Frühling mit dem Akkordeon-Orchester Hürth-Gleuel
Gut 100 Zuschauende feierten im Kulturgasthaus Op d'r Eck
- Das 1. Akkordeon-Orchester Hürth-Gleuel unter Leitung von Pavel Schickmann passte nur gerade so auf die Bühne des Kulturgasthauses Op d:r Eck in Hürth-Stotzheim.
- Foto: Anita Brandtstäter
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Hürth-Stotzheim. Das 1. Akkordeon-Orchester Hürth-Gleuel lud das erste Mal am Samstag zum Frühjahrskonzert ein ins Kulturgasthaus Op d’r Eck. Dem Motto entsprechend hatten die Mitglieder sich alle mit bunten Oberteilen gekleidet. Gut 100 Zuschauende erlebten einen ebenso abwechslungsreichen wie unterhaltsamen Konzertnachmittag: beschwingte Rhythmen trafen auf kölsche Töne und internationale Klassiker - und das Publikum im kleinen Saal war ganz nah am Geschehen und konnte sogar begeistert mitmachen.
Der musikalische Leiter Pavel Schickmann probte einige Sing-Einsätze mit den Gästen, bevor es dann an die Aufführung ging. Das italienische Volkslied „Bella Ciao“ erklang in einer mitreißenden Party-Version. Und auf die Einsätze des Dirigenten kam aus dem Publikum der Chor "Ciao Ciao Ciao". Auch der Schlagerklassiker „Eviva España“ sorgte für ausgelassene Stimmung - viele Besucherinnen und Besucher brauchten eigentlich gar nicht die "Nachhilfestunde" zum schwierigen Text: "Eviva España", sie sangen teilweise den ganzen Refrain auf Deutsch mit.
Auch das weitere Programm spiegelte eine große Bandbreite der unterhaltenden Akkordeon-Orchesterliteratur wider. Von südamerikanischen Klängen wie der „Samba Negra“ (Ernst-Thilo Kalke) und die Fantasie „Fiesta Mexicana“ (Tillo Schlunck) über das stimmungsvolle „Bellavista“ (Erich Carl Frohloff) bis hin zu „Black Orpheus“ aus dem gleichnamigen Filmklassiker von 1959 spannte sich der musikalische Bogen weit über Kontinente und Stile hinweg. Auch Freunde klassischer Unterhaltungsmusik kamen auf ihre Kosten: Mit „Ungarisch“ von Jo Knümann, einem mitreißenden Medley aus „My Fair Lady“ sowie „Misteriosa Venezia“ von Rondo Veneziano entführte das Orchester sein Publikum in unterschiedliche musikalische Welten. Evergreens wie „Biscaya“ und „Morgens um sieben“ aus dem Repertoire des James Last Orchesters sorgten ebenso für Wiedererkennungsfreude wie Leonard Cohens berührendes „Hallelujah“.
Freunde der volkstümlichen Musik konnten bei den bekannten Oberkrainer-Titeln „Auf der Autobahn“ und „Trompeten-Echo“ mitklatschen. Und zum Finale durfte auch die kölsche Note nicht fehlen: Mit Medleys wie „Kölner Schatz“ und „5. Jahreszeit“ sowie der als „Du bes die Stadt“ bekannten Dudelsack-Hymne „Highland Cathedral“ als letzte Zugabe setzte das Orchester zum Schluss einen emotionalen regionalen Akzent - auch hier wurde mitgesummt und mitgesungen. Und dafür gab es dann Standing Ovations.
Ohne Pause folgte ein Highlight auf das andere - danach wurde nämlich im selben Raum ein Public Viweing des Eurovision Song Contest veranstaltet, denn die für Deutschland mit dem Song "Fire" startende Sarah Engels stammt aus Hürth. Der historische Saal "Rommerskirchen" ist seit den 1930er Jahren ein zentraler Treffpunkt für Kultur und Gemeinschaft: er wird heute erfolgreich ehrenamtlich wiederbelebt. Das Orchester präsentierte sich an diesem Nachmittag gut gelaunt und sehr spielfreudig. Ausgewogen besetzt mit je drei Akkordeonisten in den drei Melodiestimmen - 1., 2. und 3. Stimme - und dahinter mit vier Akkordeonisten in der 4. Begleitstimme, zwei Keyboard-Bässen sowie dem Schlagzeuger kamen die schönen Arrangements gut 'rüber. Insgesamt knapp zwei Stunden beste Unterhaltung für ein begeisterungsfähiges Publikum.
Vorsitzende Karoline Vogler konnte zum Abschluss allen danken, die zum Gelingen beigetragen haben, zunächst dem Publikum, das das Experiment mitgemacht hat - das Orchester hatte vorher noch nie in einem so kleinen Saal gespielt -, und dann allen voran dem Dirigenten. Außerdem der Moderatorin Sonja Standop, die nicht nur interessante Fakten zu den Werken recherchiert hatte, sondern diese auch schauspielerisch gekonnt präsentierte - mit passenden Accessoires wie z.B. eine Stola des Blumenmädchens Eliza oder ein Bademantel vor "Morgens um sieben" oder der Motto-Schal für die kölschen Lieder. Als Schlagzeuger unterstützte wieder gekonnt Klaus Rutha von der Musikschule Frechen.
Das jährliche Herbstkonzert in der Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums ist in diesem Jahr am 12. Dezember um 17 Uhr – es ist längst zu einem Fixpunkt im Hürther Kulturkalender geworden. Aufgrund des späten Termins in diesem Jahr wird es sicher schon etwas weihnachtlich...
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
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