Eigentümerwechsel Kabelmetal-Areal
Neustart auf altem Werksgelände
- Der neue Besitzer Wilfried Schröder besichtigt die Werkshallen auf der linken Siegseite in Schladern.
- Foto: Harald Röhrig
Schladern. Monatelang wusste niemand, was aus dem 50 Hektar großen Gelände der früheren kabelmetal-Werke auf der linken Siegseite in Schladern werden würde. Jetzt ist eine Entscheidung gefallen: Die Industriebrache hat einen neuen Besitzer. Nach dem Tod von Erich Oberdrifter im vergangenen Jahr kaufte Wilfried Schröder das Areal, zu dem neben teilweise inzwischen zerfallenen Werkshallen auch große Flächen mit Wald und Wiesen gehören.
Schröder ist Geschäftsführer der SMH-Security GmbH, einer Gesellschaft für Hochsicherheitstechnologie. Er lebt seit 15 Jahren im Windecker Ländchen, unweit des Geländes im Ortsteil Mauel. Nachdem Gemeinde Windeck, Landwirtschaftskammer, das Land Nordrhein-Westfalen und der Rhein-Sieg-Kreis auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet hatten, konnte die Transaktion abgeschlossen werden.
Mit dem Erwerb verbindet der neue Eigentümer weitreichende Pläne. Ein erster Schritt soll die Restaurierung und Instandsetzung der Villa sein, in der sich früher Büros und Verwaltung der Kupferrohrfirma befanden. In den letzten Jahren von kabelmetal wohnte dort ein Hausmeister des Betriebes, später viele Jahre lang auch das Ehepaar Oberdrifter. Das Gebäude soll künftig vermietet werden. Weitere Vorhaben wolle er vorstellen, sobald die Eintragung im Grundbuch erfolgt sei. Nach seinen Informationen stellen Altlasten auf dem Werksgelände kein Problem dar.
Große Teile des Geländes sind inzwischen von der Natur zurückerobert worden. An Stellen, an denen vor Jahren ein Feuer Teile der Industriehallen beschädigte, wachsen heute Gras, Sträucher und junge Bäume. Nach und nach soll dort wieder Ordnung geschaffen werden.
Oberdrifter und seine Frau Elisabeth, die das Areal 2006 erworben hatten, verfolgten ebenfalls umfangreiche Pläne. Unter anderem sollte in einer der Werkhallen ein Zentrum für Musik und Kultur entstehen. Ein Brand machte diese Vorhaben zunichte. Dennoch engagierte sich das Ehepaar später intensiv für die Kultur-Initiative Windeck (KIWi) auf der anderen Siegseite.
Die Geschichte des Standorts reicht weit zurück. Die Kupferrohrfabrik kabelmetal, die zunächst den Namen Elmores trug, nahm 1890 in Schladern ihre Produktion auf. Nach dem Bau einer Brücke über die Sieg erhielt das Werk 1911 einen eigenen Bahnanschluss. Im Ersten Weltkrieg diente die Versandhalle als Lazarett. Später ging das Unternehmen in den Besitz der Kabel- und Metallwerke Gutehoffnungshütte Osnabrück über. In Spitzenzeiten arbeiteten dort bis zu 500 Menschen. 1995 wurde das Werk stillgelegt.
Die frühere Versandhalle auf der rechten Siegseite wurde 2004 von der Gemeinschaft „Energiepark am Wasserfall“ erworben und ab 2008 zum heutigen Bürger- und Kulturzentrum umgebaut.
Auch die KIWi hat bereits Kontakt zum neuen Eigentümer aufgenommen. Geplant ist ein Projekt zur Geschichte des Geländes auf der linken Siegseite. Mit Bild- und Filmmaterial sowie Berichten von Zeitzeugen soll an die Produktion und die Bedeutung des einstigen Industriebetriebes erinnert werden. Wer Informationen beitragen möchte, kann sich bei der Kultur-Initiative melden: mail@kulturInitiative-windeck.de.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Harald Röhrig aus Siegburg |