Jubiläumsmatinee
100 Jahre AggerEnergie

Till Cremer (r.), Jörg Jansen (v.l.) und Jörg Bukowski bei der Staffelstabübergabe von Frank Röttger  (M.) an Dr. Andreas Esser. | Foto: Michael Kupper
  • Till Cremer (r.), Jörg Jansen (v.l.) und Jörg Bukowski bei der Staffelstabübergabe von Frank Röttger (M.) an Dr. Andreas Esser.
  • Foto: Michael Kupper

Gummersbach. Mit dem Stück „In mir klingt ein Lied“ eröffneten der Bergneustädter Pianist Stefan Heidtmann und der Jazzposaunist Philipp Hayduk die Matinee zum 100. Geburtstag der AggerEnergie im Kinocenter Seven. Zu dem AggerEnergie-Heißluftballon auf der Leinwand schilderte Geschäftsführer Jörg bukowski bei der Begrüßung der rund 200 geladenen Gäste: „Ein Ballon braucht Energie zum Aufsteigen. Dann bekommt man Weitsicht und hat dennoch festen Boden unter den Füßen – all das passt zur AggerEnergie.“

Josef Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, erinnerte an die Anfänge im Kreiselektrizitätswerk Dieringhausen: „Damit kam Licht ins Dunkel.“ Nun gehe es darum, bis 2045 klimaneutral zu werden. Diese Transformation gelinge aber nur, wenn die Stadtwerke mitziehen und das nicht über die Köpf der Bürger hinweg: „Jede Kilowattstunde grüner Strom ist ein Stück Souveränität.“

Unter dem Motto „Zukunft hat Herkunft“ blickte der scheidende Geschäftsführer Frank Röttger auf die 100-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Ab der Fusion der früheren Gasgesellschaft mit Aggerstrom zur AggerEnergie hatte er die Geschäftsführung übernommen. Röttger betonte die Bedeutung von Werbung und Sponsoring: „Kaum eine Veranstaltung in der Region läuft ohne uns.“

Röttger unterstrich die Bedeutung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur: „Zum 100. Geburtstag geht in Wiehl unser 100. Ladepunkt in der Region in Betrieb.“

KI-Experte Lobo

Der Vortrag „Von der Kohle zur KI“ des Berliner Publizisten und KI-Experten Sascha Lobo war dann die Geburtstagstorte auf der Feier. Er beschrieb, wie Künstliche Intelligenz die Welt verändern wird und was das für die Energiebranche bedeutet. Gleich zu Beginn verdeutlichte er anhand mehrerer Studien, dass die Klimaziele ohne den Einsatz von KI nicht mehr erreicht werden können. Dabei kritisierte er die Zurückhaltung bei Investitionen auf dem Digitalsektor, was Deutschland auf die hinteren Ränge im europäischen und weltweiten Vergleich hat abrutschen lassen: „Wir haben den Kraftschub durch die Digitalisierung komplett übersprungen – das darf uns bei der KI nicht auch noch passieren.“

In China sei Künstliche Intelligenz bereits ein Grundschulfach und es sei klar, dass sie bei der Einführung der neuen Technologie die bisherigen Arbeitsstrukturen ändern werden. Hilfreich sei dabei die Entwicklung einer Kultur des Ausprobierens, anstatt mit deutscher Gründlichkeit alles langfristig vorauszuplanen. Das passe nicht zu einer Zeit, in der in halbjährlichen Rhythmus neue KI-Generationen auf den Markt kommen: „Wir müssen lernen, uns voranzuscheitern.“ Gut funktioniere das mit der „3 mal A“-Methode „Analysieren, auspropieren, anpassen.“

Lobo krönte seinen Vortrag mit Videosequenzen zu der dramatischen Entwicklung bei humanoiden Roboter, die sich 2024 noch recht tapsig bewegten, 2025 bereits in der Lage waren zu rappen und 2026 in vollendeter Eleganz im Stil asiatischer Kampfkunst eine in drei Metern Höhe angebrachte Melone mit einem Fersenstoß zertrümmerten.

Neuer „Kapitän“

In einer Laudatio würdigte Till Cremer, Vorstand der Rhenag und Aufsichtsratsvorsitzender der AggerEnergie, schließlich die Arbeit von Frank Röttger, bevor dieser den Staffelstab an seinen Nachfolger Dr. Andreas Esser übergab.

Röttger bekannte, dass der Job in den vergangenen 20 Jahren nicht immer leicht gewesen sei: „Wir hatten auch schwere Zeiten, da fühlte ich mich manchmal wie ein einsamer Kapitän.“ Er dankte allen Weggefährten und dem Team der AggerEnergie, besonders aber seiner Frau Kirsten: „Sie hat mich in all den Jahren sehr unterstützt.“

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Michael Kupper aus Reichshof

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