Azubibörse Hürth
Handwerk sieht Lösung im Jahrespraktikum
- Praktische Erfahrung ist im Handwerk essentiell. Auf der Suche nach dem richtigem Beruf helfen Praktika in Handwerksbetrieben.
- Foto: Handwerk NRW
Das Präsidium des Landesverbandes derKreishandwerkerschaften spricht sich für die Einführung des freiwilligen Handwerksjahres in NRW aus.
Hürth / Region (red). Wie soll es nach der Schule weitergehen? Auf diese Frage wissen immer mehr Jugendliche keine konkrete Antwort. „Ein Grund dafür ist, dass Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit viel zu selten mit der Berufswelt in Kontakt kommen“, bedauert Klaus Friedrich, Kreislehrlingswart der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft. Und: „Wir wissen, dass rund 70 Prozent aller Auszubildenden über ein Praktikum zu ihrer Ausbildung gefunden haben,“ sagt er.
Ergänzend zu verpflichtenden und freiwilligen Praktika ist deshalb im Schleswig-Holstein ein interessantes Projekt entstanden, das Vorbild sein kann auch für Nordrhein-Westfalen: Das freiwillige Handwerksjahr. Peter Ropertz, Hauptgeschäftsführer der KH Rhein-Erft, erklärt: „Analog zu einem freiwilligen sozialen Jahr haben Jugendliche hier nach dem Abschluss der Schule die Möglichkeit, Handwerksberufe näher kennenzulernen.“
Erste Erfahrungen bei der Handwerkskammer Lübeck, in deren Einzugsgebiet das „freiwillige Handwerksjahr“ gestartet ist, seien ausgesprochen positiv, berichtet Landesverbands-Geschäftsführer Ulrich Müller. Rund 150 Betriebe und über 80 Jugendliche hätten sich gemeldet, mit Förderung des Schleswig-Holsteinischen Instituts für berufliche Bildung seien zunächst 25 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren in ein freiwilliges Handwerksjahr gestartet.
Neben wertvollen Berufserfahrungen und der Erkenntnis, ob ein gewähltes Berufsfeld auch für eine spätere Ausbildung in Frage kommt, gibt es beim freiwilligen Handwerksjahr in Schleswig-Holstein monatlich 450 Euro Aufwandsentschädigung.
„Ein solches freiwilliges Handwerksjahr, angelehnt an die Regelungen eines freiwilligen sozialen Jahres wünschen wir uns auch in NRW“, sagt Klaus Friedrich und ergänzt: „Wir werden in den Dialog mit der Politik und der Handwerkskammer gehen, um das Projekt voranzutreiben.“
Insbesondere von der Politik benötigt das Handwerk Unterstützung. In diesem Zusammenhang weist Kreishandwerksmeisterin Martina Engels-Bremer zurecht auf einige formale Aspekte hin: „Wir brauchen Rechtssicherheit in Punkten wie Mindestvergütung, Kettenverleih, also Ausbildung in unterschiedlichen Unternehmen, und Befreiung von der Schul- oder Berufsschulpflicht während eines freiwilligen Handwerksjahres.“
Weclhe Karrierechancen und Möglichkeiten das Handwerk jungen Menschen bietet, zeigt die Innungen der Kreishandwerkerschaft Rhein-erft mit der „Straße des Handwerks“ auch im Rahmen der Hürther Ausbildungsplatzbörse am kommenden Samstag.
Redakteur/in:Ulf-Stefan Dahmen |