Kreishaushalt 2022
Nachhaltigkeitsziele rücken in den Fokus

Zentrales Thema der aktuellen Kreistagssitzung war der Haushalt 2022, der mit großer Mehrheit beschlossen wurde.
  • Zentrales Thema der aktuellen Kreistagssitzung war der Haushalt 2022, der mit großer Mehrheit beschlossen wurde.
  • Foto: W. Andres / Kreisverwaltung

Im Mittelpunkt der vergangenen Kreistagssitzung stand die Verabschiedung des Kreishaushalts. Dabei hat der Kreistag dem Haushalt 2022 mit großer Mehrheit zugestimmt. Die geplanten Aufwendungen belaufen sich auf 436,8 Millionen Euro, denen Erträge von 421,8 Millionen Euro gegenüberstehen.

Kreis Euskirchen (red). Trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch steigende Aufwendungen für den Sozial- und Jugendbereich erhöht sich die Kreisumlage für das Jahr 2022 eher moderat. Im Vergleich zum Vorjahr beziffert sich die Belastung für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden insgesamt auf 6,5 Millionen Euro, im Haushaltsentwurf belief sich die Mehrbelastung noch auf 11,2 Millionen Euro. „Wir tun alles, um nach Entlastungsmöglichkeiten zu suchen, den Kreis aber dennoch zukunftsfähig und nachhaltig aufzustellen“, so Landrat Markus Ramers.

Erstmalig werden Nachhaltigkeitsziele im Kreishaushalt verankert – als drittes Leitziel neben einer möglichst geringen Kreisumlage und der Generationengerechtigkeit. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in den im Haushalt eingeplanten Mitteln für Bevölkerungsschutz, Strukturwandelfonds, Projekte im Bereich Klimawandel und Kreisentwicklung sowie Digitalisierung im Schul- und Verwaltungsbereich wider. Und auch bei den Aufwendungen im Kinder- und Jugendbereich sieht Landrat Ramers eine Investition in die Zukunft des Kreises.

So lässt der positive Jahresabschluss 2020 statt der zunächst vorgesehenen acht Millionen Euro nunmehr eine Entnahme von 15 Millionen Euro aus der Ausgleichsrücklage zu. „Damit setzt der Kreis seine gemeindefreundliche Strategie fort“, erläutert Landrat Markus Ramers die Verbesserungen.

Am Mittwoch hat der Kreistag dem Haushalt 2022 mit einem Gesamtvolumen von 436,8 Millionen Euro mehrheitlich zugestimmt – bei eingeplanten Erträgen von 421,8 Millionen Euro. Daraus resultiert im Vergleich zum Vorjahreshaushalt eine um 0,98 Prozentpunkte niedrigere allgemeine Kreisumlage von 29,16 Prozent oder 87,9 Millionen Euro. Größter Posten der Aufwandsseite stellt hier wie in den Vorjahren der Sozialbereich dar, der mehr als Zweidrittel aller Aufwendungen umfasst. Steigerungen sind sowohl bei der Jugendamts- wie auch bei der ÖPNV-Umlage zu verzeichnen.

Wiederaufbauplan

Der vom Kreistag beschlossene Wiederaufbauplan enthält Gesamtausgaben von rund 220 Millionen Euro, die sich auf mehrere Haushaltsjahre verteilen. Die größten Positionen stellen mit 208 Millionen Euro die Berufskollegs und Förderschulen des Kreises sowie mit 5,9 Millionen Euro Containerlösungen zur vorübergehenden Bereitstellung von Räumlichkeiten für zerstörte Kindertagesstätten dar. Der Kreis geht davon aus, dass die Kosten für den Wiederaufbau aus der Hochwasserkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 durch Mittel des Wiederaufbaufonds gedeckt werden.

Schulsozialarbeit

Der Kreistag investiert deutlich in eine verbesserte Schulsozialarbeit. Dafür werden ab dem kommenden Schuljahr 7,25 zusätzliche neue Stellen geschaffen. „Egal ob Hausaufgabensorgen, Mobbing in der Schule, Geschwisterstreit oder aktuell der Krieg in der Ukraine - Kinder benötigen in vertraulicher Atmosphäre kompetente Ansprechpartner“, so Landrat Ramers. „Soziales Training, gewaltfreie Kommunikation oder das Erlernen von Medienkompetenz sind nur in einem starken Netzwerk möglich. Dabei bilden die Schulsozialarbeiter vor Ort eine wichtige Schnittstelle zur präventiven Stärkung von Kindern und Familien.“ Mit den zusätzlichen Stellen sei man zukünftig fast flächendeckend an allen öffentlichen Schulen im Kreis mit der Schulsozialarbeit vertreten und NRW-weit in der Spitzengruppe.

Redakteur:

Holger Slomian aus Hürth

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