Recycling-Aktion in Grefrath
Neues Leben für alte Stifte

Schulleiterin Dagmar Falcke und die Grefrather Schulmaskottchen ‚Grefi‘ und ‚Rathi‘ freuen sich auf viele alte Kugelschreiber, Textmarker und Buntstifte.  | Foto: Lars Kindermann
  • Schulleiterin Dagmar Falcke und die Grefrather Schulmaskottchen ‚Grefi‘ und ‚Rathi‘ freuen sich auf viele alte Kugelschreiber, Textmarker und Buntstifte.
  • Foto: Lars Kindermann

Ganz nach der alten deutschen Lebensweisheit „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, werden den Grundschülern der GGS Grefrath wichtige Themen wie „Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ schon früh näher gebracht. Seit einigen Monaten sammelt die Schule alte Kugelschreiber und Filzstifte, damit diese als Parkbänke und Mülltüten wiederverwendet werden können.

Frechen-Grefrath. ‚Grefi‘ und ‚Rathi‘ genießen ihr Bad in alten Kugelschreibern, Textmarkern und Filzstiften. Die Schulmaskottchen der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Grefrath, zwei echte FRECH-Dachse, haben es sich in einer Kiste im Eingangsbereich der Schule gemütlich gemacht. Darin sammeln Schüler und ihre Eltern sowie Lehrer und OGS-Mitarbeiter alte Stifte für ein Recyclingprogramm.

Es ist eine von zahlreichen Sammelprojekten der Schule: So werden alte Brillen zur Wiederverwendung in wirtschaftlich armen Region der Welt gesammelt und auch alte Handys und Smartphones werden angenommen, um enthaltene Rohstoffe wie Gold oder Coltan wiederzuverwerten.

Laut aktuellen Schätzungen liegen in deutschen Schubladen etwa 210 Millionen ungenutzte, alte Mobiltelefone. Die darin enthaltenen Rohstoffe sollen ausreichen, um damit zehn Jahre lang neue Smartphones herzustellen. Die weitere Ausbeutung zentralafrikanischer Staaten könnte so reduziert werden.

Zudem beteiligt sich die GGS schon seit vielen Jahren an der Aktion „Briefmarken für Bethel“. Schließlich gelten die Postwertzeichen als „wertvollstes Altpapier der Welt“. Keine Briefmarke in den Papierkorb – ist die Philosophie der Briefmarkenstelle Bethel, die alle Arten von Briefmarken annimmt: deutsche und ausländische, gestempelte und ungestempelte. Meist werden die bunten Postwertzeichen zu Hause oder im Büro aus der täglichen Post ausgeschnitten. Zu beachten ist, dass um jede Marke ein Rand von einem Zentimeter bleibt, damit die empfindliche Zähnung nicht beschädigt wird.

Die Briefmarkenstelle in Bielefeld schafft mit dem Erlös von verkauften Marken Arbeits- und Beschäftigungsplätze für behinderte Menschen und bietet durch die diakonische Arbeit den Betroffenen zusätzliche Unterstützung.

Recht neu und daher noch nicht ganz so bekannt in Grefrath und Umgebung ist die Stifte-Sammelaktion. „Bei uns können alte Kugelschreiber, Tintenroller, Füller, Drehbleistifte, Gelstifte, Textmarker, Filzstifte und Korrekturmittel abgegeben werden. Wir sammeln diese und schicken sie zum Recycling weiter. Dafür erhalten wir als Sammelstelle Punkte, die wir in eine Geldspende für die Schule eintauschen können“, erklärt Schulleiterin Dagmar Falcke.

Sie hat sich intensiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Recycling beschäftigt und ist sich auch dessen bewusst, dass große Unternehmen medienwirksame Sammelaktionen gerne für ein sogenanntes „Greenwashing“, den Versuch, dem eigenen Unternehmen, ohne wirkliche Grundlage, in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, nutzen.

Ebenso wurden bereits hippe „Start-Ups“ die vordergründig nur die Rettung der Natur im Blick haben und in Wirklichkeit rein auf Profit aus sind, von investigativen Journalisten entlarvt.

Doch auch auf die Gefahr hin, dass eine Organisation oder ein Unternehmen eine ihrer Sammelaktionen zum Aufpolieren des eigenen Images nutzt, sieht die Schulleiterin keine Alternative zu Nachhaltigkeit und Mülltrennung. „Gerade einmal sieben Prozent unseres Gelben Mülls wird tatsächlich wiederverwertet, weil die Kunststoffe nur mit hohem Kostenaufwand voneinander getrennt werden können“, erklärt sie.

Die gesammelten Stifte werden nach der Abholung nach Polymertyp getrennt und gereinigt. Das Material wird dann zu Kunststoffgranulat extrudiert. Dieses kann für eine Reihe von geformten starren Kunststoffprodukten wie Parkbänke oder als Kunststofffilm für Produkte wie Müllsäcke verwendet werden. Es findet also ein sogenanntes „Downcycling“, eine Wiederverwertung bei der die verwendeten Materialen an Qualität verlieren, statt.

Unternehmen, Behörden und Privatpersonen sind aufgerufen, ihre alten Stifte nicht einfach in den Müll zu werfen, sondern zu sammeln und zur GGS Grefrath, Beethovenstraße 1, zu bringen. Auch Geschäfte und Organisationen die sich als Mini-Annahmestelle für die Sammelaktion anbieten wollen, können sich gerne mit der GGS Grefrath unter 0 22 34 – 3 81 55 telefonisch in Verbindung setzen. Gewonnen werden konnte bereits die Evangelische Kirche Frechen, wo seit einigen Wochen Stifte in einen kleinen Karton im Eingangsbereich entsorgt werden können.

Weitere Infos zur Sammelaktion auf: www.grundschule-grefrath.de/lernen-schulleben/recycling1

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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