Nachdenkliches
ICH bin ICH, Selbstreflektion ... Kunterbunte unsortierte Gedankenbonbons
- hochgeladen von Ellen Thoms
Wen es interessiert ... ACHTUNG, gibt viel zu lesen!
In einer interessanten Unterhaltung wurde ich die Tage gefragt, WER ich bin? Mit einem etwas sparsamen Blick wegen dieser seltsamen Frage antwortete ich spaßig, was eigentlich bekannt war ... Ellen Thoms aus Brauweiler. Dem Sinn des Gespräches entsprechend war das nicht die richtige Antwort. Es ging um Selbstreflektion. Darum, sich einmal damit auseinanderzusetzen, wer man als Mensch ist. Wie man sich selbst sieht.
Gar nicht so einfach, aber eine wunderbare Aufgabe, sich einmal bewusst mit sich selbst auseinanderzusetzen und auch zu erforschen, warum man wie handelt, wie man denkt und empfindet, wie man seine eigene Welt sieht, aus welchem Blickwinkel man schaut und welche Sicht und welches Handeln man vielleicht korrigieren könnte. Und auch möchte! Wenn man es denn für wichtig und angebracht hält. Sich einmal ehrlich und bewusst selbst zu finden.
Ich finde diese Reise zu sich selbst super! Ich mag solches Bewusstmachen, und finde es auch sehr hilfreich. Und da ich zur Zeit durch mein lädiertes Bein völlig ausgebremst bin und es nur in den Abtei-Park schaffe zwecks Bewegung, habe ich Zeit, Muße und die nötige innere Ruhe, mich in dieser im Moment wunderschön frisch erblühenden kleinen Naturoase mit meinen Gedanken zu befassen.
Das Ergebnis möchte ich einfach hier einmal vorstellen und genau auseinanderfieseln, WER ich bin! Selbstreflektion. Seelenstripptease. Gar nicht so einfach. Vielleicht eine Anregung zur Nachahmung, wer sich selbst bewusst kennenlernen möchte !?? Manche Menschen entziehen sich dem komplett und möchten nicht mit sich selbst konfrontiert werden! Ein Grund, warum viele Menschen nicht gerne alleine sind, um sich nicht selbst zu begegnen.
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Ich bin kein Mensch für Oberflächlichkeiten.
Nicht für Smalltalk und nicht für Gelegentlich mal-Kontakte, wenn gerade mal nichts anderes ansteht. Ich eigne mich nicht als Lückenfüller oder Langeweile-Stopfer. Ich bin auch kein vielleicht mal irgendwann. Das ist nicht mein Ding, weil es mir zu wenig und zu desinteressiert und zu schwammig und zu unengagiert ist. Aus so was kann weder Nähe, noch Tiefe, noch Zusammengehörigkeit, noch wirkliches Interesse entstehen. Ich bin nicht der Typ für Distanz und eben mal kurz so zwischendrin. Ich habe da schon gewisse Vorstellungen und Ansprüche für MEIN Leben. Für Begegnungen, die Inhalt haben sollen, wünsche ich mir auf jeden Fall ZEIT. Mal eben so auf die Schnelle kann mal ausnahmsweise, ist aber keinerlei Basis für einen näheren Kontakt mit Tiefe. So sehe ICH das jedenfalls.
Ich habe einen Wert und eine Persönlichkeit, und ich möchte, dass beides gesehen und geschätzt wird. Dass ich gesehen, wahrgenommen werde ... so, wie ich bin.
Ich möchte meine kostbare Zeit nicht mit endlosen Erzählungen verbringen über Menschen, die nicht MEINE Freunde sind, die ich nicht kenne und auch nicht kennenlernen werde. Ihre negative Lebensgeschichte ist zwar sicherlich bedauernswert, gehört aber nicht in meinen Bereich. Es ist nicht meine Baustelle, und ich möchte mich damit nicht belasten.
