Preis für "Kramerey vnd Kurtzweyl"
Wenn das Mittelalter bunt wird

Steffen Müller (Kulturamt, Museum und Forum Schloss Homburg),  das Schlossgespenst, Barbara Degener (Kramerey vnd Kurtzweyl), Johannes Bortlisz-Dickhoff (GRÜNE) sowie die Bürgermeister Thomas Hellbusch und Ulrich Stücker.  | Foto: Wolfgang Abegg
  • Steffen Müller (Kulturamt, Museum und Forum Schloss Homburg), das Schlossgespenst, Barbara Degener (Kramerey vnd Kurtzweyl), Johannes Bortlisz-Dickhoff (GRÜNE) sowie die Bürgermeister Thomas Hellbusch und Ulrich Stücker.
  • Foto: Wolfgang Abegg

Oberberg. Wo sonst Ritter, Handwerker und Gaukler das Mittelalter lebendig werden lassen, gab einen ganz besonderen Grund zum Feiern: Auf Schloss Homburg wurde der Regenbogenpreis der GRÜNEN-Fraktion in der Landschaftsversammlung Rheinland an Barbara Degener stellvertretend für den Verein „Kramerey vnd Kurtzweyl“ überreicht.

Ausgezeichnet wurde der Integrative Pädagogische Tag – ein Projekt, das inzwischen 1.000 Schulkinder auf Schloss Homburg zusammenbringt.

Die Zahl allein ist beeindruckend. Noch beeindruckender ist, was dahintersteckt: Rund 250 Künstlerinnen und Künstler, Handwerkerinnen und Handwerker sowie Museumspädagoginnen und -pädagogen wirken ehrenamtlich mit. Viele verzichten dafür auf eine Gage.

Gemeinsam sorgen alle dafür, dass Geschichte nicht nur im Geschichtsbuch stattfindet, sondern zum Anfassen, Mitmachen und Staunen einlädt. Johannes Bortlisz-Dickhoff, Co-Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in der Landschaftsversammlung Rhein-

land, überreichte den mit 1.000 Euro dotierten Preis. Das Geld stammt aus Spenden der Fraktionsmitglieder aus ihren Aufwandsentschädigungen. Der Preis soll sichtbar machen, was ehrenamtlich möglich ist, um das Rheinland sozialer, inklusiver, umweltgerechter und demokratischer zu gestalten.

Vom Pädagogischen Tag zum Erfolgsmodell

Die Geschichte des Integrativen Pädagogischen Tages begann nach der Corona-Pandemie, als der Mittelaltermarkt auf Schloss Homburg neu belebt wurde.

Die Idee: Warum nicht auch einen eigenen Tag für Schulen anbieten? Bereits 2024 nahmen 250 Kinder von zwei Förderschulen teil, der Helen-Keller-Schule und der Hugo-Kükelhaus-Schule. Aus dem Pädagogischen Tag wurde ein integratives Projekt.

2025 waren bereits 500 Kinder dabei. 2026 verdoppelte sich die Zahl noch einmal. Der Integrative Pädagogische Tag hat sich inzwischen so weit entwickelt, dass er unabhängig vom Mittelaltermarkt stattfindet.

Und er hat einiges zu bieten: Kinder und Jugendliche probieren alte Handwerke aus, lernen historische Kulturtechniken kennen und erleben Geschichte hautnah. Schülerinnen und Schüler mit und ohne Förderbedarf verbringen gemeinsam einen Tag. Musik, Tanz und Theater aus den Schulen gehören ebenso zum Programm wie Umweltpädagogik, an der sich die Biologische Station Oberberg beteiligt.

Besonders ans Herz gewachsen sind den Veranstaltern die Auftritte der Minis und Maxis der Helen-Keller-Schule. Auch Kinder mit Fluchthintergrund bringen ihre eigenen kulturellen Erfahrungen ein. Mittelalter trifft Gegenwart – und genau darin liegt der besondere Charme des Projekts.

Ehrenamt ist Teamarbeit

Barbara Degener machte bei der Preisverleihung deutlich, dass hinter dem Erfolg nicht eine einzelne Person, sondern eine große Gemeinschaft steht. Der Anspruch des Vereins sei hoch: Qualität, kulturelle Vielfalt und handwerkliches Können sollen geboten werden. Das lasse sich nur mit sehr viel ehrenamtlichem Einsatz verwirklichen.

Und Unterstützung wird dringend gebraucht. Sponsoren, Stiftungen, Kommunen, Vereine und weitere Partner helfen dabei, das Programm zu finanzieren. Zu den Unterstützern gehören unter anderem Banken und Sparkassen, das Team von Schloss Homburg und das Kulturamt des Oberbergischen Kreises. Denn Ehrenamt mag kostenlos sein – die Rahmenbedingungen sind es nicht immer. Sicherheitskonzepte, behördliche Auflagen und steigende Kosten machen die langfristige Sicherung des Projekts zunehmend anspruchsvoll.

Ein Preis, der Mut macht

Der Regenbogenpreis soll nicht nur eine Auszeichnung sein, sondern auch Rückenwind geben. Für Bortlisz-Dickhoff vereint der Integrative Pädagogische Tag gleich mehrere Ziele des Preises: Inklusion, kulturelle Bildung, Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und die Förderung des demokratischen Miteinanders.

Nach der Übergabe wurde in der Museumswerkstatt weitergefeiert - mit Musik, einem Imbiss und Gesprächen. Auf Schloss Homburg wurde an diesem Nachmittag nicht nur ein Preis überreicht. Gefeiert wurde eine Idee, die zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen ihre Zeit, ihr Können und ihre Begeisterung zusammentun. Oder, um es mit einem Bild des Tages zu sagen: Ein bisschen Mittelalter, ein bisschen Musik, ganz viel Ehrenamt – und ein Regenbogen darüber.

Redakteur/in:

RAG - Redaktion

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

39 folgen diesem Profil

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.