Jahresdienstbesprechung
Feuerwehr stellt sich neu auf
- Jürgen Weber (Mitte) wurde das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber verliehen, mit René Reissig-Hochweller (v.l.), Julian Seeger, Larissa Weber und Daniel Wendeler
- Foto: Michael Kupper
Waldbröl. René Reissig-Hochweller übernimmt die Leitung der Feuerwehr von Daniel Wendeler, dessen Amtszeit ausgelaufen ist. Die Übergabe erfolgte am Sonntagvormittag im Rahmen der Jahresdienstbesprechung in der Aula des Hollenberggymnasiums. Reissig-Hochweller, der im vergangenen Sommer den Posten des stellvertretenden Leiters von Florian Knabe übernommen hatte, tauscht nun mit Wendeler die Rollen: Dieser wird neuer Stellvertreter. Die offizielle Ernennung beider ist für die Ratssitzung am 8. Juli vorgesehen.
In seinem Jahresrückblick auf 2025 zog Wendeler eine gemischte Bilanz. Die 103 Aktiven absolvierten 195 Einsätze – ebenso viele wie im Vorjahr –, jedoch stiegen die Brandeinsätze um rund 15 Prozent. Gut die Hälfte entfiel auf Technische Hilfeleistung. Als besonderes Problem bezeichnete er den Personalmangel. Seit 2023 sank die Zahl der Aktiven von 130 auf 103. „Wir haben nicht 5 vor, sondern 5 nach 12 – uns fehlen rund 105 Einsatzkräfte“, sagte der scheidende Wehrführer. Zwar komme der Großteil des Nachwuchses aus der Jugendfeuerwehr, doch reiche dies nicht aus, um altersbedingte Abgänge zu kompensieren. Wendeler appellierte an Rat und Verwaltung, die Attraktivität des Ehrenamts zu steigern. Positiv bewertete er die finanziellen Planungen: Im Brandschutzbedarfsplan sind bis 2027 Investitionen von 17 Millionen Euro vorgesehen, davon elf Millionen für neue Gerätehäuser; rund 70 Prozent seien bereits umgesetzt oder in Planung.
Sein Nachfolger stellte sein Programm unter das Motto „Wachwechsel“. Neben Brand- und Katastrophenschutz sowie Technischer Hilfeleistung soll der Bevölkerungsschutz künftig stärker berücksichtigt werden. Eine klare Aufgabenpriorisierung und gezielte Nachwuchsgewinnung seien dafür notwendig. Zudem sprach sich Reissig-Hochweller gegen die Austragung interner Angelegenheiten über soziale Medien aus und betonte die Bedeutung des persönlichen Austauschs.
Ausbildungsleiter Thore Benedikt Sommer hob die umfangreiche Lehrgangsbeteiligung hervor: Auf kommunaler Ebene, gemeinsam mit Morsbach organisiert, wurden rund 1300 Stunden absolviert. Weitere etwa 1000 Stunden entfielen auf Kreis- und Landesebene. Ab 2027 soll die Grundlagenausbildung praxisnäher strukturiert werden. Die 48 Mitglieder der Jugendfeuerwehr blickten laut Bericht der verhinderten Jugendwartin Ricarda Wehling auf ein erfolgreiches Jahr zurück; unter anderem standen eine Tour an die Ostsee und gemeinsame Übungen mit dem THW auf dem Programm.
Bürgermeisterin Larissa Weber würdigte den Einsatz der Feuerwehr an 365 Tagen im Jahr und verwies darauf, dass im Dezember erstmals eine Aufwandsentschädigung ausgezahlt wurde. Kreisbrandmeister Julian Seeger rief zur Wachsamkeit auf und betonte die Bedeutung von Kooperation zwischen den Hilfsorganisationen sowie der Eigenvorsorge der Bevölkerung.
Eine besondere Ehrung erhielt Jürgen Weber von der Löschgruppe Heide: Ihm wurde das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber verliehen. Er war seit 1997 in der Einheitsführung tätig, zuletzt 25 Jahre als Löschgruppenführer.
Für langjährigen, aktiven Dienst erhielten das Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW: Christian Nöltgen, Andreas Schmidt und Marco Schmidt (35 Jahre, Gold) sowie Thore Benedikt Sommer, Tim Wehling und Ricarda Wehling (25 Jahre, Silber). Für langjährige Mitgliedschaft wurden mit der Ehrennadel des Verbandes Deutscher Feuerwehren ausgezeichnet: Helmut Rödder (50 Jahre) und Thomas Mettner (40 Jahre).
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |
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