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Wohlfühlkonzert unter dem Schirmhimmel
Papa Jo begeisterte beim RheinKlang-669-Wohnzimmerkonzert

Papa Jo's One Man Acoustic Jam aka Jochen Wingsch aus Remscheid beim RheinKlang 669 Open-Air-Konzert in Mines Spatzentreff. | Foto: Anita Brandtstäter
  • Papa Jo's One Man Acoustic Jam aka Jochen Wingsch aus Remscheid beim RheinKlang 669 Open-Air-Konzert in Mines Spatzentreff.
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Wesseling. Eigentlich sollte die Band Trust Rock and Blues das 87. Wesselinger Wohnzimmerkonzert von RheinKlang 669 in Mines Spatzentreff gestalten. Krankheitsbedingt musste das Konzert jedoch auf 2027 verschoben werden. Dank eines spontanen Einspringers wurde der Abend dennoch zu einem musikalischen Highlight: Papa Jo's One Man Acoustic Jam, alias Jochen Wingsch aus Remscheid, bescherte dem Publikum ein ebenso abwechslungsreiches wie stimmungsvolles Wohlfühlkonzert.

Bei hochsommerlichen 30 Grad sorgten der Schirmhimmel im "Spatzengarten" und ein angenehmes Lüftchen für beste Open-Air-Bedingungen. Von den ersten Tönen des instrumentalen „Intro“ an zog der bühnenerfahrene Singer/Songwriter seine Zuhörer in den Bann. Mit Songs wie „So ein Gefühl“, „Immer wenn ich an dich denke“, „Königin im Wind“ und „Schön“ stellte er eindrucksvoll sein anspruchsvolles eigenes Repertoire vor und bewies, dass deutschsprachige Singer/Songwriter-Musik Tiefgang und Leichtigkeit zugleich besitzen kann.

Jochen Wingsch überzeugte nicht nur mit seiner ausdrucksstarken Stimme, sondern vor allem durch sein exzellentes Gitarrenspiel. Druckvolle Rockelemente, groovige Riffs, filigrane Finger-Pickings, tiefgehende Balladen und ab und an der Blues verschmolzen zu einem über 100-minütigen Programm voller musikalischer Vielfalt. Dass der Künstler sämtliche Titel auswendig spielte, ermöglichte ihm einen intensiven und unmittelbaren Kontakt mit seinem Publikum.

Besonders nachdenkliche Akzente setzte Wingsch mit „Helden“, einem kleinen politischen Ausflug, während Stücke wie „Running Off“, „Visions So Far Away“, „Daily Blues“ oder „My Baby Is Gone“ die stilistische Bandbreite seines Schaffens eindrucksvoll unterstrichen. Zwischendurch würdigte er mit „From the Beginning“ von Greg Lake einen Klassiker der Rockgeschichte, bevor mit „Urlaub“, „See You Soon bei Sonnenuntergang“ und dem augenzwinkernden „You Made My Day kaputt“ wieder seine eigenen Songs im Mittelpunkt standen.

Auch instrumental zeigte Wingsch seine Klasse. Ein Medley mit „Whispering“ und seinem eigenen „Mickis's Rag“ ließ seine außergewöhnliche Fingerfertigkeit aufblitzen, ehe „Weißt du eigentlich“, „Wo die Liebe blüht“ und das groovige „Blue Funky Fic(k)tion“ den Abend seinem Finale entgegenführten. Mit David Bowies „Space Oddity“ schlug der Musiker noch einmal den Bogen zur großen Rockgeschichte, bevor „Gimme Gummi" der Band Zoff für einen humorvollen Schlusspunkt sorgte.

Die Gäste genossen nicht nur die Musik, sondern auch die gewohnt herzliche Atmosphäre in Mines Spatzentreff mit den hausgemachten Kuchen und beliebten Pfannenbroten von Gastgeberin Mine Murzoglu. Am Ende war man sich einig: Das kurzfristig organisierte Ersatzprogramm erwies sich als echter Glücksgriff.

Für RheinKlang 669 begrüßte Anita Brandtstäter die Gäste und erläuterte das bewährte Konzept des engagierten Kulturvereins: Eintritt frei – der Hut geht 'rum. Sie dankte Jochen Wingsch herzlich dafür, dass er trotz seines unmittelbar bevorstehenden Urlaubs so spontan eingesprungen war, sowie Gastgeberin Mine Murzoglu für ihre Gastfreundschaft.

Zum Abschluss gab sie einen Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen: Am 17. Juli präsentiert Joe Sturm sein kösches Soloprogramm „Müttersprooch“ in Mines Spatzentreff. Am 18. Juli wird dort die Ausstellung von Nico KAPA Eschweiler„Zwischen Kontrolle und Absturz, zwischen Angst und Ausdruck“ eröffnet, bevor am Abend das Nachholkonzert des 14. Wesselinger Musikfestivals RheinKlang 669 mit den Kickass Bastards im C'est la Vie stattfindet. Weiter geht es am 24. Juli mit dem Wohnzimmerkonzert von Hat and Voice, ehe RheinKlang 669 am 5. September zu den 9. Wesselinger Lichtern an der Rheintreppe einlädt.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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