Frühlingsfest auf Rittergut Orr
Jagdausstellung ergänzt Programm im Herrenhaus
- Über mangelndes Publikumsinteresse konnten die Sammler wahrlich nicht klagen.
- Foto: Rheinischer Sammlerkreis
Der Förderverein Rittergut Orr hatte zum Frühlingsfest eingeladen – und der Rheinische Sammlerkreis folgte der Einladung. Seit rund anderthalb Jahrzehnten engagiert sich der Verein für die behutsame Sanierung und den Erhalt des denkmalgeschützten Herrenhauses Orr sowie für die Rekultivierung der historischen Parklandschaft.
Pulheim-Orr (sis). Ziel solcher Veranstaltungen ist es, das Rittergut durch verschiedene Projekte zu revitalisieren und im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen zugänglich zu machen.
Im Zuge des Frühlingsfestes brachte der Rheinische Sammlerkreis den rund 3.000 Besuchern eine besondere Form der Jagd näher. Im Mittelpunkt stand die Niederwildjagd, die aus Sicht der Sammler eine wichtige Rolle für die Gesunderhaltung der heimischen Fauna und Flora spielt. Die Besucherinnen und Besucher erwartete im Herrenhaus und auf dem Gelände ein vielfältiges Angebot an Exponaten.
Das Frühlingsfest stand unter dem diesjährigen Motto „Bürgertum – zwischen Status, Bildung und Gemeinsinn“. Neben den Waffen- und Munitionsexperten des Rheinischen Sammlerkreises präsentierten auch weitere Aussteller ihre Themen und luden zum Betrachten, Nachdenken und zur Wissenserweiterung ein.Der Rheinische Sammlerkreis, dem unter anderem Munitions- und Waffensammler aus dem Rhein-Erft-Kreis, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kölner Raum angehören, zeigte historische Flinten mit Rad-, Stein- und Perkussionszündung. Anhand dieser Exponate wurde dargestellt, welche technischen Neuerungen das 19. Jahrhundert – insbesondere im Bereich der Waffentechnik – geprägt hatten.Thematisiert wurden auch die jagdlichen Veränderungen nach der Revolution von 1848, als das Jagdrecht nicht mehr ausschließlich dem Adel vorbehalten war, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch Bürgerlichen offenstand. In diesem Zusammenhang entwickelte sich die Niederwildjagd, teils auch als „Jagd des kleinen Mannes“ bezeichnet, zu einer eigenständigen Jagdart mit eigenen Methoden und Traditionen.
Darüber hinaus bot die Ausstellung Einblicke in die jagdlichen Verhältnisse anderer europäischer Länder sowie Nordamerikas. Gezeigt wurden auch Exponate außereuropäischer Herkunft. Während die Jagd auf Flugwild in Ländern wie Frankreich und Großbritannien als sportliche Aktivität gilt, dient sie in Nordamerika überwiegend dem Nahrungserwerb.
Ergänzt wurde der Ausstellungsteil durch ein generationsübergreifendes Rahmenprogramm mit Auftritten des Kölner Kinderzirkus, Livemusik aus verschiedenen Stilrichtungen, einem begehbaren Buch sowie einer kulinarischen Meile, die zum Verweilen und zum Austausch einlud.
Redakteur/in:Signe Mai Slomian aus Pulheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.