Ride of Silence
Gedenkfahrt für getötete Fahrradfahrer

Mehr Tempo-30-Zonen, bessere Sichtbeziehungen: Axel Mörer (rechts) hofft, dass sich die Situation für Radfahrer und Fußgänger in Bonn und im Kreis weiter verbessert.
  • Mehr Tempo-30-Zonen, bessere Sichtbeziehungen: Axel Mörer (rechts) hofft, dass sich die Situation für Radfahrer und Fußgänger in Bonn und im Kreis weiter verbessert.
  • Foto: Frank Engel-Strebel

Bonn (fes). „Täglich verunglücken vier Fußgänger und Radfahrer in unserer Region“, diese Zahlen nannte Axel Mörer, Sprecher des Kreisverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Bonn/Rhein-Sieg, anlässlich der jährlich weltweit stattfindenden „Ride of Silence“, mit der an die Betroffenen mit einer stillen Rundfahrt erinnert wird. Im vergangenen Jahr verunglückten sieben Fußgänger und ein Radfahrer in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis tödlich, hinzu kamen 44 schwer verletzte Fußgänger und 323 schwer verletzte Radfahrer. Insgesamt waren 2021 in der Region 319 Fußgänger und 1101 Fahrradfahrer in der Region in Verkehrsunfälle verwickelt. Rund 40 Demonstranten fanden sich nun auf dem Münsterplatz ein, um von dort aus schweigend in weißer Kleidung durch Bonn zu fahren.

Immerhin sei es erfreulich, dass trotz des zunehmenden Rad- und Fußverkehrs die Unfallzahlen leicht fallen würden: „Wir hoffen, dass sich darin widerspiegelt, dass auf vielen Straßen Tempo 30 eingeführt wurde und inzwischen deutlich mehr für den Radverkehr getan wird“, meinte Axel Mörer, „aber wir hoffen auch, dass alle Verkehrsteilnehmer durch mehr Rücksicht die Unfallzahlen weiter senken können.“ Die meisten Unglücke geschehen durch missachtete Vorfahrt und beim Abbiegen, Letzteres treffe vor allem besonders die schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Die Gedenkfahrt, zu die der ADFC gemeinsam mit der Initiative Radentscheid Bonn eingeladen hatte, führte von der Innenstadt aus durch Beuel, den Bonner Norden und Westen über Poppelsdorf zurück zum Münsterplatz.

Beide Initiativen arbeiten zur Zeit intensiv an weiteren Vorschlägen, um besonders belastete Verkehrsknotenpunkte in der Bundesstadt zugunsten von Radlern und Fußgängern umgestalten zu lassen: „Das Beispiel Viktoriabrücke und die Umgestaltung der Oxfordstraße zeigen, wie man die Verkehrsräume neu aufteilen kann und damit nicht nur den Radverkehr fördert, sondern auch sicherer macht“, erklärte Mörer. Eine sinnvolle Umgestaltung von Sichtbeziehungen oder Kreuzungen habe Vorteile auch für Pkw-, Lkw- und Busfahrer. Gerade dort sei es nicht leicht für motorisierte Verkehrsteilnehmer Radfahrer immer im Blick zu haben. Der Blick auf Radfahrende sollte daher nicht durch parkende Autos, hohe Hecken oder Werbeflächen bedeckt werden.

Mörer erinnerten auch daran, dass nach der novellierten Straßenverkehrsordnung Lastwagen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen dürfen: „Wir fordern, dass die Polizei diese Vorschrift auch regelmäßig überwacht, dann dürfte sich insbesondere die Zahl der Abbiegeunfälle verringern“, so Axel Mörer weiter.

Redakteur:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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