Tag des offenen Denkmals
Einblicke in Frechener Geschichte
- Der Tag des offenen Denkmals 2026 lockt mit Wissenswertem zur Brikettfabrik „Grube Carl”, zur Frechener Töpfertradition, der Via Belgica und dem Lindentheater.
- Foto: Stadt Frechen/Peter Kleinen
Wie war eine antike Handelsstraße mit ihrer Umgebung vernetzt? Wie organisierte sich eine Fabrik vor 100 Jahren ganz ohne Internet? Antworten auf diese Fragen gibt es beim Tag des offenen Denkmals 2026, den die Stadt Frechen unter dem Motto „NETZwerke: Denkmale & Infrastruktur?” am Wochenende 12./13. September mit einem abwechslungsreichen Programm feiert.
Frechen (lk). Das Motto ist dabei mehr als ein Schlagwort: „Denkmäler dienen der Wertevermittlung, sie sind Geschichtsort, Kunstwerk und Wissensquelle zugleich und damit unverzichtbar für unser Geschichts- und Wertebewusstsein“, teilt die Stadt Frechen mit.
Möglich wird der Aktionstag jedes Jahr nur durch das Engagement zahlreicher Institutionen, Kreise, Städte, Gemeinden, Verbände, Vereine, privater Denkmaleigentümer und Bürgerinitiativen. In Frechen sorgt die Untere Denkmalbehörde auch 2026 wieder für ein Programm, das Geschichte zum Anfassen bietet.
Auf zum Ärmelkanal
Den Auftakt macht der Denkmalschutzbeauftragte Egon Heeg am Samstag, 12. September, mit einer Wanderung auf der Via Belgica, einst eine der bedeutendsten römischen Handels- und Militärstraßen zwischen Köln und dem Ärmelkanal. Von 14 bis etwa 16 Uhr führt der Weg von der Johannesgrundschule, Friedrich-Ebert-Straße 63, über den Pauli-Park bis in den Königsdorfer Forst, wo die historische Trasse als Damm noch heute im Gelände sichtbar ist. Wer schon immer wissen wollte, wie sich 2.000 Jahre alte Infrastruktur bis in unsere Zeit erhalten hat, ist hier genau richtig. Da die Gruppengröße auf 25 Personen begrenzt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung bis zum 31. August 2026.
Handwerk aus dem Mittelalter
Wer schon immer sehen wollte, wie Handwerk vor 600 Jahren funktionierte, sollte sich den Termin am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr vormerken: An den Töpferöfen Broichgasse, Toni-Lux-Platz, öffnet sich ein Fenster in die spätmittelalterliche Handwerkskunst. Die 1986 entdeckten Öfen sind seit dem 14. Und 15. Jahrhundert in Gebrauch: In einem brannten einst bei bis zu 1.300 Grad die berühmten Bartmannkrüge, im anderen bei 800 bis 1.000 Grad ganz gewöhnliches Haushaltsgeschirr. Eine Anmeldung ist nicht nötig, einfach vorbeikommen.
Fabrik im Netzwerk der Geschichte
Wie war ein Unternehmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts organisiert, ganz ohne E-Mail oder Internet? Auf dem Gelände der ehemaligen Brikettfabrik „Grube Carl” wird diese Frage lebendig beantwortet. Peter Kleinen und Wolfgang Dickopp zeigen am Sonntag, 13. September, ab 13 Uhr auf dem Wolfgang-Giesen-Platz eine Fotoausstellung, die den Wandel vom Fabrikalltag zum heutigen modernen Wohnen eindrucksvoll dokumentiert. Wer tiefer einsteigen möchte, ist bei der Führung der Unteren Denkmalbehörde mit Dr. Daniela Claudia Grögor-Schiemann genau richtig: Sie zeichnet den Weg von der Kohle bis zum fertigen Brikett nach. Für diese Führung wird um Anmeldung bis zum 31. August gebeten. Es gibt 25 Plätze.
Tag der offenen Tür im Lindentheater
Zum stimmungsvollen Ausklang lädt das denkmalgeschützte Lindentheater, Lindenstraße 16, am Sonntag, 13. September, ab 12 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Bei einer Führung mit Vortrag lässt sich das traditionsreiche Kino von einer ganz neuen Seite entdecken. Um ca. 16 Uhr zeigt das Haus außerdem den Dokumentarfilm „Grube Carl – Eine Ära geht zu Ende” von Peter Kleinen, eine Ergänzung zum Nachmittag auf dem Fabrikgelände. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme richtet sich jedoch nach der Verfügbarkeit der Plätze.
„Ob Römerstraße, Töpferofen, Fabrikgelände oder Kinosaal, der Tag des offenen Denkmals 2026 zeigt eindrucksvoll, wie eng Denkmale und die sie umgebende Infrastruktur schon immer miteinander vernetzt waren. Ein Besuch lohnt sich für Klein und Groß“, verspricht die Stadtverwaltung Frechen.
Anmeldung und Kontakt
Für die Führungen am Samstag sowie bei „Grube Carl” ist wegen der begrenzten Teilnehmerzahl eine Voranmeldung bis zum 31. August erforderlich. Interessierte erreichen die Untere Denkmalbehörde der Stadt Frechen unter Telefon 02234 501-1411 und 02234 501-1736 sowie per E-Mail an denkmal@stadt-frechen.de. Eine Bestätigung der Anmeldung erfolgt, sofern Plätze frei sind.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |