200 Jahre Karneval in Bonn
Ein Spiegel der Gesellschaft

Festausschusspräsidentin Marlies Stockhorst, Guido Déus und Gabriele Dafft warfen einen ersten Blick auf die Jubiläumsausstellung. | Foto: fes
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  • Festausschusspräsidentin Marlies Stockhorst, Guido Déus und Gabriele Dafft warfen einen ersten Blick auf die Jubiläumsausstellung.
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Bonn (fes). Da steht er nun, der „Bonner Narr“, und heißt die Besucher in einem Ausstellungscontainer auf dem Markt zwischen Obelisk und Altem Rathaus willkommen. Der Narr kommt in Gestalt von Bonns größtem Sohn, Ludwig van Beethoven, daher – geschaffen überwiegend aus recycelten Materialien wie Packpapier und Plastikflaschen vom Bönnschen Karnevalsurgestein Willi Baukhage.

200 Jahre wird der organisierte Bonner Karneval 2026 alt. Oberbürgermeister Guido Déus eröffnete mit einem Festakt im Gobelinsaal des Alten Rathauses gemeinsam mit vielen Karnevalisten zum Jubiläum der „Bönnschen Carnevals-Gesellschaft“ von 1826 eine Wanderausstellung, die in den kommenden Monaten in allen Stadtbezirken zu sehen sein wird. In seinem Grußwort betonte Déus, dass der Karneval für „gelebte Vielfalt“ stehe: „Er ist ein Stück Bonner Identität und Stadtgeschichte und hat überlebt, weil er sich immer wieder neu erfindet.“

Gefördert wurde die Ausstellung des städtischen Kulturamtes mit gut 100.000 Euro vom Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Sie entstand in Kooperation mit dem Festausschuss Bonner Karneval. Weitere Sponsoringpartner waren unter anderem die Sparkasse KölnBonn und die Stadtwerke Bonn.

Jürgen Wilhelm, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass der Karneval nicht nur ein Begegnungsort, sondern auch Kulturerbe und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei. LVR-Referentin Gabriele Dafft sagte in ihrem Vortrag: „Der Karneval ist immer auch Spiegel der jeweiligen sozialen und räumlichen Zusammenhänge. Wie quicklebendig der Bonner Karneval ist, das können wir jede Session neu erleben.“ Zur Eröffnung präsentierte zudem das Duo Franz Wahl und Jörg Lutz sein Mottolied „Zick 200 Johr“.

Zu sehen gibt es rund 30 Exponate auf 13 Quadratmetern Ausstellungsfläche, darunter beispielsweise ein Hut des Karnevalisten Curt Delander, der beim Rosenmontagszug 2006 gegen die bevorstehende Schließung des Metropol-Kinos protestierte. Außerdem gibt es eine Quizstation rund um das beliebte Brauchtum sowie eine interaktive Tafel, an der jeder selbst feststellen kann, wie jeck er ist.

Konzipiert als Wanderausstellung, werden die Schaustücke bis Oktober an fünf Standorten in allen Stadtbezirken zu sehen sein. Am Markt kann sie noch bis zum 8. Februar besichtigt werden. Danach geht es zum Theaterplatz nach Bad Godesberg (14. Februar bis 28. April), nach Hardtberg, Am Schickshof (5. Mai bis 8. Juli), zum Rheinufer nach Beuel (gegenüber dem Lokal „Rheinlust“, 14. Juli bis 17. September) und schließlich zurück in die City auf den Remigiusplatz (23. September bis 10. Oktober).

Am Markt ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 12 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Mehr jecke Infos und Aktionen gibt es unter www.bonn.de/200jahrekarneval

. Dort kann jeder auch seine schönsten Karnevalserinnerungen teilen und sich eine Bastelanleitung für Karnevalsorden herunterladen.

Festausschusspräsidentin Marlies Stockhorst, Guido Déus und Gabriele Dafft warfen einen ersten Blick auf die Jubiläumsausstellung. | Foto: fes
Der „Bonner Narr“ in Gestalt Beethovens, geschaffen von Willi Baukhage. | Foto: fes
Redakteur/in:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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