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Literatur in Mines Spatzentreff 2026
Erfolgreiche Lesereihe geht nach der Sommerpause mit zwei besonderen Abenden weiter

Mine Murzoglu stellt die junge Wesselinger Autorin Carmen Rebecca Engels vor.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • Mine Murzoglu stellt die junge Wesselinger Autorin Carmen Rebecca Engels vor.
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Wesseling. Mit einem abwechslungsreichen Literaturprogramm hat sich Mines Spatzentreff auch 2026 wieder als beliebter Treffpunkt für Literaturfreunde etabliert. Nach vier ganz unterschiedlichen Lesungen im ersten Halbjahr gönnt sich das Café/Bistro am Rhein zunächst eine Sommerpause, bevor im September zwei weitere hochkarätige Autoren das Publikum mit ganz unterschiedlichen Themen begeistern werden.

"Alles hat seine Zeit" von J.K. Roggenbach

Den Auftakt nach der Sommerpause macht am Freitag, 11. September 2026, um 19 Uhr J.K. Roggenbach. Nach seiner viel beachteten Lesung aus dem Roman "Der Regen" am 27. Februar 2026 kommt der Autor erneut nach Wesseling und stellt diesmal seine am 5. August 2026 erscheinende Biografie „Alles hat seine Zeit“ vor.

Das Buch erzählt die bewegende Geschichte eines Mannes, der nie laut sein musste, um Spuren zu hinterlassen. Zwischen Köln, Bonn und den stillen Wegen des Rheinlands blickt Roggenbach auf Kindheit, Einsamkeit, prägende Begegnungen und die rettende Kraft der Sprache zurück. Früh erkennt er, dass Worte weit mehr sein können als bloße Sätze – sie werden Zuflucht, Erinnerung und Hoffnung. Es verspricht ein ebenso persönlicher wie berührender Abend zu werden, an dem der Autor seine Zuhörerinnen und Zuhörer erneut mit seiner feinfühligen Erzählweise in den Bann ziehen wird.

Martin Schatke "Carbonchoral - Dystopische Erzählungen

Nur zwei Wochen später, am Freitag, 25. September 2026, ebenfalls um 19 Uhr, lädt Gastgeberin Mine Murzoglu zu einer weiteren außergewöhnlichen Lesung ein. Zu Gast ist Martin Schatke, Jahrgang 1977, Lehrer, Autor und vielseitiger Erzähler.

Im Mittelpunkt steht sein Ende 2025 im Tuschel-Verlag erschienenes Buch „Carbonchoral – Dystopische Erzählungen“. Dreißig Microstorys und Kurzgeschichten entwerfen eindrucksvolle Zukunftsbilder zwischen Science-Fiction, Gesellschaftskritik und philosophischen Fragestellungen. Eine junge Rebellin widersetzt sich der totalen Überwachung im Paris von morgen, auf einem fernen Planeten wird wachsendes Grün plötzlich zur tödlichen Bedrohung, und ein uraltes Baumwesen spürt, dass seine Zeit zu Ende geht. Schatkes Geschichten werfen spannende Fragen nach Verantwortung, Hoffnung und dem zukünftigen Zusammenleben der Menschen auf und versprechen einen ebenso nachdenklichen wie fesselnden Literaturabend.

Rückblick auf das erste Halbjahr

Das erste Halbjahr bot vier ganz unterschiedliche literarische Höhepunkte. Den Auftakt machte J.K. Roggenbach am 27. Februar mit seinem Roman „Der Regen“. Es folgte am 13. März Katharina Prünte, die den zweiten Teil ihrer Romanbiografie „Traudel – Die Fremde so nah“ - auch mit Musik - vorstellte. Am 24. April begeisterte schließlich Joshua Clausnitzer, der bereits zum siebten Mal in Mines Spatzentreff zu Gast war, das Publikum mit seinem unverwechselbaren Sprachwitz und pointierten Beobachtungen.

Carmen Rebecca Engels "Das Amulett der Welten - Winternacht" 

Den stimmungsvollen Abschluss vor der Sommerpause gestaltete die Wesselinger Autorin Carmen Rebecca Engels, deren Lesung aus ihrem Fantasyroman „Das Amulett der Welten – Winternacht“ besonders viele Besucherinnen und Besucher anzog. Mine Murzoglu freute sich, erneut eine junge Wesselinger Autorin in ihrem Café/Bistro vorstellen zu können. Sie entführte ihr Publikum in die geheimnisvolle Welt der Kelten in der Eifel vor mehr als 2.000 Jahren. Dabei verbindet sie Fantasy mit historischem Flair. Alte Mythen, keltische Feste und ein Hauch Magie verschmelzen zu einer faszinierenden Geschichte,

Im Mittelpunkt des Romans steht die junge Myra, die durch einen alten Brunnen fällt und damit unvermittelt in eine längst vergangene Zeit gerät. Dort erwarten sie nicht nur fremde Bräuche und geheimnisvolle Rituale, sondern auch ein magisches Amulett, das sich als weit mehr als ein kostbares Schmuckstück erweist. Zwischen Kräuterkunde, keltischer Lebenswelt und einer schicksalhaften Bestimmung muss sie ihren eigenen Weg finden.

Genau den Moment, in dem Myra in diese fremde Welt eintaucht und versucht, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden, hatte Carmen Rebecca Engels für ihre Lesung ausgewählt. Mit ihrem flüssigen, lebendigen und immer wieder humorvollen Vortragsstil gelang es ihr mühelos, die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Bann zu ziehen. Nicht ohne Grund bemerkte ein Gast, der Roman eigne sich hervorragend als Hörbuch.

Im anschließenden Gespräch gewährte die Autorin interessante Einblicke in ihre Arbeit als Self-Publisherin. Sie erläuterte, dass sie sämtliche Schritte – vom Manuskript über das Coverdesign bis hin zur Vermarktung – selbst verantwortet und dadurch die volle kreative Kontrolle über ihre Bücher behält. Da ihre Werke erst nach Bestellung gedruckt werden, bleibt auch das wirtschaftliche Risiko überschaubar.

Die Autorin begeistert sich seit ihrer Jugend für Naturmagie, den Jahreskreis und die Mythologie der Kelten. Nach einer familiären Auszeit, in der sie sich ihren beiden Kindern widmete, veröffentlicht sie nun wieder unter ihrem Mädchennamen Carmen Rebecca Engels. Zahlreiche weitere Buchprojekte befinden sich bereits in Vorbereitung. Wenn sie nicht schreibt, verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit ihrer Familie, im Gemüsegarten oder bei ihrer bunten Hühnerschar.

Mit den beiden Lesungen im September setzt Mines Spatzentreff seine erfolgreiche Literaturreihe fort. Das abwechslungsreiche Programm zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig zeitgenössische Literatur sein kann – von autobiografischen Erinnerungen über bewegende Familiengeschichten bis hin zu Fantasy und dystopischen Zukunftsvisionen. Literaturfreunde dürfen sich auf zwei weitere inspirierende Abende in der besonderen Atmosphäre des Cafés/Bistros am Rhein freuen.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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