Etwas gegen Kinderarmut tun
Gemeinsam essen, lernen, wachsen

Kochen, lernen, gemeinsam essen: Kinder und Betreuer des Jugendhauses „Schöne Aussicht“ in Lützenkirchen bereiten eine nahrhafte Mahlzeit zu und stärken dabei Gemeinschaft und Selbstständigkeit. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • Kochen, lernen, gemeinsam essen: Kinder und Betreuer des Jugendhauses „Schöne Aussicht“ in Lützenkirchen bereiten eine nahrhafte Mahlzeit zu und stärken dabei Gemeinschaft und Selbstständigkeit. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • hochgeladen von Angelika Koenig

Leverkusen (gkf). Ein gedeckter Tisch bedeutet für viele Kinder weit mehr als nur eine Mahlzeit. Er bedeutet Gemeinschaft, Austausch und ein Stück Normalität. Genau hier setzt das Projekt „Gemeinsam gut essen – Armut bekämpfen, Chancen stärken“ der fünf städtischen Jugendhäuser in Leverkusen an. Unterstützt wird die Initiative vom Rotary Club Leverkusen mit einer Spende von 8.000 Euro.
Nach Angaben der Stadt ist jedes fünfte Kind in Leverkusen von Armut betroffen. Aber im Jugendhaus „Schöne Aussicht“ in Lützenkirchen wird gekocht, probiert und gemeinsam gegessen. Die Kinder lernen dort, wie aus frischen Zutaten einfache Gerichte entstehen, wo Lebensmittel herkommen und warum ein bewusster Umgang damit wichtig ist. Gleichzeitig entwickeln sie Fähigkeiten, die weit über das Kochen hinausgehen: Sie planen, helfen einander und übernehmen Verantwortung. „Viele Kinder erleben bei uns zum ersten Mal, dass eine gemeinsame Mahlzeit zum Alltag gehören kann“, berichtet Stefan Münch, Leiter des Jugend- und Bürgerhauses „Schöne Aussicht“. Gerade in Zeiten steigender Belastungen für Familien seien solche Angebote besonders wichtig. Denn eine ausgewogene Ernährung sei für manche Kinder keine Selbstverständlichkeit.
Damit das Projekt künftig weiterwachsen kann, sind Unterstützer aus der Region nötig. Gesucht werden Supermärkte und Lebensmittelhändler, die überschüssige, aber noch einwandfreie Waren regelmäßig zur Verfügung stellen. Bereits jetzt helfen unter anderem Foodsharing Leverkusen, das Netzwerk Kinderarmut und die Gesamtschule Schlebusch mit Spenden. Doch der Bedarf ist groß.
Auch der Rotary Club Leverkusen möchte mit seiner Unterstützung langfristig etwas bewegen. Präsident Guido Zaß betont, es sei dem Club wichtig, nachhaltige Projekte zu fördern, deren Wirkung unmittelbar sichtbar werde. Vor allem solche, bei denen die Hilfe direkt bei den Kindern ankommt. Deshalb wird die Spende unter den fünf städtischen Jugendhäusern aufgeteilt.
Doch den Verantwortlichen geht es nicht nur um Nahrung. „Wir wollen Kindern Chancen eröffnen und sie in ihrer Entwicklung stärken“, sagt Aylin Doğan, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend. Angebote wie diese schaffen Begegnungen und geben Kindern wichtige Erfahrungen für ihren Alltag.

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RAG - Redaktion

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