Ich hasse Lügen und faule Ausreden. Da fällt bei mir sofort die Klappe. Ich möchte nicht verschaukelt werden, bloß weil jemand zu feige oder nicht in der Lage ist, mir einfach zu sagen, wie es wirklich aussieht. Mit der Wahrheit kann ich umgehen. Ich kann sie akzeptieren. Aber es bekommt mir nicht sonderlich gut, wenn mein innerer Sensor mir mit Zweifeln und Magengrummeln signalisiert, dass eine Aussage mir gegenüber faul ist. Ich bin ein Wahrheitsmensch. Ja, solche Menschen gibt es in einer verlogenen Welt voller Misstrauen noch. Ich möchte NICHT belogen werden !!! Dann ist von Null auf Hundert bei mir der Ofen aus, wenn ich dahinter komme. Eine böse Erfahrung, die manche meiner Ex-Gegenüber bereits gemacht haben. Auch nach Jahren vermeintlich dickster Freundschaft. Irrtum tut weh. Da bin ich knallhart, während ich sonst eher weich bin. Ich verzeihe viel, und ich halte lange still. Meine Engelsgeduld ist bekannt. Grenzt manchmal schon an naive Dummheit, könnte man meinen. Aber wenn es mir zu viel wird, ziehe ich die Reißleine und schütze mich selbst. Von jetzt auf gleich. Menschen sehen Gutmütigkeit meistens nicht und wissen sie schon gar nicht zu schätzen. Bedauerlich, aber ist meine Erfahrung.
Ich bin ein Mensch mit Tiefe, mit Selbstreflektion und mit kritischem Blick auf alles, was ich tue und sage. Und mit kritischem Blick auf meine Umwelt und meine Mitmenschen. Das hat mein Leben mich gelehrt und alle Schrammen und Kerben, die ich im Laufe vieler Jahre abbekommen habe. Durch Menschen, die ich sehr mochte, die einen hohen Wert für mich hatten, für die ich immer parat gestanden habe, von denen ich aber bitter enttäuscht wurde. Muss ich nicht haben. Versuche ich, in Zukunft zu vermeiden. Neue zusätzliche Narben braucht meine Seele nicht.
Ich schütze mein Leben und verzichte, so gut es eben geht, auf negatives Input, aus welcher Richtung das auch immer kommen mag.
Ich bin fröhlich, dankbar, positiv und sehr interessiert an dem Leben und Lebensweg genau des Menschen, der gerade mein Gegenüber ist.
Ich habe Macken und Lebensnarben, wie wohl jeder Mensch. Und wenn ich falle, stehe ich möglichst schnell wieder auf. Negative Konfrontationen mag ich nicht. Ich versuche, sie zu vermeiden. Bringt meistens nichts.
Ja, ich bin sehr empfindsam und empathisch. Und ja, ich bin auch sehr empfindlich. Ich habe einen Berg von Verletzungen, Demütigungen und Kränkungen in mir, den ich ganz alleine mit all meiner eigenen Kraft bearbeitet und hoffentlich auch überwunden habe. Hängen lassen, mich in Selbstmitleid vergraben, Ohren auf schlapp, gibt es für mich nicht. Entspricht nicht meinem Naturell. Lieber positiv und mit neuer Kraft und Energie in den neuen Tag oder zu einem neuen Weg starten..
Wenn mir etwas nicht gefällt, nicht oder nicht mehr zu mir passt, wenn mich etwas über Stunden und Tage negativ beschäftigt und mich nicht mehr loslässt, ziehe ich mich zurück. Wenn ich es für richtig halte und der Anlass für meinen Rückzug klar ersichtlich ist, auch kommentarlos. Ohne jegliches Gespräch. Ohne jegliche Erklärung oder Rechtfertigung. Das wars dann einfach für mich. Soll sich doch mein Gegenüber den Kopf darüber zerbrechen, warum ich diese Verbindung beendet habe. Das ist nicht MEIN Job. MEIN Job war es, über längere Zeit zu spüren und zu fühlen, dass irgendetwas nicht mehr rund läuft, nicht mehr passt und keine Zukunft mehr für mich hat. Diese Gedanken haben mich lange genug gequält und mein Empfinden belastet. Zerbrochenes Porzellan kann man zwar kitten, aber die Bruchstellen bleiben. Und aus einem zerrissenen Blatt Papier wird durch Zusammenkleben kein heiles mehr. Eine Verbindung mit Narben auf der Seele aufrecht zu erhalten, ist meistens belastet und nicht mehr unbefangen und frei. Vielleicht bisschen zwanghaft. Nicht mein Ding.
