La Musica Orchesterkonzert
Lasst es nicht zum Schlussakkord werden
- Das Orchester der Musikschule La Musica auf der Bühne des Europagymnasiums der Stadt Kerpen am 30. November 2025
- Foto: Torsten Rabe
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Rhein-Erft. Erster Advent. Die Aula des Europagymnasiums in Kerpen ist bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Den vielen hundert Menschen im Saal sitzen rund 150 Musikerinnen und Musiker gegenüber. Es soll ein fröhlicher und schwungvoller Konzertnachmittag werden. Das Orchester der Musikschule La Musica hat zum traditionellen Konzert geladen. Eigentlich ist dementsprechend die Stimmung gut. Doch es hängen viele dunkle Wolken im Saal und auf der Bühne. Wie ein riesiger rosa Elefant steht die Frage: Wird dieses Orchesterkonzert das Ende der Musikschule La Musica besiegeln?
Hier die Petition zum Erhalt der Musikschule unterschreiben - Jede Stimme zählt!
Großartiges Konzert trotz vieler Sorgenfalten
Die Musikerinnen und Musiker haben dem Publikum unter der Leitung von Renate Clemens und Beate Michel eindrucksvoll gezeigt, was sie im Stande sind zu leisten. Und genau diese Qualität haben die Menschen im Publikum mit viel Applaus und Jubel honoriert. Einmal mehr und auch wie in den vergangenen Jahrzehnten war das Orchesterkonzert der Beweis dafür, was gute und qualifizierte musikalische Ausbildung leistet. Und hier geht es nicht nur darum ein Instrument zu spielen. Das große Orchester, die Big Band aber auch die kleineren Ensembles der Musikschule La Musica sind Orte der Begegnung. Orte in denen Menschen alle Altersklassen aber auch aus unterschiedlichen sozialen Schichten gemeinsam Musik machen und das Miteinander lernen. So spielen im Orchester Musikerinnen und Musiker im Alter von sieben bis über 70 mit.
Neue Konzepte können die Musikschule nicht ersetzen
Die Musikschule La Musica bietet in den Städten Bergheim, Bedburg, Bergheim, Kerpen, Pulheim und Elsdorf hochqualifizierten Musikunterricht an. Das Ganze funktioniert sehr niedrigschwellig und ist bezahlbar. Insbesondere die Bläserklassen in den Schulen der Städte ermöglicht es Kindern den Zugang zur Musik, die ohne diese Möglichkeit vielleicht niemals Musik gelernt hätten. Und diese Art von Bildung ist genauso wichtig wie Mathe, Physik oder Deutsch – wenn nicht sogar wichtiger. Musikalische Bildung stärkt kognitive Fähigkeiten, Sprach- und Konzentrationsvermögen und unterstützt die emotionale Entwicklung.
Sie fördert Teamarbeit, Empathie und soziale Teilhabe – etwa durch gemeinsames Musizieren – und wirkt damit gesellschaftlicher Spaltung entgegen. Zugleich bewahrt und erneuert sie kulturelles Erbe, schafft Wertschöpfung in der Kreativwirtschaft und macht Gemeinschaften widerstandsfähiger und innovativer. Das sind nur ein paar Gründe für die Wichtigkeit von qualifizierter Musikausbildung.
Wenn die Musikschule La Musica weg ist, geht Kompetenz und Infrastruktur verloren
Die Musikschule hat sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten einen sehr guten Ruf und eine noch bessere Infrastruktur erarbeitet. Dadurch sind Projekte wie das Orchester, die Big Band oder andere Ensembles erst möglich. Und das hat viele Vorteile für die beteiligten Städte. So spielen die Bläser bei den Martinsumzügen. Die Big Band bringt Stimmung auf Stadtfeste, Karnevalsehrungen, Festakte und Gemeindefeste. Das Orchesterkonzert leitet die Adventszeit mit einem großartigen Event ein. Das alles und noch viel mehr würde sich in Luft auflösen, wenn von Seiten der Politik an dem Beschluss festgehalten würde, die Musikschule sterben zu lassen.
Noch ist es nicht zu spät – Die Politik muss Vernunft zeigen
Noch kann die Musikschule La Musica gerettet werden. Es erfordert von den zuständigen Ratsmitgliedern Vernunft in ihrer Entscheidung. Alle Fakten sprechen dafür, dass das Konzept der Musikschule und dem Zweckverband vernünftig und alternativlos ist. Wenn die Städte niedrigschwellige und qualifizierte Musikausbildung und musikalische Teilhabe sicherstellen wollen, muss die Entscheidung für die La Musica fallen. Alle anderen vorgelegten Konzepte werden genau das nicht sicherstellen. Wer sich z.B. erstmal einen Musiklehrer oder eine Musikschule suchen muss, um dann Förderanträge einreichen muss, wird voraussichtlich scheitern. Und wie schon erwähnt, werden dann Martinszüge, Stadtfeste und viele andere Veranstaltungen viel leiser und langweiliger werden. Das sollten sich alle Beteiligten bei der Entscheidungsfindung sehr bewusst machen.
LeserReporter/in:Torsten Rabe aus Kerpen |
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