Mehr Platz für Räder und Autos
Pendler sollen umsteigen - Weiden-West bekommt XXL-Parkpalette für 21 Mio.
- Auf dem Park-and-Ride-Parkplatz Weiden-West entsteht ein neues Parkhaus.
- Foto: Uwe Weiser
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Morgens stockender Verkehr, abends das gleiche Spiel – viele Pendler kennen das nur zu gut. Weiden-West, der viel genutzte Verkehrsknoten am westlichen Stadtrand, ist für Tausende täglich Start- oder Zielpunkt. Hier treffen sich Bahn, Bus und Auto – und oft auch der Frust über volle Parkplätze. Doch genau hier will die Stadt Köln jetzt ansetzen und den Umstieg auf Bus und Bahn attraktiver machen. Eine neue Parkpalette soll mehr Platz schaffen – für Autos, vor allem aber für Fahrräder.
In Weiden-West tut sich etwas. Wer morgens im Stau steht und abends wieder, kennt den Knotenpunkt gut. Hier startet die KVB-Linie 1 – eine direkte Verbindung ins Herz von Köln und weiter bis nach Bensberg. Auch die S-Bahnlinien S12 und S19 rollen hier ein, dazu mehrere Buslinien. Wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist, findet E-Scooter und Leihfahrräder am Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Standort.
Die Stadt Köln will diesen Ort nun fit für die Zukunft machen. Ziel ist es, Autofahrerinnen und Autofahrern wie auch Radpendlern den Umstieg auf den ÖPNV leichter zu machen. Dafür liegt bereits ein Plan auf dem Tisch: eine sogenannte Parkpalette, die sowohl Autos als auch Fahrrädern Platz bietet. Anders als ein massives Parkhaus besteht sie aus modularen, stapelbaren Bauteilen und kann bei Bedarf sogar aufgestockt werden.
Ursprünglich war nebenan ein Bike Tower geplant – ein gläserner Turm für 120 Räder. Doch steigende Kosten und die Insolvenz des Herstellers ließen die Pläne platzen. Jetzt setzt die Stadt auf eine neue Lösung: 66 eigentlich für Autos vorgesehene Stellplätze werden umgebaut, um rund 130 Fahrradboxen und mehr als 200 Abstellplätze unterzubringen. Die Radlerinnen und Radler bekommen sogar eine eigene Zufahrt. Für andere Standorte bleibt die Idee eines Bike Towers aber im Hinterkopf.
Der Fahrplan steht: Die Entwurfsplanung ist fertig, ein Generalunternehmen für Bau und Ausführung ist bereits beauftragt. Stimmt die Politik zu, kann der Bauantrag gestellt werden. Danach folgen die Detailpläne und der Baustart. Die Kosten für das Projekt liegen inzwischen bei 21,25 Millionen Euro – deutlich mehr als vor vier Jahren gedacht. Doch durch höhere Fördermittel schrumpft der Eigenanteil der Stadt und der KVB auf 2,9 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten für die KVB sollen bei 205.000 Euro liegen.
Weiden-West könnte damit bald nicht nur ein bequemer Umsteigepunkt sein, sondern auch ein Signal: Wer weniger Stau will, muss Platz für Bus, Bahn – und vor allem fürs Rad schaffen.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |