Schneewoche
56 Straßenmeistereien im Einsatz

Foto: Archivfoto OAE

Region/Wiehl. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr teilt mit: Die Wintersaison 2025/2026 startete spät in Nordrhein-Westfalen – doch seit Ende Dezember zeigt der Winter, was er kann: Glatteis,
Schneefälle und anhaltend frostige Temperaturen erfordern seit rund einer Woche den Dauereinsatz der Straßenmeistereien in Nordrhein-Westfalen. Kein Tag verging seit dem Jahreswechsel ohne Schneeräumung und Streueinsätze. Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer besuchte heute die Straßenmeisterei in Wiehl, um den Winterdienst in den frühen Morgenstunden zu begleiten.

„Was ich hier an persönlichem Einsatz und an Professionalität erlebe, ist beeindruckend. Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen der Straßenmeistereien, die mitten in der Nacht aufstehen und auch an den Wochenenden im Schichtdienst unterwegs sind, um die Straßen für uns alle freizuhalten. Sie übernehmen eine große Verantwortung“, sagte Krischer. Er appellierte, die Einsatzfahrzeuge nicht zu behindern und sich
umsichtig zu verhalten. Immer wieder käme es vor, dass Mitarbeitendeim Straßendienst angefeindet würden.

In Nordrhein-Westfalen kümmern sich 56 Straßenmeistereien und rund 1.200 Mitarbeitende um die Sicherheit auf mehr als 14.000 Kilometern Bundes- und Landesstraßen sowie vielen wichtigen Radwegen. Bei Wetterverhältnissen wie in der ersten Januarwoche sind bis zu 570 Räum- und Streufahrzeuge mit Schneepflügen, Feuchtsalz-Streumaschinen und Salzsole-Sprühtechnik unterwegs. Winterdienst bedeutet
für die Kolleginnen und Kollegen, dass sie den ganzen Winter über in geplanter Bereitschaft sind und in den Straßenmeistereien die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes sowie Daten aus den 270 Straßenwetterstationen im Land auswerten, um ihre Einsätze zu planen. Das ermöglicht ihnen, Gefahrenzonen frühzeitig zu erkennen, Fahrten gezielt zu koordinieren und im Bestfall zu streuen, bevor es zur gefährlichen Glatteisbildung kommt.

Ihr Einsatz startet zwischen drei und vier Uhr in der Nacht, damit wichtige Verbindungen bis zum Berufsverkehr schnee- und eisfrei sind. Über den Tag müssen bei anhaltenden Schneefällen zusätzliche Räum- und Streu-Umläufe gefahren werden. Besonders herausfordernd sind die höheren Lagen, gefährliche Abschnitte mit Gefällestrecken oder Bereiche, die von Verwehungen bedroht sind und vorrangig geräumt werden müssen. „Seit Tagen sind die Teams im Dauereinsatz und reagieren flexibel auf die wechselnden Witterungsbedingungen. Mit ihrer Erfahrung, ihrer Einsatzbereitschaft und der Verantwortung leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrssicherheit für uns alle“, erklärt Christoph Jansen, neuer technischer Direktor von Straßen.NRW.

Straßen.NRW ist zuständig für Bundes- und Landesstraßen sowie Radwege, die überörtlich relevant sind. Kommunale Straßen und Wege werden von den jeweiligen Städten und Gemeinden betreut.

Dabei setzt Straßen.NRW zumeist angefeuchtetes Streusalz ein, das sich zu 70 Prozent aus Trockensalz und zu 30 Prozent aus Salzlösung zusammensetzt. Angefeuchtetes Salz haftet besser an der Fahrbahn und wird nicht so schnell verweht. Dadurch ist es auch sparsamer im Verbrauch. Vermehrt werden zudem umweltfreundliche Salz-Wasser-Gemische genutzt und grundsätzlich nur so viel gestreut wie nötig, um
Glätte zu verhindern.

Kooperation bei der Beschaffung von Streusalz
Der Landesbetrieb betreibt 128 Streugutlagerstätten und kooperiert bei der Beschaffung von Streusalz mit vielen Kommunen und Kreisen in Nordrhein-Westfalen. 118 Gebietskörperschaften haben sich dem Ver-
trag von Straßen.NRW als Bestellgemeinschaft angeschlossen. Zurzeit sind ausreichende Salzvorräte vorhanden, aber auch der Landesbetrieb verzeichnet in den vergangenen Tagen einen höheren Verbrauch.

Für das kommende Wochenende melden die Wetterdienste weitere Schneefälle und Glatteisgefahr. Aufgrund der anspruchsvollen und anhaltenden Wetterlage gilt für alle Verkehrsteilnehmenden besondere Vorsicht und Rücksicht im Straßenverkehr. Wetterberichte und Warnlagen sollten vor geplanten Fahrten geprüft werden.

Weitere Informationen:
https://www.strassen.nrw.de/de/winterdienst.html

Redakteur/in:

Beate Pack aus Oberberg

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