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Gran Canaria ... zwei Seiten, zwei Welten

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Von der kargen imposanten interessanten Schönheit der un-grünen Lava-Landschaft, den Vulkanen und dem Timanfaya-Nationalpark auf Lanzarote hatte ich ja schon am 24.02.2024 berichtet! Ich liebe Lanzarote mit den Wellen von Il Golfo und der Vulkanküste Los Hervideros, war schon zweimal hintereinander dort ... und mit Sicherheit nicht zum letzten Mal!

Dieses Jahr einmal wieder Gran Canaria zur Abwechslung! Ich bin jetzt zum fünften Mal auf Gran Canaria, davon der zweite Mutter-Sohn-Urlaub! Und dieses Mal zum ersten Mal mit Mietwagen ab Ankunft Flughafen bis Rückflug. Ein toller Preis für einen tollen mittleren SUV inklusive aller Kosten für zwölf Tage!

Die ersten Jahre auf Gran Canaria habe ich nur den fußläufigen Umkreis meines Hotels und der Hotel-Bucht kennengelernt sowie oberflächlich Playa del Ingles und Maspalomas per öffentlichem Bus! Playa del Ingles Bettenburg an Bettenburg und völlig überlaufen! Hier tobt der Bär! Menschenmassen schon Anfang März! Wer dieses Urlaubsleben so mag ... ICH nicht! Maspalomas ähnlich. Vom Ort her mit vielen Geröll-Flächen auch nicht mein Ding! Aber eine tolle Dünen-Landschaft! Sehenswert! Erlebenswert! Nur Achtung! In der Mittagszeit ist der Sand so heiß, dass man sich ohne Schuhe die Füße verbrennt und sich Brandblasen holt!

Wir haben gestern beide Orte noch einmal intensiv abgefahren und uns alles angesehen. Fazit ... nicht nach unserem Geschmack und unseren Bedürfnissen! Unser Hotel liegt übrigens am Anfang von San Agustin ... oder am Ende, je nachdem, von wo man kommt. An einer kleinen Bucht. Von Morgens bis abends Sonne!

Samstagfrüh angekommen! Fast 24 Stunden auf den Füßen! Heftig. Sonntag absoluter Ruhetag. Schlaf nachgeholt, so gut es ging. Am Montag wollten wir mit einer kleinen Tour in die Berge starten und uns ein wenig im Inselinneren umschauen! Aus einem kleinen Türchen/Tourchen sind dann fünf Stunden Fahrt geworden für eine Strecke von nur 60 Kilometern! Plus einer Stunde Pause mit Mittagssnack auf der urigen kleinen Biergarten-Terrasse eines gut besuchten Lokals in einem Örtchen mitten in den Bergen, Fataja. Mit wenigen Tischen und leicht reparaturbedürftigen Sonnenschirmen aus Stroh. Auch total urig mit einer ganz besonderen Atmosphäre! Soooooo schön! Und einfach idyllisch!

Die Straße, quer durch die Berge auf die Berge über die Berge einwandfrei asphaltiert, blitzesauber und nicht das kleinste Schlagloch! Nur Achtung ... am ganzen rechten Straßenrand entlang dem Begrenzungsstreifen kommt eine Abböschung von fast einem halben Meter! Ganz schön tückisch! Einmal nicht aufgepasst, zu weit rechts gefahren, kippt das Auto ab und gegen den Felsen!

Und jetzt kommt das, was wir überhaupt nicht erwartet hatten, da Gran Canaria genau so eine Lava-Insel ist, wie Lanzarote! Wir waren sehr überrascht! Eine völlig andere Landschaft, als auf Lanzarote! Weitläufige Berge. Grüne weite Täler. Eine absolute Traum-Bergwelt! Wunderschöne Bergformationen. Bizarre unterschiedliche Bergformen. Überhaupt kein Vergleich mit Lanzarote! So beeindruckend! So faszinierend! So atemberaubend die Felsenformen! Ein Hingucker und Stauner nach dem anderen! So schön, so schön, so schön! Und alles GRÜN! Palmen, Tannen, Pinien, blühende gelbe Büsche, weiße Büsche, rote Blümchenbüsche, Gewächse und Pflanzen ohne Ende! Dazu Sonne, blauer Himmel und 19° oben in den Bergen! Wirklich ein Traum! Eine völlig andere Inselwelt, als Lanzarote! Von einer Stelle in den Bergen aus konnte man sogar rübergucken auf Teneriffa und auf die Spitze des Teide, der teilweise von Wolken bedeckt war.

Was nicht so ganz prickelnd, eher etwas gefährlich war ... man musste die kurvige Zickzack-Straße mit Mengen von Rennradfahrern teilen, was teilweise sehr hinderlich war. All die Rennfahrer, die die Straße mühsam und quälend langsam hoch strampelten, gingen ja noch! Man musste ständig einen Bogen um sie herumfahren, was bei dem Gegenverkehr auf dieser vielfach schmalen Kurvenstrecke teilweise eine Herausforderung darstellte. Wobei mir bei den Rennradfahrern, die mit ihren Rennrädern ungebremst die Berge runterflitzten, teilweise Angst und Bange wurde! Mein einziger Wunsch für diese Renner war ... festsitzende Reifen und funktionierende Bremsen und ein sicheres Gleichgewicht und Distanz zu den entgegenkommenden Autos! Booooaahhh! Und eine gute Portion Gottvertrauen, wie man so schön sagt!

Weiter gings in dieser faszinierenden Traum-Berg-Landschaft in Richtung Tejeda, plötzlich dichtem Nebel entgegen! Alle Berge verschwunden in einer weißen Wand. Nieselregen. Regen. Bedrückend düstere Atmosphäre. Temperatur runter bis auf 5°! Kalt. Winter. Unwirtlich. Nicht schön! Der Norden der Insel ... feucht, viel Moos überall! Entsprechende Vegetation. Die meisten Stämme der Bäume geschält, meint ... ohne Rinde. Der freundliche hilfsbereite Hotel-Mitarbeiter an unserer Rezeption hatte uns gewarnt. Verschiedene Wetterzonen auf der Insel. Unterschiedliche Temperaturzonen. Ein Temperaturabfall von 14° auf ein paar Kilometern! Sehr beachtlich!

Müde von der anstrengenden konzentrierten Kurverei durch die wunderschöne abwechslungsreiche Bergwelt und den ganzen Eindrücken ging es zurück über die Autobahn! Die Entfernung, wofür wir auf dem Hinweg einige Stunden gebraucht hatten, war nun in zwanzig Minuten geschafft!

Ein Tag Pause. Liege Terrasse. Sonne. Blauer Himmel. Wind. Warm. Herrlich faul. Essen. Trinken. Relaxen. Nix tun. Und nix müssen. URLAUB!

Und gestern dann die Küstenstraße entlang von Playa del Ingles über Meloneras Richtung Puerto de Mogan. Auf den ersten Blick schreckliche Orte mit IN den Felsen erbauten Hotel-Anlagen, aber schönem hellem Sandstrand in den Badebuchten. Hotelklötze ohne Ende in allen Variationen, eingelassen IN Naturfelsen! Einfach nur hässlich, aber planerisch und architektonisch sensationell und außergewöhnlich und alle mit tollem Blick aufs Meer und in die Weite. Weitere Hotelklötze, einer am anderen, AUF den Felsen! Fürchterlich unschön im ersten Moment. Bedrückend unschön diese Massenunterkünfte! Aber auch an diesen Anblick gewöhnt man sich. Ich würde niemals dort buchen und meinen Urlaub dort verbringen! Grauenhafter Massentourismus! Einfach entsetzlich!

Die unschönen Felsen-Hotel-Bettenburgen, meist auch noch in Anthrazit, der Naturfarbe der Felsen angepasst und damit düster, wiederholten sich auf der weiteren Strecke an der Küste entlang. Potthässlich, obwohl interessant und von der inneren Einrichtung her möglicherweise sehr schön. Wer weiß?

Unser Ziel sollte sein Puerto de Mogan, am Ende der Küstenstraße! Ab dort führte die Straße weiter in die Berge Richtung Mogan. Auf noch einen solchen Felsenbettenburgenort hatten wir nicht so die Lust.

Puerto de Mogan ... DIE Überraschung! Ein zauberhafter Ort! Keine endlosen Bettenburgen. Ein überschaubarer Strand mit weißem Sand. Eine schöne Promenade mit vielen Geschäften und Lokalen. Einem Fluß oder Kanal mit gemütlichen Restaurants entlang dem inneren Ufer. Einem malerischen kleinen Hafen mit vielen tollen Segeljachten groß und klein, einem Felsen im Hintergrund und einer einladenden Atmosphäre. Ebenso der kleine Marktplatz mit einigen Lokalen. Wirklich idyllisch alles!

Im Internet habe ich irgendwo gelesen, dass Puerto de Mogan auch "Klein-Venedig" genannt wird! Zauberhaft die kleinen Gassen am Hafen! Und zauberhaft die beiden kleinen Kanäle mit den kleinen Brücken und brombeer-lila-farbenen Bourgainvillen zwischen den kleinen hübschen Häusern! Irgendwie zum Wohlfühlen und Liebgewinnen! Puerto de Morgan ... das absolute Highlight nach den Massentourismusbettenklötzen der vorherigen Orte!

Wir hätten gerne den Abend dort verbracht mit einem gemütlichen Abendessen in einem der gemütlichen Lokale! Aber in unserem Hotel wartete die Halbpension auf uns. Also ab Richtung Autobahn und zurück zu unserem Hotel!

Der krönende Abschluss und Abschied von Puerto de Mogan und dieser Küstenregion waren die unzähligen kleinen Lichter, die verstreut überall in den Bergen in der Dunkelheit leuchteten. Ein Meer von strahlenden kleinen Lichtpunkten in einem Meer von Dunkelheit! Idyllisch und faszinierend!

Wer gerne genaue Details über Gran Canaria, die fantastische Bergwelt im Inneren der Insel und die erwähnte Küstenregion im Südwesten wissen möchte, bitte im Internet nachlesen!

(C)eth

LeserReporter/in:

Ellen Thoms aus Pulheim

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