Inzwischen bin ich gerne alleine und nur mit mir selbst in Gemeinschaft. So riskiere ich zwar, irgendwann wirklich alleine dazustehen, aber lieber alleine, als ständig auf Menschen zu warten, die mir nicht gut tun, mit denen ich mich nicht gut fühle und von deren Verhalten ich enttäuscht bin. Die mir aus freien Stücken Versprechungen machen, diese aber nicht einhalten. So kann man keinen Kontakt pflegen und schon gar keine Freundschaft. So sehe ich das jedenfalls. Und dafür bin ich mir auch, ehrlich gesagt, zu schade. Ich lege null Wert auf Bekanntschaften und jahrelange Freundschaften, die mich mit Enttäuschungen füttern. Keine Basis für mich. Da ist Loslassen für MICH ehrlicher, zwar der schwierigere Weg, aber der bessere und friedvollere.
Alleine sein heißt nicht unbedingt einsam sein. Ja, manchmal bin ich vielleicht auch ein bisschen einsam. Das liegt alleine an meiner Stimmung, an meiner momentanen Verfassung, an meiner Befindlichkeit und an all den Gedanken, die mich dann plötzlich aus dem Nichts überfallen. Ein paar Tränchen kullern dann. Manchmal auch ein ganzer Fluss voll Tränen. In dem Moment muss das sein. Es fühlt sich gut an und erleichtert, entspannt und entwirrt meinen inneren Knoten. Ist völlig in Ordnung so. Kenne ich schon. Seelentief nennt man das wohl. Solche Stunden und Tage hat auch jeder mal. Dann heißt es, akzeptieren, was ist, die Momente anerkennen, sie aushalten, überdenken, nach einer Lösung suchen. Und bald schon ist das Seelentief wieder vorbei und es scheint wieder hell, das Licht am Ende des Tunnels.
In jedem Leben ist so viel passiert, Positives und auch Negatives. Das Negative brennt sich oft besonders fest ein. Und immer mal wieder wird man von Erinnerungen überrollt, die weh tun und durch die man durch muss. Das ist einfach so. Das nennt man LEBEN. Das zählt auch zu fallen und wieder aufstehen. Der Kreislauf des Lebens. Es kann nicht immer nur alles glitzern. Nicht immer nur die Sonne scheinen und wärmen. Der Himmel nicht immer nur blau strahlen. Es gibt Licht und Schatten. Hell und Dunkel. Tag und Nacht. Heiß und kalt. Und diese Gegensätzlichkeiten machen sich auch in unserem Leben breit.
Man kann kein Glück empfinden, wenn man nicht auch Enttäuschung und Traurigkeit kennt. Alles im Leben geht seinen Weg. Man braucht oft gar nichts daran zu drehen. Nur bewusst hinschauen, spüren und wahrnehmen.
Dreißig Jahre Reiseleitungen von Senioren-Reisen, ehrenamtlich, haben mich mit unzähligen unterschiedlichen älteren und alten Menschen mit großer Lebenserfahrung zusammen gebracht. Diesen Menschen eine sorglose glückliche lockere Zeit zu bereiten, hat mich mit geprägt und war mein größtes Anliegen. Ich habe Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Zuhören, Empathie und Freude geschenkt und bekam Glücklichsein und Dankbarkeit zurück. Unendliches Leid, dass die Menschen dieser Generation getragen haben, tragen mussten, hat mich für viele Lebenswege wach gerüttelt und empfindsam gemacht.
Ich sprühe meistens vor Lebensfreude, Lebenslust, Fröhlichkeit und Unternehmungslust, obwohl mich inzwischen auch einige gesundheitliche Stolpersteine etwas ausbremsen. Ich hasse ausbremsen. Und ich hasse Steine, die mir in den Weg gelegt werden und über die ich stolpern und hinfallen könnte. Wobei man aus Stolpersteinen ja auch schöne Brücken bauen kann. Kommt immer auf den Blickwinkel an.
