Strategien gegen Niedrigwasser
Städte handeln gemeinsam
- Der Rheinpegel in diesem Sommer hat unter anderem die Schiffahrt massiv eingeschränkt.
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Bonn (red). Die historisch niedrigen Wasserstände des Rheins beschäftigen die Städte Bonn, Köln und Leverkusen zunehmend. Die Kommunen wollen deshalb ihre Zusammenarbeit bei Anpassungsmaßnahmen intensivieren und gemeinsam auf die Folgen wiederkehrender Niedrigwasserphasen reagieren. Darauf haben die drei Städte in einer gemeinsamen Mitteilung hingewiesen.
Das schnelle Absinken des Rheinpegels wirkt sich bereits auf die Binnenschifffahrt aus. Frachtschiffe können wegen der niedrigen Wasserstände nur noch einen Teil ihrer üblichen Ladung transportieren. Nach Angaben der Städte führt dies zu steigenden Transportkosten, Belastungen für die Wirtschaft und Risiken für Lieferketten. Zudem kam es vereinzelt zu Einschränkungen im Fährbetrieb.
Für die drei Kommunen ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung, weil der Rhein zu den wichtigsten europäischen Binnenwasserstraßen zählt. Ein verlässlicher Schiffsverkehr auch bei Niedrigwasser sei deshalb von zentraler Bedeutung für eine langfristig stabile und klimafreundliche Güterversorgung der Region.
Für Bonn steht dabei insbesondere die Verbindung von Klimaschutz und Klimaanpassung im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Guido Déus verweist auf die Auswirkungen extremer Temperaturen und sinkender Pegelstände. Das Niedrigwasser im Sommer und veränderte Niederschlagsmuster im Winter träfen die Städte unmittelbar. Deshalb müsse die städtebauliche Planung künftig stärker auf diese Entwicklungen ausgerichtet werden. Dazu zählten nach seinen Angaben unter anderem Flächenmanagement, Stadtbegrünung sowie die Vorsorge gegen Hochwasser.
Die drei Rheinstädte wollen den Austausch über gemeinsame Anpassungsmaßnahmen ausbauen und stehen dazu nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit Unternehmen der Wirtschaft und der Logistikbranche. Die Versorgung der regionalen Industrie laufe derzeit dank vorausschauender Planung stabil, müsse aber kontinuierlich beobachtet werden. Die Städte sehen deshalb einen regelmäßigen Austausch zwischen Kommunen, Unternehmen und weiteren Akteuren als wichtigen Bestandteil ihrer Strategie an.
Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Zusammenarbeit mit Bund und Land. Im Rahmen eines Krisentreffens in Bonn hatte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger mehrere Sofortmaßnahmen angekündigt, um Lieferengpässe auf dem Rhein zu vermeiden. Bereits umgesetzt wurde nach Angaben der Städte eine vorübergehende Lockerung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für Lastwagen in betroffenen Bereichen. Darüber hinaus sollen zusätzliche Gütermengen auf die Schiene verlagert und unnötige Baustellen auf wichtigen Ausweichrouten vermieden werden.
Neben diesen kurzfristigen Maßnahmen werden auch langfristige Lösungsansätze diskutiert. Dazu gehört unter anderem die Vertiefung von Fahrrinnen. Bund und Länder wollen die Entwicklung künftig regelmäßig gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden beobachten. Die drei Städte arbeiten nach eigenen Angaben daran, nachhaltige Konzepte für die Zukunft zu entwickeln. Ziel sei es, bürokratische Hürden abzubauen, Planungsverfahren zu beschleunigen und verlässliche Rahmenbedingungen für den Strukturwandel entlang des Rheins zu schaffen.
Aus Sicht der Städte müssen dabei nicht nur die Auswirkungen auf die Schifffahrt betrachtet werden. Vielmehr gehe es auch um die Frage, wie sich Kommunen langfristig an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Niedrigwasserereignisse würden zunehmend zu einer Herausforderung für Infrastruktur, Wirtschaft und Stadtentwicklung.
Die Städte betonen, dass insbesondere die enge Verknüpfung von Wasserstraße, Schiene und Straße künftig weiterentwickelt werden müsse. Zudem sehen sie Potenzial im verstärkten Einsatz flachwassergeeigneter Schiffstypen sowie in den geplanten Fahrrinnenoptimierungen. Ziel bleibt es, die Transportketten auch bei niedrigen Pegelständen möglichst stabil zu halten und die Region langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels aufzustellen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |