Hier blieb kein Lacher aus
Bahnchaos in Rheidt Hüchelhoven
- hochgeladen von Torsten Schmidt
Ein rundum gelungenes Theaterwochenende erlebten die Besucher am vergangenen Freitag und Samstag, als der Theaterverein Frohsinn sein Luststück „Es fährt kein Zug nach irgendwo“ auf die Bühne brachte. Mit viel Witz, Charme und einem feinen Gespür für Situationskomik sorgten die Darsteller für beste Unterhaltung und zahlreiche Lacher im Publikum.
Im Mittelpunkt des Stücks standen gestrandete Fahrgäste am Bahnhof Rheidt-Hüchelhoven, die verzweifelt versuchten, irgendwie nach Köln zu gelangen jedoch ohne Erfolg. Ob Triebwerkschaden oder Oberleitungsprobleme: Die Deutsche Bahn hatte stets eine neue Störung parat. Auf humorvolle und zugleich liebevolle Weise nahm das Ensemble die allseits bekannten Bahnprobleme aufs Korn.
Gleich ein doppeltes Debüt feierte Dietmar Küllertz: Am Freitag stand er erstmals auf der Hüchelhovener Bühne und überzeugte in einer Doppelrolle als sturer Ehemann und Dorfpolizist. Mit sicherem Auftreten und viel Spielfreude meisterte er diese Herausforderung nahezu grandios.
Für besonders viele Lacher sorgten die Kegelschwestern, die auf dem Weg zu ihrer Kegeltour bestens ausgestattet mit Alkohol und Theas legendären Speckschnecken das Publikum mit ihren Trinksprüchen begeisterten. Sprüche wie „Zwischen Leber und Bläschen passt immer noch ein Gläschen“ sorgten für ausgelassene Stimmung im Saal.
Auch der erste Vorsitzende und kreative Kopf des Vereins, Dietmar Kunath, überzeugte in seiner Rolle als Landstreicher. In nahezu allen drei Akten war er präsent und trug maßgeblich zur lebendigen Dynamik des Stücks bei. Die passende Kulisse lieferte Bühnenzauberer Kevin Kunath, der die Bühne eindrucksvoll in den Bahnhof Rheidt-Hüchelhoven verwandelte.
Zwar nur selten auf der Bühne, aber dennoch ein echter Publikumsliebling waren die Lautsprecherdurchsagen, gesprochen von Kristina Cziharsch. Zusätzlich brillierte sie in der Rolle der „Psychopathin“, die sie nahezu erschreckend glaubwürdig darstellte. Auch Stefan Schulz wusste mit seinen humorvollen Verschwörungstheorien zu überzeugen und brachte das Publikum immer wieder zum Schmunzeln.
Einen weiteren gelungenen Charakter verkörperte Celine Cziharsch als erfolgreiche Geschäftsfrau, die am Ende des Stücks kurzerhand beschließt, ihrem stressigen Alltag den Rücken zu kehren und auf Reisen zu gehen.
Selbst der gut gelaunte Motivationstrainer konnte der Situation am Ende nichts Positives mehr abgewinnen: Im letzten Akt gab er schließlich mit den Worten „Wir fühlen uns gut, wir fühlen uns – ach Scheiße“ auf und sorgte damit für einen der lautesten Lacher des Abends.
Auch lokale Bezüge kamen nicht zu kurz: Augenzwinkernd wurde die Politik aus Rheidt-Hüchelhoven in das Geschehen eingebunden. Für einen besonders amüsanten Moment sorgte Kegelschwester Thea, die ein Wahlplakat von Michaela Eckroth in Richtung Publikum präsentierte sehr zur Freude der anwesenden Politikerin, die den Spaß in der ersten Reihe sichtlich genoss.
Ein weiteres Highlight war die Darstellung der sturen Ehefrau Christa, die im Bühnenchaos eines Sturms kurzerhand genau dieses Schild an den Kopf bekam sehr zur Erheiterung der Zuschauer.
Insgesamt zeigte sich das Ensemble hervorragend aufeinander abgestimmt. Das ausgewählte Theaterstück wurde mit viel Engagement und Spielfreude umgesetzt, was sich im langanhaltenden Applaus des Publikums deutlich widerspiegelte. Der Theaterverein Frohsinn bewies einmal mehr, wie unterhaltsam und lebendig Amateurtheater sein kann.
LeserReporter/in:Torsten Schmidt aus Bergheim |
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