UPDATE: Schockanruf-Betrüger in Köln enttarnt
Bankangestellte rettet Seniorin vor Betrügern

Symbolbild eines Seniors. | Foto: Angelov - stock.adobe.com

Erfolgreicher Schlag gegen skrupellose Betrüger: Am Dienstagmorgen (29. April) haben Einsatzkräfte der Kriminalpolizei zwei Haftbefehle vollstreckt und sieben Wohnungen in Köln, Leverkusen, Neuss und Baden-Württemberg durchsucht. Die beiden festgenommenen Männer (22 und 25 Jahre alt) sollen seit August 2024 bundesweit als Abholer nach sogenannten Schockanrufen Senioren um Bargeld, Schmuck und Gold erleichtert haben.

Die Masche: Unbekannte Anrufer gaben sich als Polizisten aus und behaupteten, ein Angehöriger der Senioren habe einen schweren Unfall verursacht. Um eine Haftstrafe abzuwenden, sollten die Opfer hohe Kautionszahlungen leisten. In mindestens zwölf Fällen fiel die Masche offenbar auf fruchtbaren Boden – der Gesamtschaden liegt im mittleren sechsstelligen Bereich.

Die heutigen Durchsuchungen brachten umfangreiches Beweismaterial ans Licht. Die Ermittlungen laufen im Rahmen des bundesweiten Projekts CESA ("Callcenterbetrug/Enkeltrick/Schockanrufe"), das von der EU unterstützt wird.

Wie wichtig Aufklärung ist, zeigte sich erneut am Montagnachmittag (28. April):
Eine aufmerksame Bankangestellte bewahrte eine 88-jährige Kölnerin in letzter Minute davor, einem Schockanruf zum Opfer zu fallen. Die Seniorin wollte gerade einen fünfstelligen Betrag abheben, nachdem sie geglaubt hatte, ihr Sohn müsse wegen eines angeblichen Unfalls eine Kaution hinterlegen. Besonders perfide: Die Betrüger spielten sogar auf die kürzlich erfolgte Beerdigung ihres verstorbenen Mannes an.

Dank der Aufmerksamkeit der Bankmitarbeiterin konnte Schlimmeres verhindert werden – die Polizei übernahm sofort.

+++ Update +++

Im Zuge intensiver Ermittlungen hat die Kriminalpolizei einen dritten per Haftbefehl gesuchten Mann (26) im Kölner Hauptbahnhof festgenommen. Einsatzkräfte hatten den wohnungslosen Mann gegen 15 Uhr auf dem Bahnsteig gestellt, bevor er mit dem Zug die Flucht antreten konnte.

Der 26-Jährige wird ebenfalls einem Haftrichter vorgeführt.

Wie erkenne ich einen Schockanruf?

1. Plötzliche Schocknachricht:

  • Angeblich Unfall, Verhaftung oder schwere Straftat eines Angehörigen.
  • Emotionale Drucksituation wird sofort aufgebaut.

2. Forderung nach schnellem Geld:

  • Hohe Summen werden als "Kaution" oder "Rettungsgeld" verlangt.
  • Häufig in bar oder durch Wertgegenstände.


3. Zeitdruck und Drohungen:

  • Geld soll "sofort" übergeben oder abgeholt werden.
  • Keine Zeit zum Nachdenken oder Rücksprache mit anderen.

4. Abholung durch "Vertrauensperson":

  • Fremde Personen ("Boten" oder "Polizisten") sollen Geld oder Schmuck direkt zu Hause abholen.

5. Ungewöhnliche Kommunikationsweise:

  • Anrufer geben sich als Polizisten, Richter oder Anwälte aus.
  • Oft wird schlechte Sprachqualität oder ein fremder Akzent auffällig.

Wichtig:

  • Legen Sie sofort auf!
  • Rufen Sie selbst die Polizei unter 110 an!
  • Geben Sie niemals am Telefon Auskünfte über Ihre Finanzen oder Wertgegenstände!
Redakteur/in:

EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

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