Pflanzen-WG im Beet
Mischkultur und Permakultur
- Beim Naschgarten geht es vor allem um Genuss und das direkte Erlebnis. Foto: Gräfe und Unzer/Sibylle Pietrek
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Was ist der Unterschied zwischen Selbstversorgergarten und Naschgarten? „Ein Selbstversorgergarten braucht Platz, Zeit, Planung. Vor allem aber Platz, um Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren oder Äpfel in so großen Mengen anzubauen, dass die Ernte das ganze Jahr über ausreicht“, erklärt die erfolgreiche Greenfluencerin Sandra Jägers. In ihrem neuen Buch „Pflück dich glücklich!“ dreht sich alles rund um Kräuter, Gemüse und Beeren, die aus Spaß an der Freude und für kleine Erfolgserlebnisse angebaut werden. Es geht also weniger um die Unabhängigkeit vom lokalen Supermarkt, als vielmehr um die Vielfalt verschiedener Kulturpflanzen und um den Genuss einer breiten Palette von Arten und Sorten. Misserfolge sind eingeschlossen, die aber mit Leichtigkeit getragen werden können, da man nicht von der Ernte abhängig ist. Jägers Credo: Ausprobieren! „Mehr als schiefgehen kann es nicht und dann probiere ich es wieder und wieder. Es geht darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, sich mit der Natur und den Gegebenheiten zu beschäftigen.“ Wer eine Vielzahl an Arten sprießen lassen möchte, braucht entweder viel Fläche, oder ein gutes Wissen von geeigneten Pflanzpartnern, die sich auch auf kleinem Raum gemeinsam wohlfühlen und unterstützen. „In unserem Garten gibt es mit Ausnahme einiger Hochbeete und des Gewächshauses kein Beet, das nur aus einer Pflanzenart besteht“, so Jägers. „Die Mischung aus Nutzpflanzen kombiniert mit Stauden, Gehölzen oder Blumen hat sich bewährt. So kann man sich positive Eigenschaften der unterschiedlichen Pflanzen zunutze machen und das Beste aus dem Garten herausholen.“ Wesentliche Schlagwörter sind hier: Mischkultur und Permakultur.
Mischkultur und Permakultur
Der Begriff Mischkultur erklärt sich eigentlich von selbst. Hierbei werden verschiedene Arten gemischt – es ist also das Kontrastprogramm zur Monokultur, die beim industriellen Anbau von Nutzpflanzen vorherrscht. „Bei der einjährigen Mischkultur werden verschiedene Gemüsearten mit einjährigen Blumen und Kräutern kombiniert“, erklärt Jägers. „Sie ergänzen sich gegenseitig so positiv, dass ihre besonderen Eigenschaften gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten wirken und sie sich in ihrem Wachstum nicht hindern.“ Als gute Beetpartner für Gemüse nennt sie zum Beispiel Ringelblumen, Tagetes und Kapuzinerkresse.
Permakultur ist dagegen noch deutlich komplexer und hat den Anspruch, ein möglichst natürliches Ökosystem zu schaffen. Das gelingt zwar ebenfalls durch eine geschickte Kombination von Gewächsen, aber weitergehend durch die Förderung von Nützlingen und spezielle Kompostsysteme, durch die ein Kreislauf entsteht, der den Einsatz chemischer Mittel unnötig werden lassen. „In der Regel geht dieses System auch mit dem Anspruch der Selbstversorgung einher, allerdings können auch kleinere Gartenbereiche im Sinne der Permakultur betrieben werden“, erläutert Jägers.
Obst und Gemüse: Wer mit wem kann
Blattläuse lieben Erdbeeren, haben aber eine Abneigung gegen Knoblauch. Dieser duftet den kleinen gefräßigen Tieren einfach zu stark – und genau diese Aversion kann man sich laut der Greenfluencerin als Hobbygärtner*in zunutze machen und bewusst Knoblauch ins Erdbeerbeet pflanzen. Das Ergebnis: Keine Blattläuse und mehr Vielfalt und Ernte auf kleiner Fläche. Jägers: „Bei guten und schlechten Beetnachbarn geht es also darum zu verstehen, welche Pflanzen so in einem Beet miteinander kombiniert werden, dass sie sich gegenseitig positiv beeinflussen.“
Redakteur/in:RAG - Redaktion |