Großübung
Extremwinter als Stresstest

Den Herausforderungen einer Extremwetterlage stellten sich die Einsatzkräfte im Kreis Euskirchen im Rahmen einer gemeinsamen Übung.  | Foto: Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress
  • Den Herausforderungen einer Extremwetterlage stellten sich die Einsatzkräfte im Kreis Euskirchen im Rahmen einer gemeinsamen Übung.
  • Foto: Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/Schleiden/Kreis Euskirchen (red). Extreme Wetterlagen können die Einsatzkräfte im Katastrophenschutz vor enorme Herausforderungen stellen. Um bestmöglich vorbereitet zu sein, führten die Feuerwehren der Stadtgebiete Mechernich und Schleiden gemeinsam mit dem Führungsstab des Kreises Euskirchen kürzlich eine groß angelegte Übung durch.

Das Szenario: Ein großes Tiefdruckgebiet in der Mitte von Deutschland sorgte am Anfang Februar für starke Schneefälle zwischen 50 und 70cm Neuschnee und eine bitterkalte Kältefront mit starken Minusgraden. Der Kreis Euskirchen war zu großen Teilen davon betroffen. Schwerpunkte dieser Schneefront lagen in den Stadtgebieten Mechernich und Schleiden, wo sich unter anderem zahlreiche Verkehrsunfälle aufgrund von Glatteis und der Schneemassen ereignet hatten.

Die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Eifel war zeitweise unpassierbar, viele Menschen saßen mit ihren Fahrzeugen fest. Die Schneemassen hatten im Stadtgebiet Mechernich ein Hallendach zum Einsturz gebracht; mehrere Personen wurden dabei verletzt. Eine Vielzahl von Verkehrsunfällen und weiteren Einsatzlagen beanspruchte die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im höchsten Maß.

Ein vergleichbares Bild zeichnete sich im Raum Schleiden ab: Dort führten viele ab- und umgeknickte Bäume zu Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs und einer Vielzahl von Verkehrsunfällen. In der Ortslage Wolfgarten kam es zu einem vollständigen Stromausfall. Ein Altenheim in Gemünd war mehrere Stunden ohne Strom und musste durch externe Stromerzeuger notversorgt werden.

Viele Beteiligte

Soweit zur Übungskünstlichkeit. Diese Einsatzlagen hatten sich natürlich nicht real ereignet. Beteiligt waren auch das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Euskirchen, die Malteser, die Kreispolizeibehörde, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, die DLRG, das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr sowie die Einheitliche Leitstelle.

Organisiert und koordiniert wurde diese Großübung von der Kreisverwaltung Euskirchen, der dort beheimateten Abteilung 38 (Gefahrenabwehr) und den Mitgliedern des operativ-taktischen Führungsstabes. Sie hatte die Zusammenarbeit der Koordinierungsstellen der Feuerwehren in den Kommunen mit der Einheitlichen Leitstelle im Kreishaus und den verschiedenen Einheiten zum Ziel und soll die zahlreichen Prozesse und zusammenhängenden sowie oftmals aufeinander aufbauenden Abläufe verstetigen, die Kommunikation verbessern und für einen möglichen Ernstfall wappnen.

Bisher größte Übung

Nach einer Lageeinweisung im Stabsraum der Kreisverwaltung sowie in den Mechernicher und Schleidener Koordinierungsstellen sorgten die durch die Leitstelle laut Drehbuch zeitlich eingespielten Einsatzmeldungen für eine rasche Aufnahme der Arbeiten in den einzelnen Stellen.

Es folgten regelmäßige Abstimmungen untereinander per Videokonferenzen und Lagebesprechungen. Die Telefone liefen heiß, unzählige Mitteilungen wurden geschrieben und in Umlauf gebracht, die Lagewände füllten sich mit taktischen Zeichen sowie stetig mit Einsatz- und Wettermeldungen.

Der Führungsstab für den Kreis Euskirchen war hierbei als rückwärtige Führungsunterstützung tätig. Die Fachberater der eingebundenen Organisationen wiederum unterstützen mit ihrem Know How sowie mit „Mensch und Maschine“ aus ihren eigenen Reihen die einzelnen Einsatzschwerpunkte.

Nach knapp vier Stunden wurde die übergreifende Übungslage für beendet erklärt. Abschließend gab es eine gemeinsame, hybride Einsatznachbesprechung mit allen Akteuren, gefolgt von den separierten Nachbesprechungen an den einzelnen Standorten.

Mit knapp 70 Teilnehmenden aus allen Organisationen und Einheiten war es die bislang größte, kommunenübergreifende Großübung, die eigens aus dem Regiekoffer der Kreisverwaltung stammt.

„Wertvolle Erfahrung für uns alle“

Kreisbrandmeister Peter Jonas zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Großübung: „Wir haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Schulungen mit dem Führungsstab am nordrhein-westfälischen Institut der Feuerwehr, der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe des Bundes sowie in Eigenregie durchgeführt. Mit der aktuellen Übung sind wir nun einen Schritt weitergangenen und erstmals zwei der insgesamt elf kommunalen Koordinierungsstellen sowie die Einheitliche Leitstelle eingebunden.“

Mit Blick auf das bald in Betrieb gehende neue Lagezentrum im Neubau der Kreisverwaltung sieht er noch Entwicklungspotentiale in der Kommunikation zwischen den Einheiten. „Der Informationsfluss ist enorm hoch. Heute haben wir gesehen, wie anspruchsvoll deren Koordination ist, wenn weitere Organisation ins Spiel kommen. Die Übung ist eine wertvolle Erfahrung für uns alle; schlussendlich haben wir die Lagen gemeinsam bewältigen können. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Akteuren, die mit der Vorbereitung und Organisation der Übung, vielmehr noch bei allen Teilnehmenden der heutigen Übung, die durch ihr ehrenamtliches Engagement ihren Beitrag zum Gelingen der Übung geleistet haben“, so Jonas.

Redakteur/in:

Montserrat Micaela Manke

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