Platzprobleme
Maikirmes ist abgesagt
- Die Umgestaltung der Innenstadt mit dem Abriss des Takko-Marktes sorgt für Platzprobleme. Weil Alternativflächen mit geeigneter Infrastruktur ebenfalls Mangelware sind, muss die Mechernicher Maikirmes ausfallen.
- Foto: Archiv/pp/Agentur ProfiPress
Die Entscheidung ist allen Beteiligten nicht leichtgefallen: Die traditionelle Maikirmes in Mechernich kann in diesem Jahr nicht stattfinden. Gründe sind die derzeitige bauliche Situation in der Innenstadt mit Baustellen am Bleibergplatz und dem Umbau der Feytalstraße. Dadurch fehlen auch Alternativflächen mit geeigneter Infrastruktur.
Mechernich (red). „Die Kirmes ist ein wichtiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens und unserer Tradition. Daher bedauern wir sehr, dass sie aktuell nicht umgesetzt werden kann“, erklärt Bürgermeister Michael Fingel. Gleichzeitig betont er: „Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten nach vorne schauen. Unser Ziel ist es, tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Mein besonderer Dank gilt dem Vereinskartell, das sich Jahr für Jahr mit großem Engagement für die Organisation der Kirmes einsetzt.“
Wie Sascha Suijkerland, stellvertretender Vorsitzender des Vereinskartells, im Gespräch schildert, fehlt es derzeit schlicht an einem geeigneten Ausweichstandort. Der bisher genutzte Bleibergplatz steht wegen des Bauvorhabens rund um das ehemalige Supermarkt-Gebäude („Takko“-Filiale) nicht verlässlich zur Verfügung, alternative Flächen im Stadtgebiet konnten trotz intensiver Prüfung nicht überzeugen.
„Wir haben verschiedene Optionen durchgespielt, aber überall stoßen wir an Grenzen: sei es bei der Infrastruktur, bei der Erreichbarkeit oder bei der Akzeptanz im Umfeld“, so Suijkerland. Eine Kirmes benötige ausreichend Platz, funktionierende Verkehrswege, Stromversorgung und ein stimmiges Gesamtumfeld. „Das alles lässt sich aktuell an keinem Standort so darstellen, wie es für eine solche Veranstaltung notwendig wäre.“
Neben den organisatorischen Herausforderungen spielen auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Die Durchführung einer Kirmes ist für Vereinskartell und Schausteller mit erheblichen Kosten verbunden.
Gleichzeitig müssten Preise stabil bleiben, um die Veranstaltung für Besucher weiterhin attraktiv zu halten.
„Wenn die Rahmenbedingungen nicht passen und gleichzeitig die Kosten hoch bleiben, ist das für alle Beteiligten schwierig darstellbar“, erklärt Suijkerland. Vor diesem Hintergrund sei die Absage letztlich eine verantwortungsvolle Entscheidung gewesen.
Stadt und Vereinskartell betonen, dass sie nun gemeinsam an Lösungen arbeiten wollen. Aktuell wird geprüft, ob zumindest eine kleinere Variante der Kirmes im Herbst möglich ist. Konkrete Aussagen dazu können jedoch noch nicht getroffen werden. Bis dahin bitten Stadt und Vereine um Verständnis für die Entscheidung, verbunden mit dem klaren Signal: Die Mechernicher Kirmes kommt zurück.
Redakteur/in:Signe Mai Slomian aus Pulheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.