Erzählcafé
50 Jahre Geschichten
- Links stehen von vorne nach hinten die Organisatorinnen Margret Lipus, Josephine Hoffmann (Vertretung), Roswitha Lotz und Elisabeth Fischer. Nicht auf dem Bild ist Marlene Flimm, sie gehört ebenfalls zu dem Organisationsteam.
- Foto: Kerstin Rottland/pp
Kommern (red). Im ehemaligen Pfarrheim liegen der Geruch von Kaffee und frischen Brötchen in der Luft. Der Raum ist erfüllt vom Lachen, Geschichten erzählen und gemeinsamem singen. Alles was der Seele gut tut. Seit 50 Jahren ist das Erzählcafé ein fester Treffpunkt für ältere Menschen in Kommern und Kommern-Süd. Was im November 1976 als Seniorenklub der Müttergemeinschaft begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einem beliebten Ort der Begegnung entwickelt.
Die Idee, einen solchen Treffpunkt ins Leben zu rufen, bestand schon länger. Viele ältere Menschen sollten die Möglichkeit erhalten, sich regelmäßig zu treffen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft zu erleben. Besonders am Herzen lag dieses Vorhaben dem damaligen Pastor Jakob Bister. Auch Heinz Kratz, ehemaliger Angestellter der Stadtverwaltung sagte seine Unterstützung für die Einrichtung zu.
Zum ersten Team gehörten Katharina Schmitz, Gertrud Wassong, Katharina Liebertz und Änne Bille. Sie empfingen ihre Gäste einmal im Monat im Pfarrheim und verwöhnten sie mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen.
Von Seniorenklub bis ErzählcaféSpäter übernahm Gertrud Büser gemeinsam mit einigen Helferinnen die ehrenamtliche Betreuung und führte diese Aufgabe über Jahrzehnte hinweg fort. Damit legte sie einen wichtigen Grundstein für den Fortbestand des Seniorenklubs.
Auch der Veranstaltungsort hat sich im Laufe der Jahre verändert. Bis 2008 traf sich die Gruppe im Pfarrheim des Klosters. Nach dessen Verkauf erfolgte der Umzug in den Raum neben dem Pfarrbüro. Aus dem einstigen Seniorenklub wurde das heutige Erzählcafé, das seine ursprüngliche Idee bis heute bewahrt hat: Menschen zusammenzubringen und ihnen Gelegenheit zu geben, Zeit miteinander zu verbringen.
Für die Organisation und Bewirtung sorgen seit vielen Jahren Marlene Flimm, Elisabeth Fischer, Roswitha Lotz, Margret Lipus. Wenn eine Vertretung benötigt wird, hilft Josephine Hoffmann. Mit viel ehrenamtlichem Engagement bereiten sie die Treffen vor und freuen sich darauf, die Besucherinnen und Besucher regelmäßig willkommen zu heißen.
Frühstück, Lieder
und gute GesprächeJeden zweiten Mittwoch im Monat ab 9.30 Uhr öffnet das Erzählcafé seine Türen im Raum neben dem Pfarrbüro. Bei einem leckeren Frühstück können die Seniorinnen und Senioren miteinander plaudern und alte Bekanntschaften pflegen oder neue Kontakte knüpfen.
Nach einem halben Jahrhundert ist das Erzählcafé damit ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig ehrenamtliches Engagement und regelmäßige Begegnungen für das Zusammenleben vor Ort sind. Momentan ist das Erzählcafé sogar so gefragt, dass es eine Warteliste für neue Mitglieder gibt. Die lange Geschichte und Nachfrage zeigen, dass die Idee von 1976 bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.
Redakteur/in:Ulf-Stefan Dahmen |