Gründungsideen
30 Jahre GTC
- GTC-Geschäftsführerin Susanne Roll.
- Foto: GTC Gummersbach GmbH
Oberberg. 30 Jahre Gründer- und TechnologieCentrum Gummersbach (GTC) sind eine Erfolgsgeschichte – aber vor allem eine Geschichte von Menschen, Ideen und unternehmerischem Mut. Seit der Eröffnung 1996 haben mehr als 230 Unternehmen und Start-ups ihre Wurzeln im GTC. Viele von ihnen sind gewachsen, haben die Räumlichkeiten verlassen und sich erfolgreich am Markt etabliert. Damit ist das GTC heute nicht nur ein Ort für Unternehmensgründungen, sondern ein Stück regionaler Wirtschaftsgeschichte.
Bei der Jubiläumsfeier wurde deutlich, wie eng die Entwicklung des GTC mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Oberbergischen verbunden ist. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sowie ehemalige und aktuelle Mieter blickten gemeinsam auf drei Jahrzehnte zurück – und zugleich nach vorne.
Eine Idee, die ihrer Zeit voraus war
Die Wurzeln des GTC reichen bis ins Jahr 1993 zurück. Der damalige Wirtschaftsrat der Stadt Gummersbach entwickelte die Idee eines Gründer- und Technologiezentrums, das jungen Unternehmen den Start erleichtern sollte. Am 5. September 1996 wurde das GTC im Beisein des damaligen NRW-Wirtschaftsministers Wolfgang Clement eröffnet. Seitdem hat sich vieles verändert. Als das GTC an den Start ging, wurden Geschäftspläne noch mit Windows 95 erstellt, Suchmaschinen und künstliche Intelligenz waren noch Zukunftsmusik. Heute bestimmen Digitalisierung, neue Technologien und sich rasant verändernde Märkte den Alltag junger Unternehmen. Geblieben ist jedoch der Kern der Idee: Gründerinnen und Gründer sollen gute Bedingungen bekommen, um sich auf ihre Geschäftsidee und die Entwicklung ihres Unternehmens konzentrieren zu können.
Glückwünsche von der Landesregierung
Wie sehr das GTC über die Region hinaus als Beispiel erfolgreicher Gründungs- und Wirtschaftsförderung wahrgenommen wird, zeigte auch die Videobotschaft von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur anlässlich des Jubiläums. Da sie nicht vor Ort sein konnte, übermittelte sie ihre Glückwünsche digital. Für die Landesregierung war Ministerialdirigent Dr. Johannes Velling vor Ort, der eine Laudatio hielt. Die Beteiligung der Landesregierung unterstrich die Bedeutung, die dem GTC als Unterstützer junger Unternehmen und als Bestandteil regionaler Wirtschaftsförderung beigemessen wird.
Die Glückwünsche aus Düsseldorf reihten sich in die zahlreichen Stimmen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ein, die bei der Jubiläumsfeier die Arbeit des GTC würdigten.
Der schönste Grund für einen Auszug
Dass das Konzept funktioniert, zeigt sich manchmal gerade dann, wenn ein Unternehmen das GTC verlässt. Ministerialdirigent Dr. Johannes Velling: Das GTC sei der „einzige Vermieter, der sich über den Auszug freut“. Denn wenn ein Unternehmen die Räumlichkeiten verlässt, weil es mehr Platz benötigt, ist das kein Verlust, sondern ein Erfolg. Es zeigt, dass aus einer Gründung ein eigenständiges Unternehmen geworden ist.
Regionales Netzwerk als Erfolgsfaktor
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist die regionale Zusammenarbeit.
Was Mitte der 90er-Jahre noch eine Pionierleistung war, ist heute ein etabliertes Modell: Neben der Stadt Gummersbach sind die weiteren Kommunen des Oberbergischen Kreises sowie der Kreis selbst als Gesellschafter beteiligt.
Der stellvertretende Regierungspräsident Dr. Christian Nettersheim hob bei der Jubiläumsfeier insbesondere diesen kommunalen Schulterschluss hervor.
Mehr als 230 Gründungen
Das GTC bietet jungen Unternehmen nicht nur Räume und Infrastruktur. Kontakte, Beratung und kurze Wege gehören ebenso dazu. Damit schafft das Zentrum ein Umfeld, in dem sich Gründerinnen und Gründer auf Markteintritt, Produktentwicklung und Finanzierung konzentrieren können. Betreut werden dabei unter anderem Unternehmen aus Bereichen wie Metallverarbeitung, Kunststofftechnik, IT und Software.
Mehr als 230 Unternehmen haben diesen Weg der Gründung eingeschlagen.
Nach Angaben von Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit sind durch die geförderten Unternehmen über die vergangenen Jahrzehnte deutlich mehr als 100 Millionen Euro in Form von Steuern, Investitionen und Kaufkraft in die beteiligten Kommunen zurückgeflossen.
Zukunftsausblick
Die Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer verändern sich. Technologien entwickeln sich schneller, Geschäftsmodelle entstehen neu, digitale Werkzeuge eröffnen Möglichkeiten, die 1996 noch nicht vorstellbar waren. Gleichzeitig bleiben die grundlegenden Fragen unverändert: Ist eine Geschäftsidee tragfähig? Wie gelingt der Markteintritt? Wo findet ein junges Unternehmen die richtigen Kontakte, Räume und Unterstützung? Genau hier sieht das GTC auch seine Aufgabe für die Zukunft. Die Erfahrung aus drei Jahrzehnten soll mit Offenheit für neue Entwicklungen verbunden werden. Das Ziel bleibt, Menschen mit unternehmerischen Ideen einen guten Start zu ermöglichen und Unternehmen auf ihrem Weg zur nächsten Entwicklungsstufe zu begleiten.
Geschäftsführerin Susanne Roll, die das GTC seit 2003 leitet, richtete bei der Jubiläumsfeier ihren Dank insbesondere an die ehemaligen und aktuellen Mieter. In den Räumen des GTC stecken unzählige Geschichten von Menschen, die mit einer Vision gestartet sind und Höhen wie Tiefen des Unternehmertums erlebt haben.
Diese Geschichten sind gleichzeitig der Blick in die Zukunft: Denn auch die nächsten erfolgreichen Unternehmen werden mit einer Idee beginnen.
Kontakt
GTC Gründer- und TechnologieCentrum Gummersbach GmbH, Bunsenstraße 5, Gummersbach-Windhagen, Telefon 0 22 61/81 45 00, info@gtc-gm.de, www.gtc-gm.de
Redakteur/in:RAG - Redaktion |