#HeimatSommer
Im kleinsten Museum
- Die Ära von Bier, Tabak und Zündhölzern ging als „Hitdorfer Dreiklang" in die Ortsgeschichte ein. Bernd Bilitzki weist auf die Skulptur vor dem Eingang des Heimatmuseums hin. Foto: Gabi Knops-Feiler
- hochgeladen von Angelika Koenig
(gkf). Direkt am Hitdorfer Rheinufer lädt das Heimatmuseum „Türmchen am Werth“ zu einer Reise durch die Vergangenheit des Stadtteils ein. Unter dem Motto „Neues entdecken – Erlebtes bewahren“ zeigt das wohl kleinste Museum der Stadt mehr als acht Jahrhunderte aus der Ortsgeschichte auf.
Schon das Gebäude selbst ist ein Stück Geschichte. Das markante Türmchen diente ursprünglich als Transformatorenstation, bevor es nach der Stilllegung von Mitgliedern des Heimatvereins um den Vorsitzenden Bernd Bilitzki mit viel ehrenamtlichem Einsatz saniert und in ein Museum umgewandelt wurde. Im Laufe der Zeit hat der Heimatverein eine beeindruckende Sammlung zusammengetragen. Mehr als 20.000 Bild-, Text- und Zeitdokumente sowie zahlreiche Exponate, Fotografien und historische Gegenstände zeichnen die Entwicklung Hitdorfs nach – von der ersten urkundlichen Erwähnung als „Huttorp“ im Jahr 1151 über die Zeit als eigenständige Stadt und spätere Zugehörigkeit zu Monheim bis zur Eingemeindung nach Leverkusen.
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die wirtschaftliche Vergangenheit des Rheinortes. Holzhandel, Tabakverarbeitung, Zündholzproduktion und Brauereien machten Hitdorf über viele Jahrzehnte zu einem bedeutenden Industriestandort. Vor allem das „Hitdorfer Pils“, mehrere Zigarrenfabriken und die traditionsreiche Streichholzherstellung prägten das Leben vieler Familien. Daran erinnert auch die Brunnenanlage vor dem Museum. Die von Künstlerin Bärbel Kolberg geschaffenen Figuren stehen symbolisch für den „Hitdorfer Dreiklang“ aus Bier, Tabak und Streichhölzern und gehören seit 2007 zu den Wahrzeichen des Dorfes.
Im Inneren entdecken Besucher auf zwei Etagen zahlreiche Ausstellungsstücke zur Ortsgeschichte. Besonders sehenswert ist die Dauerausstellung zur Schifffahrt auf dem Rhein. Rund 20 detailgetreu gefertigte Schiffsmodelle verdeutlichen die große Bedeutung des Flusses für Handel und Verkehr. Viele Exponate stammen vom ehemaligen Fährführer Alfons Fischer und erinnern an die enge Verbindung Hitdorfs zum Rhein.
Noch bis Jahresende ist die Sonderausstellung „33 Jahre KG Hetdörper Mädche un Junge vun ’93“ zu sehen.
Heimatmuseum „Türmchen am Werth“
Am Werth 1, in Hitdorf
Geöffnet sonntags von 14.30 bis 17 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Telefon 02173/ 42606
Redakteur/in:RAG - Redaktion |