Erinnerungsprojekt
"Verlorene Namen" aus dem Zweiten Weltkrieg
Siegburg. Mit großem persönlichem Engagement widmet sich der Siegburger Mario Mercurio einem besonderen Erinnerungsprojekt: Unter dem Titel „Verlorene Namen“ erforscht und dokumentiert er die Schicksale jener Männer aus Siegburg, die im Zweiten Weltkrieg gefallen oder bis heute vermisst sind.
Das Projekt verfolgt das Ziel, die vergessenen Biografien dieser Menschen zu bewahren und ihnen, oft nach über achtzig Jahren, wieder ein Gesicht und eine Geschichte zu geben. Viele Familien wissen bis heute nur wenig über das Schicksal ihrer Angehörigen und zahlreiche Dokumente schlummern unbeachtet in Archiven oder privaten Nachlässen.
„Ich möchte die Erinnerung an diese Männer bewahren, ihre Geschichten aufarbeiten und sie wieder sichtbar machen, nicht als Helden, sondern als Menschen aus unserer Stadt, deren Leben im Krieg geendet hat“, erklärt Projektinitiator Mario Mercurio.
Inzwischen hat er bereits über 450 Personen aus Siegburg namentlich erfasst. Für viele von ihnen konnten Einheiten, Feldpostnummern, Grablagen, Auszeichnungen ermittelt werden. Alle Ergebnisse werden schrittweise auf der Website www.verlorene-namen.de veröffentlicht, die als digitale Gedenkstätte und offene Forschungsplattform dient. Dort können Interessierte kostenlos recherchieren und die bisher erarbeiteten Daten einsehen.
Das Projekt ist vollständig privat initiiert und finanziert, ohne öffentliche Fördermittel oder institutionelle Unterstützung. Daher freut sich Herr Mercurio über jede Hilfe aus der Bevölkerung: „Vielleicht liegen auf Dachböden oder in alten Fotoalben noch Sterbebilder, Feldpostbriefe, Wehrpässe, Fotos oder andere Dokumente, die Hinweise auf diese Menschen geben. Jede noch so kleine Spur kann helfen, ein weiteres Stück Siegburger Geschichte zu rekonstruieren.“
Der Initiator hofft auf weitere Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, ihr Wissen oder Materialien zu teilen. „Ich bin überzeugt, dass viele Menschen in Siegburg noch Erinnerungen oder Fundstücke besitzen, die bislang unbeachtet geblieben sind.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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