„Hospiz Leverkusen“
Zeit schenken, zuhören und da sein
- Wenn das Leben leiser wird und vieles nicht mehr möglich ist, bleibt eines besonders wertvoll: ein Mensch, der da ist. Hier ist es Beate Selzer, die diese ältere Dame regelmäßig im Altenheim an der Talstraße in Opladen besucht. Foto: Gabi Knops-Feiler
- hochgeladen von Angelika Koenig
Leverkusen (gkf). Ein Gespräch, ein gemeinsamer Spaziergang oder einfach nur ein stiller Moment am Bett: Für Menschen am Lebensende können solche Begegnungen viel bedeuten. Der ambulante Hospizdienst „Hospiz Leverkusen“ ist da, wenn schwerkranke Menschen Unterstützung und Begleitung brauchen.
„Niemand soll an seinem Lebensende allein sein“, unterstreicht Nicole Steinfeld den Kern der Hospizarbeit. Sie ist seit 2003 Vereinsmitglied, seit 2006 im Vorstand und steht seit 2025 an der Spitze der 1977 gegründeten Gemeinschaft. Inzwischen engagieren sich nahezu 100 qualifizierte Ehrenamtliche in der Sterbe- und Trauerbegleitung des Vereins. Je nach Wunsch kommen die Begleiter nach Hause oder in ein Pflegeheim. Sie bringen jedoch keine medizinische Ausrüstung mit und übernehmen keine ärztlichen Aufgaben. Was sie schenken, ist etwas anderes: Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe.
In Leverkusen gibt es den ambulanten Hospizdienst, daneben das stationäre Hospiz „PalliLev“ und das Palliativteam. Alle drei Einrichtungen arbeiten eng zusammen, sind aber eigenständig. Während das Palliativteam für die medizinische Versorgung, etwa Schmerztherapie und Symptomkontrolle, zuständig ist, liegt der Schwerpunkt des Hospizdienstes auf der persönlichen Begleitung. Steinfeld weiß, dass es häufig die persönlichen Dinge sind, die Menschen in ihrer letzten Lebensphase beschäftigen: Ängste, familiäre Konflikte, offene Fragen oder Gedanken, die noch ausgesprochen werden sollten. Deshalb rät die Vorstandsvorsitzende dazu, sich möglichst frühzeitig Unterstützung zu suchen. Wenn die Ehrenamtlichen einen Menschen bereits vor seiner letzten Lebensphase kennenlernen, können sie Vertrauen aufbauen und herausfinden, was ihm wichtig ist. Ein besonderer Wunsch kann dabei ebenso eine Rolle spielen wie ein vertrautes Gespräch oder ein gemeinsamer Moment mit Angehörigen. Sämtliche Angebote des Hospizdienstes sind für Betroffene kostenlos.
Zum 2027 bevorstehenden 30. Jahrestag plant der Verein eine Fahrt mit seinen Betreuern nach Freiburg einschließlich Besuch der Messe „Leben und Tod“. Für die Zukunft sind weitere Aktionen vorgesehen. Unter anderem sollen zusätzliche Ehrenamtliche gewonnen und die Demenzbegleitung wieder stärker ausgebaut werden.
Kontakt:
Hospiz Leverkusen, Bruchhauser Straße 162, 51377 Leverkusen
Telefon: 02171–2123
Bürozeiten: Montag bis Freitag, 9.30 bis 11.30 Uhr sowie nach Vereinbarung
Weitere Informationen: www.hospiz-leverkusen.de
Redakteur/in:RAG - Redaktion |