Debatte um Nordbrücke
Bonns große Brückenfrage

Wie wird der Neubau der Brücke aussehen? Vier Spuren mit Platz für Fußgänger und Radfahrer, um die Pendler per Rad an ihr Ziel zu bringen? Oder wird es in Zukunft sechs Spuren für LKW und PKW geben und womöglich eine teure, zweite Brücke für Fußgänger und Radfahrer?  | Foto: mt (Archiv)
  • Wie wird der Neubau der Brücke aussehen? Vier Spuren mit Platz für Fußgänger und Radfahrer, um die Pendler per Rad an ihr Ziel zu bringen? Oder wird es in Zukunft sechs Spuren für LKW und PKW geben und womöglich eine teure, zweite Brücke für Fußgänger und Radfahrer?
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Bonn (red). Die Zukunft der Bonner Nordbrücke (Friedrich-Ebert-Brücke) sorgt weiterhin für Diskussionen. Während die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis einen attraktiven Radschnellweg fordern, hält die Autobahn GmbH eine bauliche Verbreiterung der Brücke für Rad- und Fußverkehr nach eigener juristischer Prüfung für unmöglich. Stattdessen sei nur die Freigabe der geplanten Betriebswege als Gehwege mit Fahrradfreigabe vorgesehen – verbunden mit Schrittgeschwindigkeit.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Landrat Sebastian Schuster haben sich deshalb in einem gemeinsamen Schreiben an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt. Sie kritisieren die Kehrtwende der Autobahn GmbH und warnen vor einer „absurden Lösung“, wonach für den Radverkehr neben der Nordbrücke eine zusätzliche Brücke errichtet werden müsste. Der Neubau biete eine einmalige Chance zur Stärkung des Radverkehrs, betonen sie, zumal die Brücke schon heute von über 2.000 Radfahrenden täglich genutzt werde.

Parallel dazu pocht die IHK Bonn/Rhein-Sieg auf einen anderen Schwerpunkt: Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille fordert einen sechsstreifigen Ausbau der Brücke, um die wachsenden Verkehrsströme in der Region zu bewältigen. Aus Sicht der Wirtschaft müsse die Rheinquerung für alle Verkehrsträger – ob Bahn, Auto, LKW oder Rad – störungsfrei funktionieren.

Die Stadt Bonn verfolgt derweil die Einbindung der Brücke in den Bedarfsplan für Radschnellwege des Landes NRW und will damit die Mobilitätswende in der Region vorantreiben. Die Konfliktlinien sind damit klar: Während Wirtschaft und Pendler Entlastung für den Autoverkehr erwarten, setzen Stadt und Kreis auf die Chance, mit dem Neubau auch den Radverkehr deutlich zu stärken.

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RAG - Redaktion

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