Nach über 60 Jahren
Theresia und Karl-Heinz Schlechtriem beenden ihre Chorarbeit
- Das Foto entstand beim 80. Geburtstag von Karl-Heinz Schlechtriem im Juli 2017. Es zeigt ihn (l.) und seine Ehefrau Theresia mit Karl Rüdiger, den Vorgänger des Chorleiter-Ehepaares. Foto: Gabi Knops-Feiler
- hochgeladen von Angelika Koenig
Leverkusen (gkf). Mit einem letzten gemeinsamen Konzert endet eine außergewöhnliche musikalische Ära. Karl-Heinz (89) und seine Ehefrau Theresia Schlechtriem (85) verabschieden sich gemeinsam mit dem „Singkreis Leverkusen“ und dem „Coro Belcanto“ von ihrem Publikum. Unter dem Titel „Klingende Impressionen von ehemals bis jetzt“ präsentieren sie am Sonntag, 21. Juni, um 15 Uhr in der Evangelischen Friedenskirche Schlebusch noch einmal einen Querschnitt ihres musikalischen Schaffens. Danach wird der Singkreis Leverkusen die Auflösung des Vereins einleiten, auch der Coro Belcanto beendet seine Probenarbeit.
Für Theresia Schlechtriem bedeutet das Abschiedskonzert eine besondere Herausforderung. Aufgrund eines Augenleidens kann sie nur noch eingeschränkt sehen. Dennoch wird sie mehrere Werke dirigieren. „Ich kann alles auswendig“, berichtet sie. Sowohl die Musik als auch die Texte habe sie vollständig verinnerlicht.
„Wir wollten aufhören, solange wir und die Chöre noch ein gutes Bild abgeben“, begründete Karl-Heinz Schlechtriem. Zwar seien beide gesundheitlich noch vergleichsweise fit, doch das hohe Durchschnittsalter der Mitglieder habe die Zukunftsplanung zunehmend beeinflusst. Der Singkreis zählt derzeit 37 Sänger mit einem Durchschnittsalter von 74 Jahren. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Chorleitung gefragt, ob man sich um eine Nachfolge bemühen solle. Die Antwort fiel eindeutig aus. Die Mehrheit wollte sich nicht umstellen.
Die Geschichte der Schlechtriems und ihrer Chöre reicht zurück bis ins Jahr 1963. Über Jahrzehnte hinweg prägten sie das Leverkusener Musikleben. Die Eheleute wechselten sich beim Dirigat und am Klavier ab. Als Vorsitzende übernahm Theresia Schlechtriem insgesamt 55 Jahre die organisatorische Verantwortung, organisierte Konzerte und unzählige musikalische Projekte. Chorreisen führten unter anderem nach Kanada, Finnland und Russland. Viele Freundschaften bestehen bis heute.
Besonders bewegt sind Schlechtriems von den Reaktionen ehemaliger Chormitglieder. Zahlreiche Sängerinnen und Sänger, die vor Jahrzehnten unter ihrer Leitung aktiv waren, haben ihr Kommen zum Abschiedskonzert bereits angekündigt.
Ganz ohne Beschäftigung wird auch der Ruhestand nicht verlaufen. Reisen nach Österreich und Südtirol, regelmäßiges Schwimmen und tägliche Gesellschaftsspiele gehören weiterhin zum Alltag des Ehepaars. Der Abschied falle dennoch schwer, räumten beide ein. Zu viele Jahre seien sie mit Leidenschaft und Herzblut für die Gruppen tätig gewesen. Mit dem letzten Konzert endet deshalb nicht nur die Geschichte zweier Chöre, sondern auch ein bedeutendes Kapitel der örtlichen Chorgeschichte.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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