Da blüht er richtig auf!
Drei Gestaltungsideen für den Vorgarten

Ein gestalterischer Kniff ist die Erhöhung des Beets - dann wachsen die Pflanzen nicht direkt ebenerdig im Boden, sondern in einem gemauerten Hochbeet. Dieses fungiert zugleich als kleine Mauer und trennt den Vorgarten klar vom öffentlichen Raum, ohne einengend oder abschirmend zu wirken. Foto: BGL
  • Ein gestalterischer Kniff ist die Erhöhung des Beets - dann wachsen die Pflanzen nicht direkt ebenerdig im Boden, sondern in einem gemauerten Hochbeet. Dieses fungiert zugleich als kleine Mauer und trennt den Vorgarten klar vom öffentlichen Raum, ohne einengend oder abschirmend zu wirken. Foto: BGL
  • hochgeladen von Angelika Koenig

(BGL). Mal schmal und lang, mal groß mit Hang – Vorgärten präsentieren sich von Grundstück zu Grundstück unterschiedlich. Was sie alle vereint: Sie müssen bepflanzt werden.
Schmal, aber spannend
Die Grundstücke in Deutschland werden kleiner, die Häuser rücken tendenziell näher an die Straße und damit einhergehend ist auch die Fläche für eine abwechslungsreiche Bepflanzung deutlich schmaler. Spritzschutzstreifen, Briefkasten, der Weg zur Tür und zur angrenzenden Garage sowie Mülleinhausung minimieren zusätzlich den Raum für Beetgestaltung. Da ist Kreativität gefragt, wie sich neben all den praktischen Elementen auch eine Vielfalt an Pflanzen integrieren lässt. „Die größte Herausforderung ist es, auf kleiner Fläche Spannung und Dynamik zu erzeugen“, weiß Uschi App vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Wählt man ausschließlich Gewächse, die eine ähnliche Blütezeit haben und eine ähnliche Größe entwickeln, wirkt das Gesamtbild schnell langweilig. Daher raten wir dazu, bewusst Höhenunterschiede zu schaffen, zwischen blühenden Stauden auch immergrüne Strukturpflanzen zu integrieren, die im Winter für Farbe sorgen. Leichte Gräser bringen Leichtigkeit und Bewegung ins Spiel. Duftpflanzen verwöhnen die Nase. Bäume überthronen die niedrigeren Pflanzen und werfen angenehmen Schatten.“ Ein gestalterischer Kniff ist auch die Erhöhung des Beets – dann wachsen die Pflanzen nicht direkt ebenerdig im Boden, sondern in einem gemauerten Hochbeet. Dieses fungiert zugleich als kleine Mauer und trennt den Vorgarten klar vom öffentlichen Raum, ohne einengend oder abschirmend zu wirken. Diese Variante bietet sich vor allem für moderne Stadthäuser mit klaren Linien an.
Dezent, aber dynamisch
In einem Vorgarten kann man mit Farben und Strukturen spielen, genauso aber auch mit Bewegung. Hier sind Gräser die Pflanzengruppe der Wahl. Sie wiegen sich sanft im Wind, rauschen leise bei jeder Bewegung und erinnern entfernt an ein beruhigendes Meer. Während Stauden vornehmlich mit ihren farbintensiven Blüten auftrumpfen, überzeugen Gräser mit ihren filigranen Halmen. Pflanzt man sie flächig, entsteht ein dichter Teppich, der Ruhe und Leichtigkeit vermittelt. „Zwar meinen viele Gartenbesitzende, dass Gräser immer grün und damit langweilig seien, das stimmt aber ganz und gar nicht,“ hebt Uschi App vom BGL hervor. „Zum einen ist Grün nicht gleich Grün. Es gibt eine beeindruckende Vielzahl an Schattierungen. Kombiniert man verschiedene Arten und Sorten, wirken die spannenden Unterschiede besonders intensiv. Zum anderen hat die Welt der Gräser auch weiß gestreifte, rote oder blaue Varianten im Angebot. Nicht zu vergessen: die imposanten Blütenrispen vom Diamantgras, die flitternden Ähren vom Herz-Zittergras oder die luftig-leichten Blütenwolken des Liebesgrases!“ Da Gräser in fast allen Regionen, Klimazonen und Lebensräumen dieser Welt zu finden sind, gibt es für jeden Vorgarten und jeden Gestaltungswunsch geeignete Arten und Sorten. Traumhafte Beetpartner sind zum Beispiel blütenstarke Stauden wie Echinacea oder Sonnenhut, wer es dezenter mag, entscheidet sich stattdessen für Rispenhortensien in zurückhaltenderen Farben. Ordnet man sowohl die Gräser als auch die Hortensien oder Stauden in sogenannten Driften an (bandartig strukturierte, an der Natur orientierte Gruppenpflanzungen) entsteht eine ruhige Miniatur-Landschaft, in die sich das Haus harmonisch einfügt.
Enorm, aber nicht ebenerdig
Was, wenn der Vorgarten zwar viel Fläche hat, aber sehr abschüssig ist? Uschi App: „Mit professioneller Beratung und Gestaltung ist auch bei Grundstücken mit starkem Gefälle einiges möglich. Es gilt aber deutlich mehr mitzudenken als bei einem Beet, das ebenerdig ist oder nur ein leichtes Gefälle hat. Hangsicherung, Erosionsschutz, Entwässerung – Laien sind da zurecht schnell überfordert. Hier raten wir unbedingt zu einem Gespräch mit einer Landschaftsgärtnerin oder einem Landschaftsgärtner. Gemeinsam lässt sich eine passende Gestaltung und Bepflanzung für die Visitenkarte des Hauses planen und auch direkt umsetzen.“ Bei Hanggrundstücken ist eine Terrassierung ratsam. Mit Stützwänden aus Naturstein, Gabionen oder Holz werden mehrere, horizontale Ebenen geschaffen, die sich für eine vielfältige Bepflanzung eignen. Ideal sind hier tief wurzelnde Arten und solche mit einem dichten Wurzelwerk, die einen Erosionsschutz schaffen. Bodendeckende Gewächse bilden mit der Zeit einen dichten Teppich, Zwiebelgewächse setzen hier und da saisonale Farbakzente, Gräser betonen Höhenunterschiede, Polsterstauden kreieren blühende Wolken und Solitärstauden ziehen mit ihren Farben und ihrer Größe alle Blicke auf sich, während imposante Gehölze eine vertikale Struktur schaffen. „Wichtig bei Grundstücken mit Hanglage ist es, Pflanzen auszuwählen, die wenig Aufmerksamkeit verlangen, damit man nicht allzu häufig in das abschüssige Gelände gehen muss“, erklärt Uschi App vom BGL. „Bodendecker, Stauden, Gräser und Zwiebelpflanzen sind hier perfekt, weil sie – einmal gepflanzt – Jahr für Jahr erfreuen und nur selten nach einem Schnitt, einer Gießrunde oder einer Neupflanzung verlangen!“

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RAG - Redaktion

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