Krätzjerabend
Kölsche Tön im Jazzkeller
- Gemeinsam begeistern Walter Oepen, Stefan Mertens und Oly Blum ihr Publikum mit dreistimmigem Gesang und einem warmen, reduzierten Klang.
- Foto: Foto Walter Oepen
Kölsche Liedertradition, feinsinniger Humor und sprachliche Präzision treffen aufeinander, wenn am Dienstag, 10. März, die Formation „Knollendorf Krätzjer Konäkschen“ im Hürther Jazzkeller, Hermülheimer Straße 12-14, auftritt. Der Abend verspricht handgemachte Musik, pointierte Texte und einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Blick auf das kölsche Leben. Beginn ist um 20 Uhr – Einlass 19 Uhr Eintritt 18€ nur Abendkasse.
Hürth (red). Die Gruppe geht hervor aus dem vielfach gelobten Duo Quetsch & Flitsch, das im Programmheft des Kölner Krätzjer Fests 2022 als „Krätzjerspezialisten mit den besten Texten der Stadt“ bezeichnet wurde und bei allen bisherigen neun Festivals vertreten war. Nach dem Tod seines langjährigen Bühnenpartners hat Walter Oepen nun mit zwei Mitstreitern eine neue Formation gefunden, die musikalisch wie inhaltlich an diese Tradition anknüpft.
Der Name „Knollendorf Krätzjer Konäkschen“ verweist auf die gemeinsame Herkunft der Musiker aus dem Kölner Hänneschen-Theater. Walter Oepen war dort über 30 Jahre Puppenspieler und früherer Schäl-Darsteller und spielt nun die Quetsch (Akkordeon). Stefan Mertens, aktueller Speimanes, übernimmt die Gitarre, während Oly Blum, aktueller Schäl, die in Köln „Flitsch“ genannte Mandoline spielt. Gemeinsam begeistern sie ihr Publikum mit dreistimmigem Gesang und einem warmen, reduzierten Klang.
Im Mittelpunkt stehen die Texte von Walter Oepen: originell, witzig, satirisch und stets nah am Alltag. Dabei geht es nicht nur um Unterhaltung, sondern auch um Haltung. „Ein gutes Krätzje soll die Leute zum Lachen bringen aber ruhig auch mal zum Nachdenken“, sagt Oepen. „Wenn beides klappt, dann han mer et joot jemaat.“
Ein zentrales Anliegen der Gruppe ist dabei die kölsche Sprache selbst. Sie verstehen Kölsch als lebendiges Kulturgut, das nur dann weiterbesteht, wenn es aktiv gesprochen, gesungen und neu interpretiert wird. Gerade im Krätzjer zeigt sich ihre besondere Ausdruckskraft zwischen Humor, Melancholie und gesellschaftlicher Beobachtung.
In Hürth ist Walter Oepen kein Unbekannter: Bereits mehrfach war er im Löhrerhof, im Jazzclub und im Kloster Burbach zu Gast. Der Auftritt im Hürther Jazzkeller bietet nun die Gelegenheit, ihn und seine neue Formation in intimem Rahmen zu erleben.
Das Resümee der Musiker bringt es auf den Punkt: „Et jit vill zo laache un esu Mänches zom Nohdenke.“
„Wir wollen mit dieser Veranstaltung wieder einen Beitrag für unsere Heimat leisten und würden uns freuen, wenn viele Gäste diese Veranstaltung besuchen,“ freut sich Günter Reiners, der Vorsitzende des Jazzclubs Hürth.
Redakteur/in:Signe Mai Slomian aus Pulheim |