„Loreley“ feiert 140 Jahre
Zwischen Liszt und Lindenberg

Ein überraschender Auftritt: Achim Hoffmann verwandelte sich beim Jubiläumskonzert des MGV „Loreley“ kurzerhand in Udo Lindenberg. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • Ein überraschender Auftritt: Achim Hoffmann verwandelte sich beim Jubiläumskonzert des MGV „Loreley“ kurzerhand in Udo Lindenberg. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • hochgeladen von Angelika Koenig

Schlebusch (gkf). Plötzlich betrat Udo Lindenberg die Bühne der Friedenskirche – jedenfalls schien es für einen kurzen Moment so. Mit Hut, Sonnenbrille und verblüffend authentischer Stimme schlüpfte Achim Hoffmann in die Rolle des Panikrockers und überraschte das Publikum mit dem „Sonderzug nach Pankow“. Kurz darauf stimmte der Chorleiter des MGV „Loreley“ gemeinsam mit seinen Sängern „Das Leben“ an. Die Begeisterung im voll besetzten Gotteshaus war groß und belohnte den wohl außergewöhnlichsten Programmpunkt eines Konzertnachmittags, der eindrucksvoll bewies, wie modern und vielseitig ein 140 Jahre alter Männerchor heute klingen kann. Mit einer fast zweieinhalbstündigen Musikaufführung feierte der Schlebuscher Chor seinen Gründungstag unter dem Motto „140 Jahre Loreley – und kein bisschen leise“.
Den Auftakt bildete das Bergische Heimatlied „Es grüßen euch“. Anschließend interpretierten Achim Hoffmann (Bariton) und Pianist Christoph Schnackertz Franz Liszts „Die Loreley“, bevor Christine Hoffmann (Sopran) mit George Gershwins „Lorelei“ einen weiteren Glanzpunkt setzte. Kraftvolle Chorsätze wechselten mit solistischen Beiträgen. Die „Lorelisten“, das siebenköpfige Vokalensemble unter Leitung von Volker Wierz, überzeugte etwa mit Peter Schillings „Major Tom“ und „Great Pretender“. Beeindruckend gelang der Flieger-Marsch aus „Der fliegende Rittmeister“, der das präzise Zusammenspiel zwischen Männerchor und Dirigent eindrucksvoll unterstrich. Weitere Solisten wussten zu begeistern. Stephan Hermanns interpretierte mit sonorem Bass „Als Büblein klein“ aus Otto Nicolais Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“. Den Operettenklassiker „Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Léhar (Tenor) trug Thomas Knoob gefühlvoll vor. Schnackertz stellte mit Franz Liszts „Gaudeamus igitur“ seine pianistische Klasse unter Beweis. Weitere musikalische Höhepunkte waren die Volksweise „Bajazzo“, sowie Billy Joels „Vienna“, bei dem der jüngste Sänger des Chores, Leo Seidewinkel, mit ausdrucksstarkem Trompetensolo überzeugte. Optisches Zeichen für das Jubiläum war ein Banner, das Sänger-Ehefrau Inge Wiecher in rund drei Monaten Handarbeit aus blauem Stoff – passend zu den Vereinsfarben – gefertigt hatte.

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