E.-coli-Bakterien
Fünf Tage Ausnahmezustand
- Fünf Tage lang gehörte der Wasserkocher in vielen Wesselinger Haushalten zur Grundausstattung des Alltags. Inzwischen ist das Abkochgebot aufgehoben und das Trinkwasser kann wieder uneingeschränkt genutzt werden.
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Abkochgebot in Wesseling ist aufgehoben - zurück bleiben viele Fragen, Diskussionen und die Erkenntnis, wie selbstverständlich sauberes Trinkwasser normalerweise ist
Wesseling. Das Glas Wasser aus dem Hahn, der schnelle Kaffee am Morgen oder das Zähneputzen vor dem Schlafengehen: Dinge, über die sich normalerweise niemand Gedanken macht, wurden für die Menschen in unserer Stadt plötzlich zum Gesprächsthema. Fünf Tage lang galt in der Stadt ein vorsorgliches Abkochgebot für das Trinkwasser. Am Dienstag gab das Gesundheitsamt Entwarnung. Das Leitungswasser kann wieder uneingeschränkt genutzt werden.
Begonnen hatte alles letzte Woche Freitag. Bei einer Routinekontrolle waren im Wasserwerk Urfeld E.-coli-Bakterien nachgewiesen worden. Da diese Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können, wurden vorsorglich Schutzmaßnahmen eingeleitet. Die Bürgerinnen und Bürger wurden aufgefordert, Trinkwasser vor dem Verzehr, zum Kochen und zum Zähneputzen abzukochen.
Was zunächst wie eine technische Meldung klang, hatte schnell Auswirkungen auf den Alltag tausender Menschen. In den sozialen Netzwerken wurde intensiv diskutiert. Viele Wesselinger fragten sich, ob sie noch duschen dürfen, wie sie Geschirr spülen sollen oder ob die Spülmaschine weiterhin genutzt werden kann. Auch über die Ursache der Verunreinigung wurde spekuliert.
Die Unsicherheit war groß. Wer am Wochenende durch die Supermärkte ging, bemerkte schnell, dass Trinkwasser plötzlich gefragter war als sonst. Nach Informationen unserer Redaktion sorgten Händler teilweise für zusätzliche Wasservorräte, um die erhöhte Nachfrage bedienen zu können.
Gleichzeitig arbeiteten Gesundheitsamt und Wasserversorger an der Ursachenforschung. Wasserproben wurden untersucht, das Netz kontrolliert und weitere Messungen durchgeführt. Nach Angaben des Rhein-Erft-Kreises konnten bei den Kontrollproben schließlich keine Verunreinigungen mehr festgestellt werden. Zudem wurde die Ursache lokalisiert. Demnach bestand die Belastung isoliert an einer Probenahmestelle im Wasserwerk selbst. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sei zu keinem Zeitpunkt belastetes Wasser in das öffentliche Versorgungsnetz gelangt.
Am Dienstag folgte schließlich die Entwarnung. Das Gesundheitsamt hob das Abkochgebot mit sofortiger Wirkung auf. Das Leitungswasser kann wieder uneingeschränkt zum Trinken sowie zur Zubereitung von Speisen und Getränken verwendet werden. Doch das alles hat gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Trinkwasserversorgung ist. Kaum ein Lebensmittel wird selbstverständlicher genutzt als Wasser aus dem Hahn. Erst als die Bürgerinnen und Bürger plötzlich jeden Liter für Kaffee, Tee oder das Zähneputzen abkochen mussten, wurde vielen bewusst, wie abhängig der Alltag von einer sicheren Versorgung ist. Für Wesseling ist das Kapitel inzwischen abgeschlossen. Doch die Diskussionen der vergangenen Tage haben gezeigt, wie schnell aus einer Routinekontrolle ein Thema werden kann, das eine ganze Stadt beschäftigt.
Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |