Jubiläumsjahr unterstreicht wachsenden Bedarf
Mehr Hilfesuchende beim Frauennotruf

Anke Feller, Sabine Rusch-Witthohn, Andrea Frewer und Klaudia Krack (v.r.) wollen die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt noch bekannter machen und ihr Ziel möglichst durch die Teilnahme am EVL-Halbmarathon erreichen. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • Anke Feller, Sabine Rusch-Witthohn, Andrea Frewer und Klaudia Krack (v.r.) wollen die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt noch bekannter machen und ihr Ziel möglichst durch die Teilnahme am EVL-Halbmarathon erreichen. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • hochgeladen von Angelika Koenig

Leverkusen (gkf). Die Nachfrage nach Unterstützung bei sexualisierter Gewalt steigt immer noch. Rund 30 Prozent mehr Beratungskontakte verzeichnete der Frauennotruf zuletzt im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung prägt die Bilanz der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert und zugleich auf Fortschritte sowie große Herausforderungen blickt.
Für die Einrichtung ist die Zunahme ein zweischneidiges Signal. „Einerseits zeigt die steigende Inanspruchnahme, dass unser Angebot bekannter wird und Hemmschwellen sinken“, sagt Leiterin Andrea Frewer, „andererseits verdeutlicht sie, wie hoch der Bedarf an Unterstützung nach wie vor ist.“ Auch im gesellschaftlichen Kontext habe sich einiges verändert. Themen rund um sexualisierte Gewalt seien stärker im öffentlichen Diskurs angekommen, feministische Perspektiven würden vermehrt wahrgenommen und Hilfesysteme seien besser miteinander vernetzt. Dennoch betonen Frewer sowie die Vorstandsfrauen Sabine Rusch-Witthohn und Klaudia Krack, dass weiterer Handlungsbedarf bestehe – insbesondere in den Bereichen Prävention, Aufklärung und strukturelle Verbesserungen. Krack, Rechtsanwältin für Familienrecht, bietet zudem kostenfreie Beratungen an.
Inhaltlich wurden wichtige Schwerpunkte weiterentwickelt. So wurde die Präventionsarbeit im öffentlichen Raum ausgebaut. Auch das Themenfeld digitale Gewalt gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird seit dem vergangenen Jahr zusätzlich städtisch gefördert.
Mit Blick auf kommende Veränderungen ist die Beratungsstelle gut vorbereitet. Das vom Bundestag beschlossene Gewalthilfegesetz, das ab 2032 einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung vorsieht, wird das bestehende Hilfesystem grundlegend verändern, ist das Team überzeugt.
Den 40. Geburtstag nutzt der Frauennotruf, um seine Arbeit stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Am 3. September lädt die Beratungsstelle an der Damaschke Straße in Küppersteg zum Tag der offenen Tür unter dem Motto „Mit Herz, Mut und Haltung“ ein. Ziel ist es, Einblicke zu geben und ein klares Zeichen zu setzen: Hinschauen und unterstützen bleibt unverzichtbar. Bereits am 14. Juni beteiligt sich die Einrichtung am EVL-Halbmarathon, um gemeinsam mit vielen Teilnehmenden ein sichtbares Zeichen gegen sexualisierte Gewalt zu setzen. Schirmfrau Anke Feller ruft zur Teilnahme auf. Anmeldungen sind noch bis zum 30. April möglich. Weitere Informationen unter Telefon 0214/ 2061598 sowie www.frauennotruf-lev.de

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RAG - Redaktion

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