Gedenken in Mechernich
Frieden ist keine Selbstverständlichkeit

Am Volkstrauertag gedachten die Bürgerinnen und Bürger  in Mechernich wieder den vielen Opfern von Krieg, Terror und Gewalt.  | Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
  • Am Volkstrauertag gedachten die Bürgerinnen und Bürger in Mechernich wieder den vielen Opfern von Krieg, Terror und Gewalt.
  • Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Volkstrauertag in Mechernich: Musikalischer Trauerzug mit andächtigen, mahnenden Worten

Mechernich (rb.) Viele Bürgerinnen und Bürger nahmen am Volkstrauertag in Mechernich am Trauerzug zum Ehrenmal teil. Begleitet von den warmen Klängen der Bergkapelle, der Nationalhymne und den Stimmen des Männergesangvereins Vussem gedachten sie der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Auch Vertreter von Stadt, Bundeswehr, Feuerwehr, Rotem Kreuz sowie zahlreiche Vereine aus Mechernich, darunter das Vereinskartell und Karnevalsvereine, schlossen sich dem Zug an.

Bürgermeister Michael Fingel erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Frieden „keine Selbstverständlichkeit“ sei. Als Vertreter einer Generation, die in Freiheit aufgewachsen ist und Krieg lange nur aus Geschichtsbüchern kannte, betonte er, dass seit dem russischen Angriff auf die Ukraine Begriffe wie Abschreckung, Wehrpflicht und Verteidigungsfähigkeit wieder Teil der gesellschaftlichen Realität geworden sind. „Nur wer stark ist, kann Frieden sichern“, so Fingel. Er dankte ausdrücklich den Soldatinnen und Soldaten in Mechernich. Die Bleiberg-Kaserne und die unterirdische Anlage zeigten, dass Sicherheit und zivile Strukturen zusammengehören. Sein besonderer Dank galt Oberstleutnant Jochen Schnabel, den er als „Brückenbauer zwischen Bundeswehr und Stadt“ würdigte.

Auch Pfarrer Erik Pühringer berührte die Anwesenden mit einem Gebet, das Trost und Mahnung zugleich war. Er gedachte der Gefallenen und aller Opfer von Gewalt und segnete anschließend das Mahnmal. Sascha Suijkerland vom Vereinskartell – zugleich DRK-Bereitschaftsleiter – betonte, dass Gedenken mehr sein müsse als ein jährliches Ritual. In Mechernich werden die Kriegsgräber, gemeinsam mit der Reservistenkameradschaft instandgesetzt, damit die Erinnerung nicht verloren geht.

Besonders nachdenklich stimmte eine Begegnung am Morgen: Eine ältere Dame hatte Suijkerland gefragt, was an diesem Tag eigentlich stattfinde. „Genau deshalb müssen wir erklären, warum wir hier stehen – und warum dieser Tag wichtig ist“, sagte er. In stiller Andacht blickten Fingel, Schnabel und Suijkerland schließlich auf die niedergelegten Kränze – ein Gedenken an all jene, die in Kriegen ihr Leben viel zu früh verloren haben.

Zum Abschluss zog der Trauerzug bei musikalischer Begleitung zurück zum Pfarrheim, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Kaffee und kleinen Köstlichkeiten zusammenkamen. Dabei wurde deutlich: Der Volkstrauertag in Mechernich ist mehr als ein Datum – er bleibt ein Tag der Verantwortung gegenüber Vergangenheit, Gegenwart und kommenden Generationen.

Redakteur/in:

Ruben Bartsch aus Köln

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