunsten der Wesselinger Tafel. Schon Tage zuvor hatte Inhaberin Mine Murzoglu auf Facebook voller Freude verkündet: ausgebucht! Und vor einem begeisterten Publikum präsentierte Joe Sturm seine kurzweilige Reise zum Nachdenken, Schmunzeln und Mitsingen, überwiegend op Kölsch, in der Heimatsprooch.
Advent zwischen Besinnlichkeit und kölschem Humor
Vor einem weihnachtlichen Vorhang hatte Joe Sturm sein Equipment aufgebaut – Mikrofone, Mischpult, iPad mit den Playbacks, Notenständer für die Texte - daneben ein Roll-up mit seinem Konterfei und dem Titel des Abends sowie dem Motto "Weihnachte wohr och ens anders! ...avver och schöner?". Perfekt vorbereitet für den Abend!
Joe Sturm, gebürtiger „Bröhler Jung“, ehemaliger Wesselinger Karnevalsprinz, langjähriger Sitzungsleiter und Moderator, schöpft aus einem reichen Erfahrungsschatz – und aus einer tiefen Verbundenheit zur rheinisch-kölschen Kultur. Diese Nähe zum Publikum war von der ersten Minute an spürbar.
Mit Gedichten, Anekdoten und Geschichten rund um die Vorweihnachtszeit nahm er sein Publikum mit: vom Weihnachtswahnsinn der Kaufhäuser und SB-Märkte im Dauerstress, schiefgelaufene Weihnachtsfeste, fehlendes Klopapier nach dem Festessen, einem Gedicht "When the Snow Falls wunderbar" auf Englisch-Deutsch-Platt bis hin zu liebevollen Erinnerungen an „Ming Eldere“, an Tant Rösje und Weihnachten anno 1949.
Kölsche Klassiker, Satire und bekannte Lieder
Besonders für große Heiterkeit sorgten augenzwinkernde Nikolaus-Wünsche auf Kölsch – einmal aus weiblicher, einmal aus männlicher Perspektive – ebenso wie humorvolle Texte über eine kaputte Waschmaschine kurz vor Weihnachten oder die überdimensionierte Weihnachtsbeleuchtung, die ganze Kraftwerke an ihre Grenzen bringt, sowie vom selbst gebauten Christbaumständer. Außerdem fanden Klassiker ihren Platz im vielseitigen Programm: von Erich Kästner "Das Märchen vom Glück" mit dem weggewünschten Weihnachtsmann, von Loriot "Advent", "Der Kölsche Aluis im Himmel - Hosianna" nach der humoristischen Satire von Ludwig Thoma und von Fritz Schopps (et Rumpelstilzche) die "Weihnachtsgeschichte op Kölsch", von Tommy Engel "Nossbaum Schmitz" und "Schnee-Weihnachten in der Eifel" sowie von einem unbekannten Autor "Die Geschichte vom Lametta - Sauerkraut hilft in der Not".
Dazwischen gab es kölsche Lieder, die viele Gäste textsicher und aus vollem Herzen mitsangen: „In unsrem Veedel“ und „Drink doch eene met“ der Bläck Fööss, "Su still kann Weihnachten sinn" von King Size Dick, „Ich ben ’ne kölsche Jung“ von Willi Millowitsch" und zum Abschluss „Kutt joot heim“ der Bläck Fööss.
Benefiz mit spürbarer Wirkung
Wie immer galt in Mines Spatzentreff: Eintritt frei. Doch nach der Pause ging der Hut herum: Zwei Gäste, die selbst bei der Wesselinger Tafel mitarbeiten, sammelten 190 Euro für den guten Zweck. Der Ehemann der Vereinsvorsitzenden Angelika Schaefer berichtete zudem von der gerade abgeschlossenen Weihnachtskisten-Aktion: 291 Kisten mit Lebensmitteln für ein festliches Weihnachtsessen waren in der Sammelstelle in der Kreuzkirche abgegeben worden – dazu Spielzeug und Kleidung. Ein starkes Zeichen gelebter Solidarität in der Adventszeit.
„Heimatsprooch“ war mehr als nur eine Lesung mit Musik: Es waren fast drei Stunden voller Wärme, Humor und Menschlichkeit – kölsch, herzlich und wohltuend entschleunigend.
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
|
| Webseite von Anita Brandtstäter | |
| Anita Brandtstäter auf Facebook | |
| Anita Brandtstäter auf Instagram | |