Deutliches Zeichen für den gemeinsamen Schutz
Archiv des LVR stärkt regionalen Archivschutz

Das Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland (ALVR) ist neben dem Stadtarchiv Elsdorf sowie dem Stadtarchiv Pulheim dem Notfallverbund Rhein-Erft-Rur, der Arbeitsgemeinschaft der Archive der Kreise Rhein-Erft und Düren beigetreten. Die Beitrittsvereinbarung wurde jetzt im Archiv des LVR in der Abtei Brauweiler feierlich unterzeichnet. Mit dem Beitritt setzen die Archive ein deutliches Zeichen für den gemeinsamen Schutz des schriftlichen Kulturerbes in der Region.

Pulheim-Brauweiler (red). Der Ende 2024 gegründete Notfallverbund verfolgt das Ziel, sich bei Schadensereignissen wie Hochwasser, Starkregen, Bränden oder technischen Defekten gegenseitig schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Die Mitgliedseinrichtungen stellen sich im Ernstfall Personal, Material und fachliche Expertise zur Verfügung, um Archivgut möglichst wirksam zu sichern und Schäden zu begrenzen.

„Archive bewahren das historische Gedächtnis unserer Gesellschaft. Ihr Schutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Mit dem Beitritt drei weiterer Archive gewinnt der Notfallverbund starke Partner und stärkt zugleich die regionale Zusammenarbeit für den Erhalt unseres schriftlichen Kulturerbes“, sagte Dr. Carla Lessing, Leiterin des Archivs des LVR.

Mit dem Archiv des LVR, dem Stadtarchiv Elsdorf und dem Stadtarchiv Pulheim wächst das Netzwerk auf insgesamt acht Mitgliedseinrichtungen an. Bereits beteiligt sind die Archive der Städte Bedburg, Bergheim, Hürth, Jülich und Wesseling. Als langjähriges Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Archive der Kreise Rhein-Erft und Düren ist das Archiv des LVR eng mit den kommunalen Archiven der Region vernetzt. Der Beitritt zum Notfallverbund baut diese Zusammenarbeit weiter aus.

„Im Ernstfall wissen alle Archive, was zu tun ist. Dank der räumlichen Nähe unserer Einrichtungen können wir schnell reagieren und uns gegenseitig unterstützen. Die Gewissheit, sich auf diesen Verbund jederzeit verlassen zu können, ist von unschätzbarem Wert.“, so Michael Cöln, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft.

Im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung nahmen die Mitglieder des Notfallverbunds an einem gemeinsamen Workshop im Archiv des LVR teil. Neben theoretischen Grundlagen standen praktische Übungen zur Bergung und Erstversorgung von wassergeschädigtem Archivgut auf dem Programm.

Ziel der Fortbildung war es, die Abläufe im Ernstfall gemeinsam zu trainieren und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Archiven weiter zu festigen.

Der Notfallverbund Rhein-Erft-Rur ist Teil einer landesweiten Initiative zum Schutz von Kulturgut. Durch regelmäßige Übungen, Fortbildungen und den Austausch von Erfahrungen stärken die beteiligten Archive ihre Handlungsfähigkeit im Krisenfall und leisten einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt des schriftlichen kulturellen Erbes.

Redakteur/in:

Signe Mai Slomian aus Pulheim

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