Oktoberfest und Martinszüge
Große Aufregung im Netz
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Im Internet jagt aktuell ein Frechener Aufreger-Thema das nächste. Trotz unzureichender Faktenlage werden Anschuldigungen und Mutmaßungen geteilt, online diskutiert, medial begleitet und politisch aufgearbeitet.
Frechen (lk). Zunächst sorgte die Absage eines Oktoberfestes in Frechen-Bachem für Unruhe. Bei einer Überprüfung vor Ort stellten Bauaufsicht und Ordnungsamt fest, dass ein aufgestelltes Festzelt nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprach. Das Fest wurde vom Veranstalter abgesagt.
Der Druck durch die anschließenden Anfeindungen im Netz sowie das Aufgreifen des Sachverhalts durch Politik und Medien führten sogar zu einer Presseerklärung der Stadt, in der diese sich für die „Verpflichtung zur Einhaltung der geltenden rechtlichen und sicherheitsrelevanten Anforderungen“ entschuldigte.
Nur wenige Tage später wurde ein Schreiben der Stadtverwaltung an Schulen und Kindertagesstätten zu den angepassten Sicherheitsvorgaben für die anstehenden Martinszüge zum Aufreger-Thema: Die Stadt hatte die Veranstalter darüber informiert, wie die Martinszüge unter den aktuellen Rahmenbedingungen sicher durchgeführt werden können. „Hintergrund sind veränderte organisatorische Voraussetzungen bei der polizeilichen Begleitung der Umzüge. Deshalb wurden einzelne Sicherheitsanforderungen angepasst. Andere Maßnahmen bleiben weiterhin erforderlich“, erklärt die Stadtverwaltung.
Da die Verantwortung für die Organisation und sichere Durchführung eines Martinszuges grundsätzlich beim jeweiligen Veranstalter liege, müsse dieser ausreichend Ordner zur Absicherung des Zuges einsetzen. Die angepasste Sicherheitseinschätzung mit den neuen Auflagen kam für viele Veranstalter zu kurzfristig. Sie sagten ihren geplanten Martinszug daher ab.
Daraus wurde im Internet die Behauptung, dass Stadt und Bürgermeister Martinszüge untersagen oder absagen wollten.
So sorgte die Ordner-Zuteilung im Netz für seltsame Stilblüten: Aus „ein Ordner pro 50 Teilnehmer“ wurde „ein Ordner pro 50 Zuschauer“ und schließlich „ein Ordner alle 50 Meter Zugweg“.
Und wieder musste sich die Stadt für die Einhaltung geltenden Rechts schriftlich erklären: „Unser Ziel ist es ausdrücklich nicht, Martinszüge zu verhindern. Im Gegenteil: Wir möchten gemeinsam mit den Veranstaltern dafür sorgen, dass diese wichtige Tradition auch in Zukunft sicher und verlässlich stattfinden kann“, so die Stadt.
In Zukunft möchte man sich aber besser mit den Veranstaltern absprechen, um Missverständnisse zu verhindern.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |