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Mit großer Chormusik zwei Jubiläen gefeiert
Kirchenchöre St. Josef und St. Thomas Apostel begeisterten mit festlichem Jubiläumskonzert

"Missa in C" von Wolfgang Amadeus Mozart der Kirchenchöre St. Josef und St. Thomas Apostel Urfeld mit Solisten, Orchester und Orgel beim Jubiläumskonzert in St. Josef - als musikalischer Höhepunkt.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • "Missa in C" von Wolfgang Amadeus Mozart der Kirchenchöre St. Josef und St. Thomas Apostel Urfeld mit Solisten, Orchester und Orgel beim Jubiläumskonzert in St. Josef - als musikalischer Höhepunkt.
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Wesseling. Mit einem musikalischen Fest auf höchstem Niveau feierten die Kirchenchöre St. Josef und St. Thomas Apostel ihre bedeutenden Jubiläen. In der trotz hochsommerlicher Temperaturen von rund 33 Grad hervorragend besuchten Kirche St. Josef würdigten die beiden traditionsreichen Chöre gemeinsam ihr langjähriges Wirken im kirchlichen und kulturellen Leben Wesselings. Anlass waren das 70-jährige Bestehen des Kirchenchores St. Josef sowie das 145-jährige Jubiläum des Kirchenchores St. Thomas Apostel. Gleichzeitig war das Konzert auch eine Hommage an den Veranstaltungsort selbst: Die Kirche St. Josef, die 1956 eingeweiht wurde und mit ihrer außergewöhnlichen, an ein Nomadenzelt erinnernden Architektur bis heute zu den markantesten Sakralbauten der Region zählt, feierte ebenfalls ein besonderes Jubiläum.

Unter der Gesamtleitung von Kantorin Ursula Papon präsentierte die seit 2023 bestehende Chorgemeinschaft mit rund 50 Sängerinnen und Sängern ein anspruchsvolles Programm großer geistlicher Chormusik. Unterstützt wurden die Chöre von einem fein besetzten Orchester mit sieben Streichern, zwei Trompeten, Pauken sowie bei ausgewählten Werken einer Querflöte. An der Orgel sorgte István Mátyás auf der Empore für die klangvolle Verbindung zwischen Chor und Instrumentalensemble.

Als Solisten überzeugten Genoveva dos Santos (Sopran), Nicole Jers (Alt), Henning Jendritza (Tenor) und Joel Urch (Bass), die mit ihren ausdrucksstarken Stimmen den festlichen Charakter des Konzerts eindrucksvoll unterstrichen.

Den musikalischen Mittelpunkt bildete Wolfgang Amadeus Mozarts berühmte „Missa in C“ KV 317, besser bekannt als die Krönungsmesse. Das vermutlich für den Ostergottesdienst 1779 im Salzburger Dom entstandene Werk entwickelte sich nach Mozarts Tod zur bevorzugten Messvertonung für Kaiser- und Königskrönungen sowie festliche Dankgottesdienste. Mit ihrer Mischung aus festlichem Glanz, inniger Frömmigkeit und großer melodischer Schönheit zählt sie bis heute zu den beliebtesten Werken der geistlichen Chorliteratur. Chor, Solisten und Orchester verliehen dieser Messe eine beeindruckende Ausdruckskraft.

Anschließend erklang das berührende „Laudate Dominum“ KV 339 aus den "Vesperae solennes de Confessore" von Mozart. Die schwebende Sopranmelodie wurde von Genoveva dos Santos mit großer Wärme und Leuchtkraft gestaltet, während Chor und Orchester einen fein abgestimmten Klangteppich entstehen ließen. Einen weiteren Höhepunkt bildete der Schlusschor „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus dem ersten Teil von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“. Mit seinen jubelnden Chören und prachtvollen Orchesterklängen zählt dieses Werk zu den eindrucksvollsten Vertonungen des Lobes der Schöpfung und brachte die Klangfülle der Chorgemeinschaft eindrucksvoll zur Geltung.

Einen stimmungsvollen Kontrast setzte anschließend John Rutters Segensmotette „The Lord bless you and keep you“, die auf dem Aaronitischen Segen aus dem Buch Numeri basiert. Rutters unverwechselbare Tonsprache mit ihrer lyrischen Melodik und warmen Harmonik verlieh dem Werk eine besondere Innigkeit. Die Melodie wurde zunächst von Genoveva dos Santos solistisch vorgestellt, bevor Chor und Orchester plus Orgel den Segenswunsch in einem eindrucksvoll schwebenden Klang entfalteten. Mit dem Arioso „Dank sei dir, Herr“ aus einer Kantate von Georg Friedrich Händel erklang anschließend eines der beliebtesten geistlichen Solostücke des Barock, bevor das berühmte „Hallelujah“ aus Händels Oratorium „Messiah“ den offiziellen Konzertteil krönte. Seit seiner Uraufführung 1742 zählt dieser monumentale Chor zu den bekanntesten Werken der Musikgeschichte und entfaltete auch in St. Josef seine mitreißende Wirkung.

Im Rahmen des Konzertes blickten Regina Lind für St. Josef und Hans-Peter Engels für St. Thomas Apostel auf die bewegte Geschichte der beiden Chöre zurück. Der Kirchenchor St. Thomas Apostel wurde bereits 1881 als Männerchor gegründet. Glückwünsche überbrachte außerdem der Seelsorgebereichsmusiker für Wesseling und Brühl, Peter Klasen. Für die Pfarrgemeinde sprach Robert Flink, Sohn von Regina Lind, ein persönliches Grußwort. Einen besonders bewegenden Moment gab es zum Abschluss des Konzerts. Regina Lind würdigte Chorleiterin und Kantorin Ursula Papon, die mit diesem Jubiläumskonzert zugleich auf 45 Jahre im Dienst des Erzbistums Köln zurückblicken konnte. Seit 1988 prägt sie das kirchenmusikalische Leben in Wesseling entscheidend mit. Nach dem Tod von Helmut Ritter übernahm sie 2023 zusätzlich die Leitung des Kirchenchores St. Thomas Apostel und führte beide Chöre zur heutigen Chorgemeinschaft zusammen.

Mit Edward Elgars festlichem Hymnus „Land of Hope and Glory“, in der deutschen Fassung „Klänge der Freude“, verabschiedeten sich Chor, Solisten, Orchester und Orgel gemeinsam vom begeisterten Publikum. Lang anhaltender Applaus und standing Ovations waren der verdiente Lohn für ein Jubiläumskonzert, das eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und anspruchsvoll die Kirchenmusik in Wesseling gepflegt wird – und welch verbindende Kraft gemeinsames Musizieren über Generationen hinweg entfalten kann.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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