Manchmal halte ich mich für ein bisschen kompliziert, wenn mir die klare Linie fehlt. Und öfter wird mir nachgesagt, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Stimmt. Mache ich. Wenn mich ein Problem beschäftigt, egal, ob groß oder klein, krallt es sich an mir fest, und mein Kopf rotiert. Kleinigkeiten können mich verletzen. Aber ich kann mich auch über Kleinigkeiten ganz arg doll freuen. Mein Glück liegt nicht in großen teuren Sachen, sondern in kostbaren kleinen Momenten und Begebenheiten, die man meistens mit Geld nicht kaufen kann. Und manchmal leicht übersieht. Eigentlich bin ich bescheiden. Nur in manchen wenigen Situationen erfülle ich mir schon gewisse Ansprüche. Vielleicht liegt das daran, dass ich alles habe, um ruhig und glücklich zu sein. Ich lege keinen Wert auf tolle Marken oder große Autos. Ich bin nicht der Meinung, dass es das ist, was einen Menschen ausmacht. Bescheidene, unauffällige, unprotzige Menschen liegen mir viel mehr. Ich muss mich auch nicht selbst bestätigen. Ich kenne meinen Wert, ohne ihn nach außen durch irgendwelche kostspieligen Sachwerte sichtbar betonen zu müssen. Außerdem ist vieles nach außen hin nur Schaumschlägerei, Geltungsbedürfnis und Angeberei. Mag ich nicht. Je dicker jemand auftritt, desto nötiger scheint dieser Mensch das zu haben. Einfach mal genau hinschauen.
Ich liebe meine Kinder und Enkel. Sie nehmen in meinem kleinen Herz den größten Platz ein. Ich tue alles für sie und bin immer für sie da. Und ich liebe die Natur mit all ihren Facetten, in der ich mich total verlieren kann und in der ich aufgehe. Sie schenkt mir innere Ruhe und inneren Frieden, ein riesiges Wohlfühlen und ganz doll viel Freude. Ich fotografiere mit großer Begeisterung und halte alles im Bild fest, was mich berührt und fasziniert. Und ich liebe alle meine Motive, Fotografien und Bilder, die leuchtenden Farben und ihre fröhliche Ausstrahlung. Mit meinen Bildern möchte ich in meinen Ausstellungen auch die Schönheit der Natur, ihre traumhaften Farben und Formen und ganz viel Freude vermitteln.
Ich bin Sternzeichen STIER. Und Stiere sind angeblich Genießer und lieben die Ruhe und alles Schöne. Stimmt. Trifft voll auf mich zu. Aber wenn mich jemand verletzt, kränkt, demütigt, ärgert, reizt, dann muss er auch damit rechnen, dieser entsprechende Mensch, dass der Stier in mir aufgeweckt wird, in Aktion tritt und irgendwann reagiert. Wer es darauf anlegen möchte, bitte sehr. Die Konsequenzen muss er dann selbst tragen. Weil irgendwann gibt es diese Konsequenzen. Auch, wenn es manchmal lange bei mir dauert.
Ich finde mich gut, so, wie ich bin. Ein bisschen könnte ich vielleicht noch an mir schleifen. Aber ich möchte gar kein Diamant sein und glänzen. Wer mich sucht, wird mich mit Sicherheit finden. Dafür sorgt die Bestimmung, die Fügung im Leben. Davon bin ich überzeugt. Felsenfest. Und wer mich in seinem Leben nicht haben möchte, aus welchen Gründen auch immer, mich und mein Naturell nicht wertschätzt, dann ist es eben so. Sein gutes Recht. Seine Entscheidung.
Und noch ein guter passender sinnvoller Spruch zum Abschluss, der mir immer wieder unterkommt ... Der Unterschied zwischen Zeit haben und keine Zeit haben, heißt INTERESSE. Einfach mal sacken lassen und drüber nachdenken. Und damit schließt sich mancher Kreis.
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(C)eth
LeserReporter/in:Ellen Thoms aus Pulheim |
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