Geldwäsche in digitalen Zeiten
Weniger Verdachtsmeldungen, mehr Ergebnisse – FIU zieht Bilanz für 2024

Symbolbild KI-generiert, kein echtes Foto. | Foto: KI-generiert mit ChatGPT/OpenAI

BKA-Zentralstelle FIU legt Jahresbericht vor: Die Financial Intelligence Unit (FIU), mit Hauptsitz in Köln, hat 2024 so viele Analyseberichte an Ermittlungs- und Sicherheitsbehörden weitergegeben wie nie zuvor: 87.731 Fälle, ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt: Weniger Meldungen bedeuten nicht weniger Wirkung – im Gegenteil.

Trendwende bei Verdachtsmeldungen
Erstmals seit Jahren ist die Zahl der eingegangenen Verdachtsmeldungen auf 265.708 zurückgegangen – ein bewusster Schritt. Hintergrund: ein gemeinsam mit der BaFin entwickeltes Eckpunktepapier, das 2023 erstmals typische, nicht meldepflichtige Konstellationen klar abgrenzte. Diese Linie wurde 2024 erfolgreich fortgesetzt.

Digitale Geldflüsse im Fokus
Rund 8.700 Verdachtsmeldungen betrafen Kryptowerte – so viele wie nie. Die FIU sieht hier längst kein Randphänomen mehr, sondern ein zentrales Feld für Geldwäsche und Finanzbetrug. Ein exemplarischer Fall im Bericht zeigt, wie Anlegergelder über digitale Kanäle und gefälschte Identitäten international verschoben wurden – bis hin zu einem kaum durchdringbaren Netzwerk mit technischer Verschleierung.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Ein Schwerpunkt war 2024 erneut die internationale Kooperation. Die FIU Deutschland war an Formaten wie der Counter Terrorist Financing Taskforce Israel (CTFTI) und dem Netzwerk RRIFS zur Verfolgung russischer Finanzströme beteiligt. Im Fall des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg leitete die FIU innerhalb kürzester Zeit internationale Informationen an die deutschen Ermittler weiter.

Blick nach Frankfurt: Die neue EU-Behörde AMLA
Im Aufbau befindet sich auch die neue Anti-Money Laundering Authority (AMLA) mit Sitz in Frankfurt. Die FIU Deutschland war 2024 an der fachlichen Vorbereitung beteiligt und brachte sich aktiv in die Entwicklung gemeinsamer europäischer Standards ein.

FIU-Leiter Daniel Thelesklaf: „Finanzkriminalität macht nicht an Grenzen Halt – unsere Arbeit auch nicht. Ob internationale Taskforces oder die AMLA: Nur mit Zusammenarbeit gelingt nachhaltiger Schutz.“

Weitere Informationen und der vollständige Jahresbericht 2024 sind auf der Website der FIU abrufbar: www.zoll.de/fiu.

Redakteur/in:

EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

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